#1 Auftrag Korpiklani von Judith 11.09.2012 22:03

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11.9.2012
Erster Bericht
Neue Herausforderung

Gestern war es so weit gewesen: Nina hatte mir ein neues Pferdchen zugeteilt. Seit gestern hieß mein Schützling nicht mehr Nightmare, sondern Tsubasa´s Korpiklani van Rosenborg, ein schicker Brauner Hengst mit Dressurpotenzial, der noch am Anfang seiner Ausbildung stand. Halfter und Menschen kannte er, meine Aufgabe war es nun, ihn an Longe, Hufschmied und Hänger zu gewöhnen. Der Hufschmied kam erst in ein paar Wochen wieder, also hatte ich mir vorgenommen, mit der Longe anzufangen, denn für Hänger und Hufschmied brauchte Korpus etwas Vertrauen zu mir, und das war nach einem Tag einfach noch nicht gegeben.
Am gestrigen Tag hatte ich mich ausführlich mit dem Kleinen beschäftigt, ihn mich beschnuppern lassen, mit ihm ein paar Ründchen gedreht und mich an seinem offenbar offenherzigen, neugierigen und gutmütigem Charakter gefreut. Er schien Menschenbezogen zu sein & so hatte ich keinerlei Bedenken, heute schon mit dem Training anzufangen.

Also beschäftigte ich mich erst wieder ein bisschen mit dem Kleinen, streichelte und massierte ihn, ließ mich gründlich beschnuppern. Erst nachdem ein bisschen Zeit vergangen war, tickerte ich Davi eine Sms, dass ich ihre Hilfe brauchte, schnappte mir Handschuhe, Peitsche, Longe und Halfter aus der Sattelkammer und trudelte zeitgleich mit Davi wieder an der Box ein. Meiner Mitbewohnerin hatte ich schon erzählt, worum es ging, so dass es keine offenen Fragen mehr gab und Davi sich einfach im Hintergrund hielt, während ich Korpus das Halfter anlegte - fürs erste Mal brauchten wir noch keinen Kappzaum - klipste die Longe fest und nickte Davi zu. Schweigsam tappten wir gemeinsam zur Longierhalle herüber.

"Wenn du nichts dagegen hast, stelle ich mich in die Mitte", schlug Davi dann vor. "Dich kennt er wenigstens ein bisschen, ich müsste ihn erstmal an mich gewöhnen, bevor ich nebenher renne" Das klang einleuchtend, also übergab ich Davi die Peitsche, die Handschuhe und die Longe. Davi ließ die Peitsche erst einmal auf den Boden fallen. "Ich bin soweit" Ich nickte und führte Korpus raus, während ich mein tun mit einem deutlichen "Raus!", verband, damit Korpus checkte, was dieses Kommando bedeutete.
Die nächsten Minuten verliefen ereignislos. Korpus schlenderte vor sich hin, ließ sich von mir mitziehen, machte aber keine Zicken und blieb immer auf dem von mir vorgegebenen Zirkel. Davi hatte genauso wenig zu tun, drehte sich langsam mit und achtete darauf, dass Korpus nicht in die Longe trat - das wars schon.
"Vielleicht nimmst du mal vorsichtig die Peitsche auf und wir sehen mal, ob wir ihn etwas schneller bekommen" schlug ich vor. Statt einer Antwort nahm Davi vorsichtig die Peitsche auf, bildete das berühmte Dreieck mit sich selber, Peitsche und Longe und schwang die Peitsche vorsichtig. "Schneller", motivierte ich gleichzeitig und wir beide freuten uns einen Ast ab, als Korpus tatsächlich schneller wurde.

Den Rest des Trainings arbeiteten wir nur im Schritt, mit Tempoübergängen. Davi gab immer Impulse mit Longe oder schwang leicht die Gerte, ich verband das ganze mit den entsprechenden Kommanso "Hooo" oder "Schneller". Schließlich schwand Korpus Aufmerksamkeit zunehmen und wir beendeten das Training. Davi versprach mir, dass ich auch weiter auf sie zählen konnte & verabschiedete sich.

Ich selber kümmerte mich noch um meinen neuen Schützling, belohnte ihn für seine Aufmerksamkeit mit einer halben Möhre, schmuste mit ihm und ging schließlich meine Wege.


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Sollte Korpiklani nicht auch mal an Putzzeug gewöhnt werden...?

#2 RE: Auftrag Korpiklani von Nina 11.09.2012 22:30

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Mhh Putzzeug... daran hatte ich nie gedacht. Kannst du gerne noch so nebenbei machen wenn du willst, für eine richtige Ausbildung ist das für sein Alter einfach zu wenig, aber ich werd das jetzt bei den Fohlen dazu tun ^^

#3 RE: Auftrag Korpiklani von Judith 11.09.2012 22:33

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Ja, Putzen macht man ja eh nebenbei, eben vor & nach dem Longetraining ;)
Dann mache ich das nebenbei noch :)

#4 RE: Auftrag Korpiklani von Judith 16.09.2012 00:34

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16.09.12
Elfter Bericht
Fortschritte


Mit Korpiklani ging es gut voran. Der aufgeweckte und sehr anhängliche & offene Hengst zeigte stets viel Motivation und Freude beim Training, weshalb es nicht schwer war, mit ihm Fortschritte zu erzielen. Davi und ich hatten uns in den letzten Tagen sehr intensiv mit de Longe beschäftigt, überwiegend im Schritt und mittlerweile hatte der Kleine die meiste Zeit im Hinterkopf, dass er einen Kreis laufen sollte. Heute würden wir das nochmal austesten, auch mal in den anderen Gangarten arbeiten und je nachdem wie es lief auch mal Handwechsel ohne dass ich nebenher laufen musste ausprobieren.

Aber bevor Davi dazu stieß und wir uns um die Longe kümmerten, holte ich Korpiklani von der Weide und band ihn auf der Stallgasse an. Nina hatte mich gebeten, den Hübschen nebenbei ans Putzzeug zu gewöhnen und die letzten beiden Tage hatte ich ihm alle Putzuntensilien gezeigt und mit Freuden festgestellt, dass der, der vorher mit dem Hengst gearbeitet hatte, Korpiklani auch das Hufe heben beigebracht hatte, wie es sich gehört. So hatte ich nicht ganz so viel Arbeit. Gestern hatte ich auch Striegel, Kardätsche und Wurzelbürste probeweise an sein Fell gehalten, heute wollte ich mal das richtige Putzen versuchen.

Am Anfang zeigte ich Korpus noch einmal alle Gegenstände ganz genau, aber bis auf den gelben Lappen - in den er reinbiss - war nichts interessant. Lächelnd nahm ich die Kardätsche zur Hand, den was weiches ist für den Anfang besser, drückte sie ganz leicht auf sein Fell und begann dann, ihn zu putzen. Ich übte kaum Druck aus und war sehr vorsichtig und sanft, was Korpus dazu veranlasste, zwar zunächst zu zucken, aber klug wie er war checkte er bald, dass das eigentlich ganz angenehm ist und stand etwas angespannt aber ruhig da. Ich putze über seinen ganzen Körper, auch mit einer weichen Kopfbürste über vorsichtig seinen Kopf, beließ es aber dann für heute dabei. Morgen war dann wahrscheinlich der Striegel dran.

Auf meine schnell getickerte Sms kam Davi treu angedackelt, in der Zeit klipste ich die Longe in sein Halfter und stattete mich mit Handschuhen und Peitsche aus. Mit Davi ging es dann in die Halle. Wir stellten uns in die Mitte und ich schickte Korpus mit einem deutlichen "Raus!" und einem leichten Zungenschnalzen nach außen. Tatsächlich machte der Hengst auch, was ich von ihm wollte und Davi und ich grinsten uns fröhlich an. Sein Kreis hatte zwar stellenweise noch etwas eiförmiges, aber wenn Korpus mir zu nah kam, dann genügte ein "Raus" und er machte den Kreis wieder größer und damit runder. "Der Teil hat schon mal super funktioniert" grinste Davi. Ich nickte und wir einigten uns darauf, mal einen alleinigen Handwechsel zu versuchen. Also gab ich das von uns immer verwendete Kommado "Komm her", verbunden mit einem angedeuten Einsammeln der Longe. Hier brauchte es allerdings zwei Anläufe, bis der Hübsche zu uns in die Mitte kam. Ich huschte auf seine andere Seite, sortierte rasch die Longe in meiner Hand neu und schickte ihn wieder raus, was er auch brav machte. Zufrieden ließen wir ihn ein paar Runden im Kreis laufen, wo ich auch mit Longenimpulsen und Peitschenschwüngen das Tempo variierte, bis wir es noch etwas weiter ausreizen wollten.

Ich schnalzte mit der Zunge, schickte dann ein "Teeeeraaab" hinterher. So ganz wollte Korpus noch nicht die Gangart wechseln, also ließ ich die Peitsche einmal leise knallen, was einen etwas hektischen, aber immerhin vorhanden Trab zur Folge hatte. Nur mit dem Kreis klappte jetzt nicht mehr so gut, also brachen wir das Experiment wieder ab, ich übergab Davi die Longe und gesellte mich wieder zu Korpus. Wir wiederholten das Spielchen mit dem Antraben und ich joggte nebenher, um den perfekten Kreis zu gewährleisen. Hoch lebe meine sehr gute Kondition!

Schlielßich hatte ich genug und Korpus offensichtlich auch. Also parierte Davi ihn mit Hilfe der Longe und meinem "Scheritt!" Kommando durch, wir ließen ihn nocheinmal die Handwechsel und ein paar Minuten selbstständig im Schritt seinen Kreis ziehen. Dann ließen wir es für den Tag gut sein, Davi verkrümmelte sich wieder & ich schmuste schön mit Korpus, gab ihm einen halben Apfel und brachte ihn dann zurück auf die Weide, wo er üvermütig davon raste.

#5 RE: Auftrag Korpiklani von Nina 27.09.2012 21:24

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Elfter Bericht?! Stimmt das schon :D

#6 RE: Auftrag Korpiklani von Judith 29.09.2012 23:43

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29.09.12
Dritter Bericht(warum habe ich bei dem Beitrag davor elfter Bericht geschrieben?? Oo)
Was tut man nicht alles für die Jungpferde...

Anstrengende Tage lagen hinter mir, Korpus und Davi. Hatte im Schritt alles super geklappt, so hatten Trab und Galopp uns dann doch um einiges mehr Probleme gemacht und ich hatte viele, viele Runden neben dem Hengst herlaufen müssen, bis ich nicht mehr konnte, was bei meiner Kondition schon echt ne Leistung war. Korpus war eher groß und ich eher klein und so war vor allem das Galopptraining mit ihm sehr, sehr anstrengend gewesen. Davi und ich hatten nicht verstanden, wo diese Blockade bei Korpus herkam, hatten uns aber nicht beschwert. Was tut man nicht alles für die Jungpferde...

Über eine Woche lang hatten wir das Training mit Korpus durchziehen müssen, bis er vorgestern endlich Ansätze zeigte, den Kreis auch im Galopp hinzubekommen. Davi und ich waren sehr erleichtert gewesen, denn nach den anfänglichen Ausbalanceschwierigkeiten hatten wir keinen Grund gesehen, warum der Hengst so lange brauchte. Gestern hatte ich Korpus weitesgehend alleine longiert, heute blieb Davi ganz weg, war aber in der Nähe, falls was schief gehen sollte. So kam es, dass ich nach einem sehr anstrengenden und langen Tag alleine zu Korpus ging. Lust hatte ich keine große, aber für ihn war das regelmäßige Training sehr wichtig und wie gesagt: was tut man nicht alles für die Jungpferde...

Korpiklani hatte immerhin ein Brummeln für mich übrig, ließ sich geduldig aufhalftern, vor der Box anbinden und machte auch keine Faxen, als ich den Striegel zur Hand nahm und sein Fell begann zu säubern. Ich musste immer noch sehr vorsichtig und sanft sein, traute mich noch nicht an die kräftigten Bewegungen heran und brauchte deshalb manchmal länger, um den Staub rauszubekommen, aber Korpus stellte sich beim Putzen doch um einiges schlauer an als beim Trab/Galopp Longieren. Auch das Hufe auskratzen klappte, auch wenn der Hengst manchmal noch versuchte den Huf wegzuziehen, was ich aber nicht zuließ und so wurde das auch weniger.

Schließlich war mein Schützling trotzt sanften Bewegungen sauber zu nennen, ich stattete ihn zum Longieren aus und ging mit ihm in die Halle. Dort angekommen schickte ich ihn mit einem deutlichen "Raus" nach außen, was auch super klappte. Im lockeren Schritt ließ ich das Pferdchen Runden um mich ziehen, die auch nach Kreisen und nich nach Eiern aussahen. Sehr schön. Nach einer Weile versuchte ich einen Handwechsel, der bei zweiten Anlauf auch funktionierte und begann, mehr mit Impulsen zu arbeiten, mit der Longe und so mit Korpus zu spielen, variierte das Tempo. Irgendwann schien Korpus dann auch mal warm, was mich dazu veranlasste, ihn mit Hilfe des Kommandos "Trab" in den Trab zu bekommen. Dafür brauchte ich aber auch ein Zungenschnalzen, doch dann trabte Korpiklani an, ließ ich auch mit Impulsen gut zu einem gemäßigten Tempo überreden und wenn er mir zu nah kam, genügte ein "Raus", um ihn an den Kreis zu erinneren. Perfekt.

Aus dem Trab heraus ließ ich Korpus schließlich nochmal die Hand wechseln. Natürlich parierte der Hengst wieder in den Schritt durch, aber das war ihm auch erlaubt und dafür trabte er auf der anderen Hand sofort an, als ich nur "Teraaaab" sagte. Zufrieden longierte ich auch hier ein paar Minuten, sagte dann deutlich "Gaaalopp" und ließ meine Zunge schnalzen. Sehr hektsich sprang Korpus um, ich brauchte eine ganze Weile, um ihn langsamer zu bekommen, aber als es erst einmal so weit war, war auch die Kreisform kein großes Problem sehr. Auch hier wechselte ich nochmal die Hand und freute mich, dass es auf der anderen Hand nach einigen Minuten auch klappte. Korpus strengte sich wirklich an.

Für heute war damit auch genug getan und mit einem deutlichen "Teeerab" und danach "Scheeeritt", verbunden mit Longenimpulsen bekam ich Korpiklani wieder in die gewünschten Gangarten und ließ ihn dann locker Schritt laufen zum trocken werden.

Schließlich brachte ich den Hengst zurück in die Stallgasse, tauschte Longe gegen Strick und putzte ihn nochmal gründlich, damit er sich weiter an das Putzzeug gewöhnt. Bald war auch das getan, ich belohnte den Kleinen mit ein paar Karotte, brachte ihn zurück in die Box, schmuste ein bisschen mit ihm und ging dann meines Weges.

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