#1 Bericht 7. - So glücklich wie schon lange nicht mehr von Ayaka 19.10.2012 23:30

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So... mein Beri für den Oktober. :)
Sollte eigentlich noch mehr werden, das hatte ich mir mal vorgenommen aber da es gut passte da zu enden und es sowieso schon viel mehr ist als ich sonst schreibe habe ich aufgehört. Diesen Monat war ich äußerst motiviert, habe viele andere Beris gelesen und hatte super viel Spaß und ich hoffe doch mal das macht sich hier positiv bemerkbar. :D Die Zusammenfassung, die Julia wollte steht am Ende. Aufgabe (Silver Stone waschen) ist erfüllt und Schicksäle (*schluck, schluck, hust* und klein aber fein) sind beide mit drin, die haben mir super gepasst.
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Fynn kam mit heißem Kakao zu mir ins Wohnzimmer und setzte sich. Er reichte mir eine Tasse und das duftete schon so köstlich. Er hatte den Kakao gekocht und nicht in der Mikrowelle erhitzt oder ähnliches, so hatte er das schon immer gemacht und er hatte auch schon immer irgendetwas mit hineingemischt, was sein Rezept perfekt machte. Ich überlegte, was er wohl da reingetan haben könnte... immer hin hatte ich nicht viel im Haus. „Also... was ist passiert?“ fragte Fynn mich jetzt und ich erzählte ihm, was ich heute so erlebt hatte. Ich erzählte ihm, von Takumi Sato, der behauptete mein Onkel zu sein und mich morgen zu sich eingeladen hatte, von Vivi, die mich so erschreckt hatte und auch von meinem Ausflug mit Pharao sowie von der Sache mit Aurelie, von der er ja auch noch nichts wusste. Letzteres war für Fynn weniger interessant, einzig und allein auf diesen Mann ging er ein, verständlich.
„Und du willst da einfach hingehen? Zu einem total Fremden, der mal eben behauptet, dein Onkel zu sein?“ fragte Fynn und runzelte die Stirn. „Na ja... ist schon irgendwie dumm... aber ich will wissen, was er zu sagen hat.“ Fynn schlug sich mit der Hand vor den Kopf. „Dass das dumm und gefährlich ist, ist dir aber nicht eben erst aufgefallen, oder?“ „Nein... Ich habe da vorhin schon drüber nachgedacht. Aber ich will trotzdem da hin gehen… Kommst du mit?“ Er seufzte. „Du lernst auch nie dazu... Aber na gut, ich komme mit. Du wirst dich ja eh nicht davon abbringen lassen hinzugehen, was?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich glaube, dass er nicht lügt.“ Fynn fragte nicht weiter nach Gründen oder sowas, weil ihm klar war, dass es nichts bringen würde. Er nickte nur und trank seinen Kakao. Wir schwiegen eine Weile.

„Was tust du da eigentlich rein?“ fragte ich und unterbrach so die Stille, Fynn lächelte. „Das ist geheim.“ sagte er. „Das hab ich dir schon oft genug gesagt.“ „Ach, jetzt sag es mir bitte!“ rief ich. „Wie soll ich deinen wundervollen Kakao trinken können ohne das Rezept zu kennen, wenn du wieder zu Hause bist?“
Schweigen setzte wieder ein. 'Wenn du wieder zu Hause bist' war das erste Mal jetzt gefallen. Fynn war spontan hergekommen und nun schon so lange hier, dass ich eigentlich nie daran gedacht hatte, dass er nicht hier wohnte und irgendwann ja wieder nach Hause musste. Und eigentlich, wollte ich auch gar nicht daran denken.
Ich war schon einige Zeit hier, hatte auch schon so einige Leute kennengelernt aber noch es war trotzdem schöner und ich fühlte mich wesentlich besser, wenn jemand stark vertrautes, wie Fynn, da war. So langsam bereute ich es auch, nicht einfach in ein Mietshaus gezogen zu sein... Eine WG wäre sicher gut gewesen, auch wenn man dort auch an weniger angenehme Personen geraten kann. „Willst du denn, dass ich wieder nach Hause gehe?“ fragte Fynn irgendwann leise. „Wie kommst du denn darauf?!“ kam darauf von mir. „Ehrlich gesagt kann ich mir auch schwer vorstellen, dass du einfach so wieder nach Hause gehst...“ Ich sah auf den Boden vor mir, meinte aber doch aus dem Augenwinkel erkennen zu können, wie Fynn lächelte. „Ich... könnte mein zu Hause verlegen.“ sagte Fynn. „Verlegen?“ „Nun... von dem Ort, den du jetzt mein zu Hause nennst dahin, wo ich mein zu Hause haben will.“ „Und wo wäre das?“ fragte ich und Fynn lachte laut auf. „Da fragst du noch? … Aber hier... das wäre hier.“ „Kannst du denn einfach so herziehen?“ „Klar. Ich wollte schon lange von meinen Eltern weg und Hofling ist doch schön.“ sagte er, lächelte etwas unsicher und wirkte aber nicht besonders überzeugt davon. „Fynn... zieh aber nur her, wenn du das wirklich willst. Früher wolltest du doch unbedingt in die Großstadt.“ „Ja, aber das hat sich nun eben geändert.“ sagte Fynn und klang so... abschließend, dass ich nichts mehr dazu sagte. Ich wollte ja, dass er herzog, wollte aber auch nicht schuld sein, wenn er unglücklich damit ist. „Ich werde mir bald hier eine Wohnung suchen, ich will so schnell wie möglich umziehen und auch dich nicht mehr belasten. Aber kann ich bis dahin noch hier bleiben?“ „Klar.“ sagte ich und lächelte.

Ein Schweigen setzte wieder ein. Es war spät, ich war müde und hatte morgen viel vor aber dennoch war nicht an schlafen zu denken.
Ich trank meinen Kakao in großen Schlucken, Fynn tat nichts.
„Du...“ fing er an und ich drehte mich, immer noch meinen Kakao schlürfend, zu ihm um. „Ich hab dich lieb.“ Ich lächelte. „Weiß ich doch Fynn, ich dich auch.“ Er seufzte. „Nein, das glaube ich weniger... Zumindest ist es anders. Aber... weißt du, vergiss es wieder. Das passt jetzt nicht, es ist im Moment eh schon einiges los. Und...“ „Was?“ unterbrach ich ihn. „Red nicht weiter drum rum, jetzt hast du angefangen und jetzt sagst du mir was ist.“ Ich trank weiter. „Na... ich mag dich halt mehr... Ich liebe dich...“
Und diese Aussage traf mich dann wie ein Blitz. In dem Moment, in dem Fynn aussprach, was er dachte wurde mir so klar, dass ich da auch allein hätte drauf kommen können. Überraschend kam es trotzdem. Ich verschluckte mich und hustete, konnte aber verhindern den Kakao wieder auszuspucken. Fynn sah mich unsicher an, ich schluckte und stellte die Tasse auf den Tisch. Ich hustete noch kurz und versuchte einfach ein paar Worte zu finden, denn Fynn wartete. Er sah mich an und ich fühlte mich gleich ganz schuldig, obwohl ich noch gar nichts gesagt hatte.
Ich wusste auch nicht was, weil ich mir einfach gar nicht im Klaren darüber war wie... wie ich einfach fühlte. Ich hatte Fynn immer nur als besten Freund gesehen und nie daran gedacht, dass da auch mal mehr sein könnte. Aber trotzdem war er nicht so wie andere 'beste Freunde' die ich mal gehabt hatte. Nicht, weil zu ihm der Kontakt erhalten geblieben war oder, weil ich bei ihm gewohnt hatte und seiner Familie wahrscheinlich mein Leben verdanke, es lang ganz allein an ihm. Aber in wie fern es anders war konnte ich dann auch wieder nicht sagen. Vielleicht bildete ich mir das auch alles nur ein? Vielleicht war er doch nicht anders? Was aber wenn... „Aya...“ hörte ich nun und Fynn sah mich an. „Du sahst so weggetreten aus. Alles okay?“ „Ja... ich hab nur... etwas nachgedacht.“ sagte ich leise. „Mach dir nicht zu viele Gedanken deshalb... Es sind genug Dinge in letzter Zeit passiert, mit denen du noch zu tun hast. Ich werde mir einfach erstmal eine Wohnung suchen und du kümmerst dich um deinen Onkel und das alles. Wenn du dir dann über deine Gefühle im Klaren bist, falls du es denn nicht jetzt schon bist, sagst du mir einfach wie das nun ist, okay?“ schlug er vor, auch wenn ihm das wahrscheinlich nicht gefiel, wenn ich noch ewig nachdachte. „Ich bin mir da noch nicht ganz im Klaren... Aber du hast recht... Ich werde nachdenken und mich um alles kümmern, aber jetzt geht’s erstmal ins Bett! Morgen reden wir dann am besten mit der Maklerin... ähm... falls du denn hier im Haus wohnen möchtest.“ „Würde ich gern.“ sagte Fynn und lächelte. Ich fuhr fort: „Und danach gehe ich zum Hof, zu Shamir. Wenn ich wieder komme fahren wir dann zu Takumi, okay?“ Fynn nickte, wünschte mir eine gute Nacht und ich ging in mein Schlafzimmer. Cosi, der die ganze Zeit über bei uns im Wohnzimmer gesessen hatte, folgte mir.
Er legte sich in sein Körbchen vor meinem Bett und ich streichelte ihn ein bisschen. Dabei dachte ich noch über eben nach. Ob es für Fynn okay war, noch hier zu bleiben oder fühlte er sich unwohl? Hatte er schon lange solche Gefühle? War es wirklich gut, wenn er herziehen würde?
Und noch tausend andere Fragen stellte ich mir und Cosi schlief ein. Ich zog mich schnell um und legte mich dann auch hin.
Fragen schwirrten weiterhin in meinem Kopf herum, aber die Müdigkeit übermannte mich schließlich und ich schlief ein.


Geweckt wurde ich am nächsten Morgen durch Musik, die aus der Küche kam.
Ich stand auf und streckte mich ausgiebig, dann zog ich meinen hellroten Pullover über und ging gemütlich in die Küche.
„Morgen Aya.“ sagte Fynn, der überraschend fröhlich wirkte, so nach gestern... Er bereitete Frühstück vor, den Tisch hatte er schon gedeckt. Noch dampfender Kaffee, Brot und Marmelade standen schon auf dem Tisch und gerade eben kamen noch Milch, Rührei und Obst dazu. Ich setzte mich an den Tisch und Fynn stellte noch Fruchtsaft dazu, dann setze er sich ebenfalls. „Guten Morgen.“ sagte ich nun auch. Er nahm sich Kaffee und Brot, Rührei und Käse und irgendwann nahm auch ich mir etwas zu essen.
Ich aß eine Portion Rührei, auch hier hatte Chefkoch Fynn irgendein spezielles Gewürz drin, was es perfekt machte! Reichlich Speck trug auch dazu bei. Zwar war ich mit dem, was ich kochte immer sehr glücklich aber Fynns Gewürz interessierte mich doch, es machte aus schlichtem Rührei einfach etwas viel, viel besseres. Ich machte den Mund auf um etwas zu sagen, doch schon unterbrach mich Fynn. „Frag gar nicht erst, ich sags dir nicht.“ sagte er und lächelte. Ich lächelte ebenfalls und aß weiter. Wir redeten wieder nicht besonders viel, was aber hauptsächlich daran lag, dass wir aßen. Heute erschien mir das Schweigen daher weniger unangenehm und ich nahm mir vor, dafür zu sorgen, dass es noch weniger unangenehm wird. Das tat ich, indem ich ein Gespräch begann. „Also, was meinst du wie viel darf deine neue Wohnung monatlich kosten? Ich zahle 950T, wenn das okay für dich wäre finden wir vielleicht hier noch was, wenn du denn willst.“ „Klar, ich würde gern hier wohnen. 950T passt mir auch super.“ „Und was ist mit der Lage?“ „Passt mir auch ganz gut. Arbeiten tu ich eh von zu Hause auf und der Kendler ist ja recht nah. Den Bus kann ich ja auch nehmen.“ Ich stellte noch ein paar weitere Fragen, ich wollte nicht, dass Fynn irgendwelche falschen Entscheidungen traf. Aber ihm passte alles und so riefen wir gleich den Makler an, der sogar noch heute bereit war uns eine Wohnung hier im Gebäude zu zeigen. „Okay, und wann treffen wir uns dann?“ fragte ich ihn. „Von mir aus jetzt sofort! Ich bin sowieso gerade auf dem Weg zum Gebäude.“ sagte der Mann, Herr Falk. „Super!“ sagte ich und wir entschieden uns gleich unten an der Tür zu treffen.
Ich hetzte in mein Zimmer, griff ein paar Sachen aus dem Schrank und lief dann ins Badezimmer. Während ich mich fertig machte, räumte Fynn den Tisch ab und gab auch Cosi etwas zu fressen.
Dann gingen wir gemeinsam hinunter. Im Flur traf ich Nele, die mir nur schnell zuwinkte denn sie hatte es wohl eilig und auch ich hatte nicht viel Zeit zum Reden. Vielleicht sollte ich sie mal besuchen, wenn ich mehr Zeit hatte um mich mit ihr zu unterhalten. Und auch Vivi könnte ich mal treffen. Es gab hier so viele nette Menschen, die ich alle noch kennenlernen könnte.

Herr Falk kam genau dann, als auch wir kamen und wir gingen gemeinsam herein.
Die Wohnung lag ein Stockwerk über meiner und war zur Zeit nicht bewohnt und es gab auch keine weiteren Interessenten. Schon vor ein paar Wochen war der Vormieter ausgezogen, möbliert war sie trotzdem, denn die Möbel waren, wie bei mir auch, inklusive. Trotzdem stellte Fynn gleich fest, dass er noch einige Dinge von sich holen müsste, die es hier nicht gab aber das war ja kein Problem. Streichen würden wir auch noch müssen. Wir sahen uns alle Räume an, die von der Verteilung gleich wie meine waren, Fynn überlegte sich aber gleich, dass er sie anders verteilen und nutzen würde. Er plante schon, wo er seinen fetten Arbeitscomputer und seine tausend Monitoren hinstellte und in welche Richtung er nachts mit dem Kopf liegen wollte, für ihn war die kleine, aber feine Wohnung wohl schon so gut wie gekauft.
Aber eben nur 'so gut wie'. Um aus 'so gut wie' ein 'ganz sicher gekauft' zu machen, musste Fynn nur noch ein paar Dinge mit Herr Falk klären, der freundlich alle möglichen Fragen beantwortet hatte und sogar schon alle nötigen Unterlagen dabei hatte. Bevor Fynn aber unterschrieb, rief er seine Mutter an und auch ich sprach kurz mit ihr. Sie fragte, wie es bei mir so lief und ob ich hier denn schon Freunde hätte, wie sich das mit dem Pferd so machte und sagte mir ich solle sie mal besuchen. Ich, oder eher wir, Fynn nun auch, versprachen ihr, das zu tun und sie legte auf.
Fynn hatte sie quasi ihren Segen gegeben herzuziehen und ihm auch versprochen all seinen Kram herzuschicken.
Und damit war die Sache geritzt. Fynn würde von nun an in Hofling wohnen, gleich über mir.

Nach ein paar Gesprächen mit dem Makler in dem noch alle möglichen Dinge geklärt, gelesen und unterzeichnet wurden gingen wir wieder zu mir.
„Tja... dann sind wir wohl bald so was wie Nachbarn. Nennt man das so, wenn ich über dir wohne?“ fragte Fynn. Ich lächelte. „Keine Ahnung, glaube schon. Ach und, könntest du nachher vielleicht Cosi waschen oder zumindest putzen? Also, während ich auf dem Hof bin, ich hab wenig Zeit, wir wollen ja auch noch zu Takumi.“ „Klar, kann ich machen.“ meinte Fynn. „Und zum Dank dafür helfe ich dir bei deiner Wohnung, okay?“ „Ich dachte das machst du sowieso!“ Fynn lachte. „Ja, das hatte ich vor. Aber wenn ich was dafür bekommen kann sag ich auch nicht nein.“ meinte ich grinsend. „Na ja, ist ja okay. Ich mag deinen Hund. Nur seine Attacke am Strand hätte nicht sein müssen.“ Als ich mich daran erinnerte, wie mein nasser Hund sich mit voller Wucht auf Fynn geschmissen hatte, musste ich wieder lachen. Danach hatte Fynn einen Allergieanfall bekommen und war ins Krankenhaus gebracht worden... Da aber das eine mit dem anderen nicht zusammenhing, trübte das mein Vergnügen nicht. Es war lediglich eine unschöne Erinnerung. Aber sonst war der Tag toll gewesen. Es war der Tag, an dem Corsar zu mir gekommen war, wir hatten gelacht und wir hatten Spaß und merkwürdige Dinge von früher getan, im Gras gelegen und geredet und dann... war Fynn plötzlich seltsam. Wir hatten gekämpft, er hatte mich hochgehoben und gedroht mich ins kalte Wasser zu werfen. Ich hatte mich an ihm festgekrallt und plötzlich hatte er entschieden aufzugeben und mich wieder zu unserer Decke getragen und hingesetzt. Dann hatten wir Schokolade gegessen und uns den Sonnenuntergang angesehen. Dann kam der Anfall. Aber... irgendwas war da noch... Fynn wollte etwas sagen, mit „Ich...“ hatte er angefangen doch das Husten hatte ihn unterbrochen. Und das damit zusammenhing, dass er in mich verliebt war? Vielleicht hatter deshalb aufgegeben und wollte das da schon sagen? „Aya?“ fragte Fynn und ich sah ihn an. Er hatte mich irgendwie überrascht. „Du warst wieder etwas in Gedanken versunken... Wirklich alles okay?“ „Hm? Ja. Ich hab nur etwas nachgedacht.“ sagte ich und lächelte, dann sah ich auf die Uhr. Es war schon recht spät und so entschied ich jetzt zum Hof zu gehen. Ich gin nochmal in mein Zimmer und anschließend wieder uns Bad und zog mir schon Reitsachen an, um heute mal mit Shamir auszureiten. Ich wollte ihn außerdem Putzen und mich auch mal ans Springen wagen, da würde ich dann Nina um Hilfe bitten.

Ich zog meinen Mantel über und machte mich so auf den Weg nach draußen.
Es war an sich gar nicht so kalt, aber der eisige Wind sorgte dafür, dass ich zitterte und meine Hände in die Ärmel zog.
An der Bushaltestelle standen heute außer mir noch zwei weitere Mädchen. Eine, mit kurzen blonden Haaren die ich hier noch nicht gesehen hatte und eine, mit roten Haaren. Bei der rothaarigen wusste ich, dass sie im selben Haus wohnte wie ich und, dass sie auch ritt. Sie hieß Cora und Ocean Soul's Ever Dream TS war ihr Pferd. Die Stute war mir bevor Cora kam nie aufgefallen, was eigentlich gar nicht mal so komisch war, da ich meine meiste Zeit ja im Hengststall bei Shamir verbrachte. Aber da war mir was entgangen, denn sie war ein super schönes Pferd!
Ein paar wenige Male hatte ich sie mit Cora gesehen und da hatte sie sich nicht wirklich gut benommen, was wohl sehr anstrengend war, Cora sah jedes Mal total genervt aus. Schön, war sie trotzdem.
Lange warten musste ich nicht auf den Bus. Jemand stieg aus, Nele wie ich feststellte. Ich winkte ihr kurz zu und sie tat das Selbe, dann stieg ich ein.

Im Bus war ich ziemlich überrascht.
Der Bus war nicht leer so wie sonst, dort saßen ziemlich viele Mädchen und wir kamen ja auch noch dazu.
Einige davon hatte ich schon auf dem Hof gesehen, andere waren mir neu.
Ziemlich weit hinten saßen eine junge Frau mit dunkelbraunen bis schwarzen Haaren und neben ihr noch eine weitere, die fast die selbe Haarfarbe hatte, nur ihre Haut war etwas dunkler. Sie sprachen kein Wort, machten lediglich merkwürdige Gesten was ich im ersten Moment als eine Art Geheimsprache unter Freundinnen oder so etwas deutete, wie ich aber später, nach einigen Überlegungen und kräftigem Nachdenken, feststellte, war es Gebärdensprache. Meine Schüchternheit verbat mir, einfach zu fragen.
Das erste interessante Menschenpaar.
Etwas weiter mittig saßen zwei Mädchen, bei denen ich genauer hinsehen musste, denn sie sahen sich unglaublich ähnlich. Sie hatten beide etwa schulterlange, hellbräunliche Haare und strahlend blaue Augen. Als sie meinen merkwürdigen Blick bemerkten, lächelten die beiden mich an und wirkten so super sympathisch, dass ich mir vornahm sie mal anzusprechen... Irgendwann... Vielleicht...
Das zweite interessante Menschenpaar.
Fast ganz vorn saßen eine blonde junge Frau und ein um einiges jüngeres Mädchen mit dunkleren, langen Haaren. Sie war interessant gekleidet und die beiden unterhielten sich angeregt über irgendetwas, was ich nicht ganz klar entnehmen konnte. Auch die beiden hatte ich noch nie gesehen, kamen mir aber doch irgendwie bekannt vor.
Das dritte Interessante Menschenpaar.
In der letzten Reihe am Fenster saß eine junge Asiatin, deren Kleidung für mich eher selten gesehene Farben hatte. Anthrazit und Bordeaux bestimmten ihren Look.
Irgendwo dazwischen entdeckte ich schließlich Vivi die mir zulächelte und leicht winkte, also setzte ich mich zu ihr. „Hey.“ begrüßte ich sie fröhlich und sie mich auch. Ich sah auf ihre Füße und lachte. „Heute hast du ja Schuhe an.“ „Ja.“ sagte sie. „Damit ich dich nicht wieder so erschrecke.“ sagte Vivi und lachte ebenfalls kurz. Den Rest der Fahrt unterhielten wir uns dann über dieses und jenes und diese riesige Gruppe Mädchen stand komplett am Hof aus und der Bus war leer.
Alle liefen auf den Hof und ich fand das ziemlich aufregend und nahm mir vor, alle irgendwann mal kennenzulernen und mir hier Freunde zu machen.

Ich wollte gerade zum Hengststall um zu sehen ob Shamir dort ist, als Nina vorbei kam und mich aufhielt. „Hey Aya, hast du kurz Zeit?“ fragte sie mich. „Klar.“ kam von mir und sie ging mit mir in ihr Büro. „Du hattest mir doch gesagt, dass du gern noch ein zweites Pferd kaufen würdest und mich um Hilfe bei der Wahl gebeten und ich habe eine Stute für dich gefunden.“ Jetzt erinnerte ich mich erst wieder daran. Vor ein paar Tagen hatte ich Nina danach gefragt und sie hatte versprochen, sich mal umzusehen. „Nordwind ist ihr Name.“ Dann zeigte sie mir Bilder, zeigte mir Videos und erzählte mir so einiges über Ausbildung und Charakter der Stute.
Schon die Bilder überzeugten mich, denn ich fand die Stute wunderschön. Aber auch ihr Charakter klang angenehm und so entschied ich, sie mir später mal anzusehen. Nina beendete ihren Bericht, mit dem Preis. „8000T plus das, was zu für die Ausrüstung zahlst würde sie dich kosten.“ „Oh, das passt gut.“ sagte ich und Nina nickte. „Ja, das dachte ich dachte mir, dass du das Geld ganz gut zusammen bekommst oder auch schon hast. Du hast ja jetzt deinen Nebenjob als Hundesitter und dann verkaufst du ja auch noch Shamir und...“ Nina redete weiter. Ich sah sie verwundert an. „Hast du gesagt, ich verkaufe Shamir..?“ fragte ich mit unsicherer Stimme und fühlte mich allein schon bei dem Gedanken daran furchtbar.
El Shamir war mein erstes Pferd und mein absolutes Traumpferd. Anfängliche Zweifel hatten sich sofort gelegt, als ich ihn gesehen hatte denn er wahr so unglaublich lieb und wunderschön.
„Darf ich keine 2 Pferde haben..?“ Auch Nina sah nun verwundert aus. „Doch, klar. Das hast du dir nun schon erarbeitet, aber heute kam so ein Mädchen vorbei und meinte, du würdest Shamir an sie verkaufen.“ „Ein Mädchen?“ fragte ich und runzelte die Stirn. „Eine blonde, zierliche Französin?“ „Ja! Genau so eine!“ sagte Nina erleichtert. „Kennst du sie also doch?“ „Ja... ja die habe ich schon kennengelernt.“ sagte ich wütend. „Aber ich verkaufe Shamir nicht. Das habe ich ihr gesagt, sie wird ihn nicht bekommen.“ Ich stand auf, wollte schon zum Stall laufen aber Nina hielt mich etwas zurück. Sie sah auch etwas entsetzt aus, hatte wohl auch wie ich im ersten Moment nicht erwartet, dass Aurelie Leclerc alles andere als ein einfaches nettes Mädchen war. „Ganz ruhig, Shamir ist noch da. Ich habe ihr auch noch nichts unterschrieben oder versprochen, ich wollte das erst mit dir absprechen. War wohl ganz gut so, ich wäre nie darauf gekommen, dass sie lügt... Sie hat doch so nett gelächelt... Tut mir leid Ayaka.“ „Ist nicht so schlimm... Ist sie gerade hier?“ Nina zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, sie wollte aber nochmal wieder kommen um sich Shamir anzusehen und alles andere mit mir zu klären.“ „Sag ihr dann bitte, dass das nichts wird. Ich gehe dann erstmal zu Shamir.“ Nina nickte und ich verließ ihr Büro.

Ich rannte zum Stall und BUM! Voll in jemanden rein.
Ich stand auf und half dem Mädchen, dass ich umgeworfen hatte hoch. „Entschuldigung.“ sagte ich. „Ich habe es etwas eilig, ich bin Ayaka.“ „Hey... Kein Problem, ich bin Lilly.“ sagte sie und klopfte ihre Kleidung ab. „Alles okay, oder hast du dir was getan?“ fragte ich besorgt, aber sie versicherte mir, dass alles okay war und so lief ich, noch besorgter, zu meinem Shamir in den Stall.
Er stand friedlich in seiner Box, so wie immer und ich viel ihm sofort um den Hals und begann ihn zu streicheln und war einfach verdammt froh, dass er da war. „War dieses Mädchen wieder bei dir?“ fragte ich ihn und er schnaubte. „Sie hat nochmal versucht dich zu kaufen... Zum Glück hab ich da auch noch mit zu reden, du bleibst bei mir! Weder sie noch sonst jemand wird dich je bekommen, du bist und bleibst ganz allein mein Pferd.“ Während ich Shamir immer wieder sagte, dass er mein Pferd ist und mich über Aurelie aufregte kam Vivi in den Stall und holte Orlik aus seiner Box. „Hey Aya.“ sagte sie freundlich und auch Orlik machte ein begrüßendes Geräusch. „Alles okay bei dir? Du redest so aufgeregt mit Shamir.“ Ich erzählte ihr also die ganz Geschichte von Aurelie und auch Vivi war entsetzt über die Dreistigkeit dieses Mädchens, musste allerdings gehen und so blieb ich mit Shamir allein.
Wir, oder eher ich, Shamir sprach ja nicht, unterhielten uns noch lange Zeit, bis sich meine Aufregung gelegt hatte.

Ich führte Shamir zum Waschplatz, den Lilly mit einer hübschen Stute am Strick gerade verließ. Sie stellte mir das Pferd als Marry Me, ihr Pferd vor und sagte, dass sie bald ausreiten wollte. „Oh! Super. Wollen wir dann zusammen ausreiten? Ich muss Shamir auch nur noch waschen und dann will ich etwas reiten um mich etwas zu entspannen und ihn auch ein bisschen rennen lassen.“ „Ja, das wäre echt schön!“ sagte Lilly und wir verabredeten uns eine Zeit.
Ich band Shamir am Waschplatz an und streichelt ihm sanft über den Hals. „Dann waschen wir dich mal mein Schöner.“ sagte ich und spitzte ihn erstmal mit schön lauwarmen Wasser ab. Ich trocknete ihn und begann mit verschiedenen Bürsten sein Fell zu putzen. Mit Kardätsche und Striegel brachte ich ihn zum Strahlen und entwirrte mit der Wurzelbürste seine Mähne und seinen Schweif. Das war etwas komplizierter, weil ich seine Pflege da ein bisschen hatte schleifen lassen aber nachdem ich groben Dreck und Wirrungen entfernt hatte ging auch das ganz einfach. Shamir stand da und sah als sauberes Strahlepferd noch um einiges stolzer aus. Auch seine Haltung beeindruckte mich, obwohl ich früher gar nicht so sehr darauf geachtet hatte. Ich grinste. „Ja, du siehst super aus.“ sagte ich und Shamir machte eine nickende Bewegung mit dem Kopf.
Um ihn heute etwas zu verwöhnen ging ich noch eine ganze Runde mit dem Massagehandschuh aus meinem Putzkoffer über seinen Körper und als ich dann alles wieder in den Koffer war und ihn schoss betrachtete ich zufrieden mein 'Werk' und auch Shamir sah glücklich aus. „Ich würd ihm noch die Hufe kratzen, sonst tritt er sich noch Steinchen ein.“ hörte ich von irgendwo eine Stimme, als ich Shamir gerade losbinden und gehen wollte. Ich drehte mich um und etwas weiter hinter mir stand ein junger Mann. Er war verdammt groß und ich musste hoch sehen um ihm ins Gesicht sehen zu können, seine Haare waren braun und seine Augen tiefblau. Gesehen hatte ich ihn noch nie. Er hatte eine beeindruckende Wirkung auf mich und eine faszinierende Stimme. „Ich bin übrigens Ronnie.“ [Ist jetzt kein Neuer, es ist der Gleiche, der in Lillys Beri vorkommt.] sagte er. „Ich bin Ayaka. Und danke für den Tipp, das hätte ich jetzt fast vergessen.“ Ich band Shamir wieder richtig fest und er ließ sich brav alle Hufe auskratzen und schließlich auch einfetten, denn sie waren hin und wieder rissig und ich wollte ein Abbröckeln vermeiden. Ronnie sah mir zu.

Ich war grade mit Shamir fertig, als Lilly nochmal vorbei kam, denn sie hatte wohl irgendeine Bürste hier vergessen. Sie sah ganz fröhlich aus, freute sich wohl schon auf den Ausritt aber als sie Ronnie sah veränderte sich ihr Ausdruck. Sie sah leicht böse aus. „Können wir dann auch bald?“ fragte sie mich und ich nickte. Dann band ich Shamir los und ging in den Stall, Lilly kam mit mir.
Sie half mir ein wenig beim Satteln, was mir nicht ganz gelang auch wenn ich das mit Nina geübt hatte.
Dann gingen wir zu Marry, die sie an einem Anbindeplatz angebunden hatte. Lilly half mir erst, auf Shamir aufzusteigen, dann gurtete sie bei Marry nach und stieg ebenfalls auf, sie schaffte das allersdings allein und saß auch wesentlich sicherer im Sattel als ich.
„Hast du schon viel Reiterfahrung?“ fragte ich sie, als wir los ritten. Wir nahmen den Weg nach Norden, der zum Dorf führte. Die Fotos die Nina mir von dem Weg mal gezeigt hatte wurden im Winter aufgenommen und letztes Mal als ich hier war sah noch alles nach Sommer aus, jetzt allerdings war es richtig traumhaft herbstlich. Die Blätter der Bäume waren rot und gelb und orange und auf dem Boden lag so einiges an Laub. Die Sonne schien heute auch so schön, dass alles gleich noch besser wirkte. Auch, wenn die letzten Tage und heute ziemlich anstrengend waren, wegen all den Dingen die passieren war dieser Ausritt unglaublich entspannend.
„Na ja, schon etwas. Ich bin früher auch schon immer geritten, ich hatte auch mal ein kleines Pony. Und du?“ „Ich habe erst mit Shamir angefangen zu reiten. Er ist mein erstes Pferd und ich bin echt froh, dass ich so ein liebes Pferd wie ihn gefunden habe.“ sagte ich und streichelte ihm über den Hals. Lilly lachte. „Ja, dein Shamir ist schon ein Lieber.“ „Marry Me ist aber auch ein tolles Pferd, sie ist echt super schön.“ Lilly streichelte nun auch ihr Pferd. „Ja, das ist sie.“ meinte sie lächelnd. „Jung und schön.“ Dann redeten wir eine Weile nicht mehr und genossen nur das schöne Gefühl des Ausritts, bis mir wieder einfiel, was ich Lilly noch fragen wollte. „Ach... was war das eigentlich vorhin mit Ronnie? Du sahst plötzlich so böse aus.“ fragte ich. Lillys Miene wurde wieder etwas böser und auch ihrer Stimme hörte man das an. „Er ist ein Idiot. Als ich letztens mit Cosmos durch den Pacours geritten und gesprungen bin hat er keine Rücksicht darauf genommen und total Lärm gemacht, Cosmos hat sich so erschreckt und wir hätten uns ernsthaft verletzen können.“ „Ach so...“ sagte ich. „Aber auf mich wirkte er eigentlich ganz nett, na ja vielleicht hab ich mich ja getäuscht. Aber da fällt mir ein: Würdest du mir vielleicht nachher helfen? Shamir ist ja auch ein Springpferd und ich hätte schon Lust auch mal mit ihm zu springen aber ganz allein traue ich mich dann doch nicht.“ „Klar.“ sagte Lilly freundlich. „Da helfe ich dir gern. Und ich denke Shamir würde sich auch mal wirklich freuen, zu springen. Meinst du denn du fühlst dich schon genug verbunden mit ihm und da ist genug Vertrauen?“ Da musste ich überlegen. War ich wirklich so eng verbunden mit Shamir, dass wir es schaffen konnten gemeinsam abzuheben? Und was war mit meiner Angst davor? Würde ich Shamir das spüren lassen, würde sicher alles schief gehen... Außerdem hatte ich das ja auch noch nie gemacht. „Hm... ich weiß nicht... etwas unsicher bin ich schon.“ „Na ja... Unsicherheit ist das nicht so gut. Shamir merkt das ja und es wäre schon besser, wenn du ihm wirklich voll und ganz vertrauen könntest. Überlegs dir am Besten bis morgen nochmal und dann machen wir das, okay?“ „Okay.“ sagte ich. „Danke schonmal.“
Dann ritten wir weiter, unterhielten uns über Pferde und wie man Vertrauen zu ihnen aufbauen/verstärken könnte, übers Springen und vieles anderes. Wir lachten häufig und ich verstand mich mit Lilly echt gut. Als wir bis zum Dorf geritten waren, entschieden wir den selben Weg wieder zurück zureiten und drehten um.

Am Hof angekommen stieg ich von Shamir ab und Lilly von ihrer Marry Me. Unsere Wege trennten sich gleich, denn Lilly ging zum Stutenstall und ich logischerweise zum Hengststall in dem mich schon eine Überraschung erwartete...
Aurelie stand an Shamirs Box und sah mich empört an. „Du hast mein Pferd entführt!“ rief sie und versuchte mir den Strick an dem ich mein Pferd führte aus der Hand zu ziehen.
Ich schubste sie leicht weg. „Das ist mein Pferd. Es wird meines bleiben und ich habe es nicht entführt. Geh weg.“ meinte ich, denn ich wollte mich wirklich nicht auf einen Streit einlassen. Hätte sie sich Shamir angesehen, hätte auch sie bemerkt, dass selbst er nicht wirklich von ihr angetan war. Er sah sie böse an, zumindest deutete ich das als bösen Pferdeblick, und weigerte sich, näher an sie heran zu gehen. Er sollte aber in seine Box... Er wollte nicht, ich wollte ihn nicht bei ihr lassen. Aurelie redete und redete und redete, ich hingegen drehte mich um, schnappte meinen Hufkratzer aus meinem Putzkoffer und verließ den Stall.

Nachdem ich Shamir auf dem Putzplatz die Hufe ausgekratzt hatte brachte ich ihn auf die Weide. Er preschte sofort los zu seinem Freund Cosmos und ich musste lachen.
Eine Weile sah ich den grasenden, schlafenden oder rennenden Pferden zu, dann ging ich nochmal zu Putzplatz, weil ich meinen Hufkratzer dort hatte liegen lassen.
Dort begegnete mir Lessa, die Silver Stone bei sich hatte und der ein Batzen Heu in den Haaren hing. „Was ist denn mit dir passiert?“ fragte ich und sie deutete lächelnd auf Silver. „Der Spaßvogel hier hat mich mit Heu beschmissen und es blieb mir in den Haaren hängen. Nachdem er mich dreckig gemacht hatte fing er dann an, sich in seinem eigenen Mist zu wälzen und jetzt muss ich ihn sauber machen, obwohl ich ehrlich eher erstmal mich sauber machen würde.“ „Ach, dann geh dich ruhig waschen.“ meinte ich lachend. „Ich kümmere mich um diesen Schmutzfink hier.“ Lessa lächelte dankbar, verabschiedete sich und ging. Ich lächelte auch, denn mein Plan mir Freunde zu machen lief bis jetzt super. Dann drehte ich mich zu Silver um. „Soso... in deinem eigenen Mist also?“ Eine Frage, die eigentlich überflüssig war denn man sah es ihm ja so schon an. Ich spritzte ihn also erst mal mit Wasser ab um das Gröbste wegzuwaschen. Nachdem ich ihn etwas getrocknet hatte, brüstete ich ihn komplett mit der Kardätsche ab und bekam so noch einiges an Staub aus seinem Fell heraus und sorgte für Glanz. Aus seiner Mähne las ich großen Dreck mit der Hand heraus und entwirrte sie mit der Wurzelbürste. Auch hier sorgte ich für Glanz und zwar mit einem Kamm. Seine Hufe kratzte ich gründlichst aus und fettete diese ein, sodass er auch da leicht glänzte. Und nach einer kleinen Weile war aus dem Schmutzfink ein Strahlemann geworden, der wieder richtig super aussah. „Jetzt siehst du wieder richtig schön aus.“ sagte ich ihm und er wirkte auch ganz glücklich darüber. Mit Mist überzogen zu sein ist auch sicherlich nicht schön. „Und mach das am besten nicht nochmal heute! Sonst muss du durch die ganze Tortur nochmal durch und du willst doch lieber auf der Weide rumlaufen, nicht?“ Er nickte und ich streichelte ihn. „Schön! Dann bringen wir dich da mal jetzt hin.“ Nachdem ich Silver Stone auf die Weide gebracht hatte sah ich noch ganz kurz nach Shamir, der friedlich graste und es gab keine Spur von Aurelie.
Bevor ich den Hof verließ betrat ich aber noch den Stutenstall um mich mal nach Nordwind umzusehen. Im Stall traf ich auf Julia, die bei Heart Shaped Glasses, ihrer wunderschönen Hannoveranerstute, stand. „Oh, hallo Ayaka.“ sagte sie, als ich auf sie zu kam. „Kann ich dir helfen?“ „Hey Julia. Ja, ich denke, das kannst du. Zeigst du mir bitte Nordwinds Box? Also, wenn sie denn hier ist.“ „Ah.. Nordwind. Nina hat dir von ihr erzählt, nicht?“ Ich nickte. „Na dann lass uns mal sehen.“ sagte Julia und wir gingen gemeinsam durch den Stall. Sie zeigte mit Nordwind, die ich ja schon auf Fotos gesehen hatte und erzählte mir noch so einiges über sie. Über ihr Verhalten und wie sie sich unterm Sattel machte, wie sie mit anderen Pferden so klarkam und was ich beachten müsste, wenn ich sie kaufen würde. Dann musste sie zurück zu ihrer Stute, die schon darauf wartete endlich hinauszukommen und ich machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle.

Der Bus war total verändert.
Den vielen, vielen Mädchen war ein absolut leerer Bus gewichen und so setzte ich mich allein ans Fenster und ließ die Landschaft an mir vorbei rauschen. Ich dachte über das nach, was nun kommen würde: Der Besuch bei Takumi.
Ich war immer noch überrascht, dass jetzt nach so einigen Jahren jemand vorbeikam und etwas von meinem Vater zu berichten hatte. Ich war gespannt darauf, was er zu sagen hatte, was er mir über Papa erzählen könnte und ob er mir wohl auch was von meiner Mutter erzählen konnte, zu der der Kontakt auch Abgebrochen war. Aber... wollte ich wirklich was von ihnen hören? Von meinem Vater, der mich im Stich gelassen hatte und meiner Mutter, der dieser Mann wichtiger war als ich? Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich treffen würde. Wäre es normal sie zu treffen und alles ist vergeben und vergessen? Oder würde ich wütend sein? Wie würden sie reagieren? Würden sie sich entschuldigen?
Es gab so verdammt viele Fragen, die in einer einzigen Busfahrt niemals alle beantwortet werden konnten. Denn Schwupp di Wupp war ich auch schon daheim.

Ich betrat meine Wohnung und ein blendend sauberes Hündchen kam auf mich zugelaufen. „Na Cosi? Hat Fynn dich gewaschen?“ fragte ich ihn fröhlich und streichelte ihn. „Ja das hat er.“ sagte Fynn, der aus dem Wohnzimmer kam. „Und er hat nun ein T-Shirt voller Hundehaare. Zum Glück konnte er das fürchterliche Ding aus dem Krankenhaus opfern.“ „Ihm müsste eigentlich klar sein, dass man mit Geschenken nicht so umgeht!“ „Das weiß er schon. Aber er hat das ganz gekonnt ignoriert.“ „Er wird jetzt hoffentlich aufhören so zu reden und mich zu meinem Onkel fahren, oder?“ Fynn grinste und nickte. „Ja, das wird er.“
Er nahm seine Autoschlüssel und ich meine Haustürschlüssel und Cosi an die Leine, dann verließen wir das Haus.
Wir stiegen draußen in Fynns schwarzes BMW 3er Cabrio, das momentan ein geschlossenes Dach hatte. Sein Wagen glänzte in der Herbstsonne und ich war mal wieder beeindruckt davon, was er sich als Programmierer alles so leisten konnte. Er drückte einen Knopf und das Dach verschwand. „Okay so, oder ist dir dann zu kalt?“ fragte er. „Nein, ist super so! Da kann man das tolle Herbstwetter selbst beim Autofahren genießen. Aber so ein Teil werd ich mir niemals leisten können.“ „Tss... und früher hast du meinen Beruf noch in Frage gestellt.“ sagte Fynn lachend und fuhr los. Ich genoss es einfach in einem verdammt geilen Wagen durch Hofling zu fahren und mir den Wind ins Gesicht pusten zu lassen, Cosi saß brav im Auto. Fynn hatte eine CD eingelegt und „Radio“ von den Wise Guys [https://www.youtube.com/watch?v=4f7TFi4f1q8] lief, was irgendwie zur Situation passte auch, wenn es nicht mehr Sommer war und auch keinen Sommerregen gab. Einen Moment lang überlegte ich, wie es wohl wäre wenn wir nicht zu Takumi fahren würden... Wenn wir einfach weiter fahren würden und gehen würden. Es war ja nicht so, dass es in Hofling schlecht war oder sowas. Ganz und gar nicht! Es war großartig und ich wollte dort nicht weg, aber aufregend war die Vorstellung trotzdem und ich musste lächeln. Das tat ich oft an diesem Tag, obwohl es eigentlich viel Stress gab und viele aufregende Dinge hatte ich heute so viel gelacht, gegrinst und gelächelt wie schon lange nicht mehr.
___________

Zusammenfassung:
Fynn hat Aya gesagt, dass er sie liebt sie hat aber noch nichts darauf erwidert. Fynn entschied, nach Hofling zu ziehen und fand gleich am nächsten Tag eine Wohnung. Am Hof traf Aya noch einmal auf Aurelie, die Nina erzählt hatte, dass Aya El Shamir verkaufen will, das konnte dann aber noch abgewendet werden. Aya hat Nina nach einer Stute gefragt und Nordwind empfohlen bekommen.
Und nun sind Aya und Fynn in Fynns geilem Cabrio auf dem Weg zu Takumi Sato. :D

#2 RE: Bericht 7. - So glücklich wie schon lange nicht mehr von Lucy 25.10.2012 22:21

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Dein Bericht ist sehr schön geschrieben. Es gibt immer wieder schöne oder auch lustige Stellen. Bei der Stelle im Büro bei Nina als du raus rennst, musste ich lachen. Und die im Bus, also du die Leute musterte fand ich auf sehr gut. Aber schade finde ich, das du keinem einzigen Menschen - alles Middis so wie ich das interpretiere - später auf dem Hof wieder begegnest bist... Aber gut - deine Verlauf der Gesichte ist auch sehr spannend und ich wüste nicht gerade wo ich das einbauen würde. Aber als ich das las, dachte ich, das die nochmals kommen. ;)

Zu deiner Bewertung:
Ausführlichkeit: 41/50
Personen: 21/30 (Fynn, Französin Aurelie, Nina, Julia, Lily, Ronnie, Nele,...)
Schicksal des aktuellen Monats: 20/20
Aufgabe des aktuellen Monats: 10/10
Handlung: 43/50

Gesamt: 135/160 -> Level 11 und 12
Du gewinnst einen Gratis-Urlaub
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