#1 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Catrice 01.01.2013 23:31

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Langsam öffnete ich die Augen. Ein Schmerz durchzog meinen Kopf.
Ich stöhnte vor Schmerzen. Mein Kopf, er fühlte sich an als würde er gleich explodieren.
Was war nur geschehen diese Nacht?
Das Licht, dass durch die Rollladen schien brannte ungemein in meinen Augen, sodass ich sie fast sofort nach dem ersten öffnen wieder schloss.
Immer wieder durchzog mich dieser Schmerz. Er war unerträglich. Als ob dir jemand Stück für Stück deinen Kopf auseinander nimmt.
Durch mehrfaches Blinzeln versuchte ich meine Augen an die Helligkeit zu gewöhnen.
Falsch gedacht. Das ganze machte die Sache nur noch schlimmer. Jetzt sah ich vor mir helle Punkte herumschwirren.
Langsam richtete ich meinen Oberkörper auf, wobei mir leicht schummrig wurde. Ich hasste dieses Gefühl. Kurz darauf hatte ich mich so aufgerichtet das mein Oberkörper in der Senkrechten war und an meiner Wand lehnte.
Ich rieb mir noch einmal kurz die Augen, drehte meine Beine aus dem Bett.
'Riiiing, riiiing, riiing'
„Super mein Handy.“, ich klang total heiser und verschlafen.
Ich tastete auf meinem Nachttisch nach meinem Handy, fand es aber nicht. Nach einer Zeit bemerkte ich, dass es in meiner Hosentasche steckte. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich noch in meinen Anziehsachen und nicht wie sonst im Schlafanzug stecke.
Hecktisch fummelte ich das Handy aus der engen Tasche, lies dabei mein teures Handy fast auf den Boden fallen. Auf dem Display stand irgendwas von „Baby <3“.
Dabei hatte ich keinen Freund. Ich und Freund – das passt nicht!
Sofort fing ich an zu zittern und zu schwitzen. Jungs machten mich wahnsinnig, Ich hatte manchmal sogar Angst vor ihnen.
Ich drückte auf den grünen Knopf, hielt mir das Handy an mein Ohr und hoffte, dass es kein Junge war. Doch dieser Gedanke war unsinnig. Ich würde nie jemanden unter „Baby <3“ einspeichern. Nie! Meine beste Freundin Lea, die hatte ich bloß unter „Beste :*“ eingespeichert. Mehr aber auch nicht.
„Endlich! Verdammt ich hab dich schon 3 mal angerufen! Was ist denn los, Baby? Du wolltest mich angerufen haben.“ Mist! Es war eine Männer Stimme. Meine Hände wurden immer schwitziger und ich immer nervöser.
„W... Wee... Weeer bist du?“ sprach ich mit leiser, zittriger Stimme. Mir wurde schummrig. So schummrig war mir noch nie. Wie konnte es sein, dass mich ein Mann anruft, mich Baby nennt und ich ihn anrufen wollte? Das war nicht ich! Ich tue so etwas nicht!
Ob das im Zusammenhang damit steht, dass ich „normale“ Anziehsachen anhabe und einen Kater?
„Weißt du nicht mehr? Gestern Abend? Du und ich?“ ich wusste nicht wer er ist, was gestern war, dennoch klang er leicht traurig. Warum auch immer.
„Sag mir wer du bist!“ ich wollte jetzt endlich wissen, wer er war. Ich konnte nicht mit jemandem reden, den ich nicht kannte. Vor allem nicht mit einem Mann!!
„Ich bin Josh, Joshua Wimmer! Der Barkeeper aus der Disko! Kannst du dich nicht erinnern?“
„Fuck.!“ jetzt war es mir klar. Ich war gestern in der Disko. Wieso? Ich gehe nie in Diskos. Den Kater habe ich wohl, weil ich Alkohol getrunken habe. Wieso? Weiß ich nicht. Und meine Anziehsachen habe ich wohl noch an, weil ich einfach in mein Bett wollte, wer weiß wann ich zuhause war.
„Hey, was ist los?“, Joshs Stimme klang nicht gerade erfreut. Im Gegenteil. Eher, naja wie soll man sagen, besorgt, enttäuscht.
„Was ist gestern passiert? Beschreibe es mir – genau!“ befiel ich ihm nach kurzer Gedenkzeit.
„Ich hab gearbeitet. Du kamst in die Disko, nüchtern. Hast dir dann ein paar Getränke bestellt. Dann warst du nach einer gewissen Zeit dicht und hast mich angemacht. Ich fands toll, bist n' tolles Mädel! Doch dann hast du nur noch irgendwas schwachsinniges gelabert. Ich hab dann weiter meinen Job gemacht. Als ich dann Frei hatte, ja da warst du immer noch da. Saßt allein an der Bar, hast noch ein Bier getrunken. Ich hab dich dann nach Hause gebracht. Dann hast du mir deine Nummer gegeben, ich dir meine. Wir haben uns verabschiedet. Das war alles. Du wolltest mich anrufen, hast es nicht getan. Deshalb habe ich angerufen.“ Während er das sagte ging mir so viel durch den Kopf. Wieso? Wieso habe ich mich besoffen, wieso habe ich jemanden angemacht, ihm meine Nummer gegeben und, am schlimmsten, ihm gezeigt wo ich wohne? Das bin nicht ich. So etwas habe ich noch nie in meinem 19 jährigem Leben getan – nie! Ich erkannte mich nicht mehr wieder. Mir wäre so was nie in den Sinn gekommen. Alkohol – bis vor 2 Jahren wusste ich nicht einmal wie Bier schmeckt! Was habe ich bloß getan...
„Ich muss auflegen! Melde mich vielleicht später noch einmal. Tschüss.“ ich drückte so schnell es ging auf den roten Knopf zum auflegen, schmiss mein Handy in mein Kopfkissen und starte auf den Boden.
„Was hab ich getan? SAG MIR – was hab ich getan....“ meine Stimme war laut, sehr laut. Ich war verzweifelt. So etwas habe ich nicht gewollt. Wie soll es weiter gehen. Hat er sich in mich verliebt? Oder habe ich ihn gestern vielleicht sogar geküsst? Das würde ich mir nie verzeihen!
„Fuck! Fuck! Fuck!“ sprudelte es aus mir heraus. Ich war wütend, nicht auf Josh, nein im Gegenteil – ich war sauer auf mich. Ich verspürte einen leichten Hass auf mich selber. Wie konnte ich nur? Was ist in mich gefahren? Ich hätte am liebsten die ganze Wohnung auseinander genommen.
Stillsitzen war jetzt unmöglich. Mit schnellem Schritte ging ich durch die Wohnung. Sinnlos, aber hilfreich. Irgendwo musste ich meine Wut auf mich selber loswerden. Mich selber verletzten kam gar nicht in Frage. So durchgeknallt war ich nun auch wieder nicht!

Nach unzähligen Schritten die ich gelaufen bin, hatte ich mich endlich wieder ein bisschen beruhigt, war aber nun total aufgelöst. Mit einem lautem „plums“ lies ich mich auf meiner Couch nieder, schnappte mir die Decke, die in der Ecke lag und kuschelte mich in sie ein, wie ein kleines Baby.

Ich weiß nicht wie lange ich schon so da lag, aber es war lange – verdammt lange.
Mit komplett verheulten Augen wurschtelte ich mich aus der Decke, stand auf und wanderte wieder in mein Schlafzimmer.

Hier ist der Ort, wo ich mich am Wohlsten fühle. Meine „Heimat“. Wie der Bauch meiner Mutter.
Aus meinem Regal schnappte ich mir eines meiner Lieblingslieder von Michael Jackson, legte es in meinen CD-Spieler ein und drückte die Playtaste. Während der verstorbene Sänger anfing zu singen kuschelte ich mich in die nächste Decke ein.
„Hold me like the river Jordan and I will then say to thee, you are my friend.
carry me like you are my brother, love me like a mother. Will you be there ?“
Diese Worte ertönen direkt am Anfang des Liedes. Und genau diese sind es, die mir Mut, Liebe, Hoffnung geben. Wieso – weiß ich nicht.
Da lag ich nun wieder. Wie ein kleines Baby in meine Decke ein gemurmelt, heulte vor mich hin und war allein.

Heute war der 25. Dezember. Gestern, da war ich alleine. Saß auf meiner Couch, habe kurz mit Lea telefoniert und Geschenke, die ich mir selbst gekauft hatte, ausgepackt.
Ich war so einfallsreich und habe mir bloß ein Armband, welches aber wunderschön war, und 2 neue Bücher gekauft. Lea hatte mir gesagt, sie hätte etwas für mich losgeschickt. Ich war gespannt wann es ankommen würde.
Heute wollte mich dann unbedingt meine Familie sehen. Na super! Da hatte ich so gar keine Lust drauf – vor allem nicht, nachdem was gestern passiert war.

Nach ungefähr 2 Stunden, die ich durch geweint hatte, konnte ich mich endlich aufraffen und in die Küche wandern. In der Küche angekommen, wischte ich mir noch einmal die restlichen Tränen aus meinem Gesicht. Meine Augen brannten wie verrückt. Ich hatte geweint, so stark, wie ich es noch nie getan habe – und ich hatte viel geweint!

Aus einem meiner Schränke hatte ich mir eine Tasse gekramt, Milch ein geschüttet und 4 Teelöffel Kakaopulver hinein getan. Mit einem Löffel rührte ich das ganze um, spazierte in mein Wohnzimmer und setzte mich an den Esstisch.
Genüsslich schlürfte ich meinen Kakao aus.
Es war so still. Ich genoss diese Stille, endlich Zeit für mich – endlich!

Mit einem kleinem Stöhnen stand ich wieder auf, stellte die Tasse in die Spüle und ging ins Badezimmer, um mich für den Stall umzuziehen.

Kurze Zeit darauf, hatte ich mir meine kurzen Haare gebürstet, mich gewachsen und umgezogen.
Schnell noch ein paar Sachen in eine Tasche gestopft, in meine Schuhe geschlüpft, meine Jacke übergeworfen und aus der Wohnung raus.

Der kalte Wind peitschte mir in mein Gesicht, welches sich dank kaltem Wasser und Gesichtscreme wieder normal anfühlte. Schmerz. Das war das, was ich momentan fühlte. Nichts außer Schmerz, Einsamkeit und Verzweiflung.

„Catrice! Gut das ich dich erwische! Wart mal kurz.“ hörte ich eine weibliche hinter mir schreien. Ich drehte mich um, es war Julia.
„Mhh?“ war das einzige, was ich gerade aus meinem Mund bekam.
„Könntest du mir vielleicht einen Gefallen tun?“ Julia klang leicht gestresst, irgendwie tat sie mir leid.
„Worum geht’s?“
„Könntest du eventuell die Hofeinfahrt einmal von dem bisschen Schnee befreien? Ich hab grade voll den Stress und manche haben sich schon beschwert, dass ihre Pferde ausrutschen. Ich wäre dir sooo dankbar!“
„Ok, kein Problem.“

Also hatte ich mir einen Besen geschnappt, den ganzen Mist zusammen gefegt und mich auf den Weg zu meinem kleinem „Unfall“ gemacht. Lady Caramell war nicht gewollt. Leider hatte Sota Sue gedeckt. Naja – zum Glück! Cara ist ein wunderschönes Stütchen. Aus ihr wird sicher einmal eine super Stute!

*Trainingsberi: 1. Führtrainig mit Cara*



Fortsetzung folgt....

(Das habe ich bereits geschrieben. Irgendwie gehen mir gerade die Ideen aus. Deshalb kommt der 1. Teil des Beris schoneinmal. Wer lesen möchte -> bitteschön :D Bewertung bitte erst wenn der Rest da ist :3 )

#2 RE: 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Cora 02.01.2013 12:53

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Da können sich Catrice und Cora mal zusammen schließen. In der Früh aufzuwachen und nicht mehr wissen was passiert ist. :D

Ich mag den Beri voll. Das mit dem Barkeeper gefällt mir auch, irgendwie habe ich von so etwas noch nie gelesen, mal was neues. ;)

#3 RE: 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Catrice 02.01.2013 15:12

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passiert halt, wenn man sich besäuft xP

Ich weiß auch nicht genau wie ich darauf kam, aber die Idee fand ich auch cool und habs dann einfach mal umgesetzt ^~^ Im 2. Teil des Beris wird das ganze nocheinmal aufgegriffen :)

#4 RE: 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Lucy 02.01.2013 20:32

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Bis jetzt finde ich es ganz gut. Deine Idee ist mal was anderes, ich war schon auf einigen VRH, aber so was hat glaube ich noch niemand gebracht... Viellicht kann ich mich auch einfach nicht mehr erinnern. ^^

Einzig, deine Abschnitte sind manchmal etwas (wie soll ich das jetzt ausdrücken? mmh...) komisch(?) gewählt...

#5 RE: 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Catrice 02.01.2013 20:33

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Hehe ^~^

Ja ich und die Abschnitte.... :D

#6 RE: 2. Was ein Tag. Bitte nie wieder! von Judith 28.02.2013 22:32

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Hört sich schon mal interessant an :) Aber hey, selbstverletzung hat nichts mit durchgeknalltheit zu sein:D Die Idee mit dem Barkeeper fand ich gut, bin sehr gespannt, was da noch draus wird :)

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