#1 14. Bericht: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lisa 07.01.2014 19:13

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Eine Woche war vergangen, seit ich meine Entscheidung getroffen hatte. Ich würde den kleinen schwarzen Hengst kaufen. Und heute war der Tag, an dem ich ihn wiedersehen würde, und den Kaufvertrag unterschreiben sollte. Endlich!
Ich hatte die ganze Woche über viel zu tun gehabt, es standen ein paar Turniere mit Magic und Dandy an und so kam ich nicht dazu, nach dem Hengstfohlen zu sehen.
Ich hatte noch nicht mal groß die Zeit, über ihn nachzudenken. Aber ab heute sollte alles anders werden.
Ich stand früh am Morgen auf, um meine Morgenarbeit mit Magic noch zu absolvieren, bevor ich zum Gestüt fahren wollte.
Nach dem Frühstück ging es also auf zur Bushaltestelle. Diesmal ist Robby nicht da, um mich zu chauffieren, dachte ich etwas missmutig, als ich in den Bus einstieg. Busfahren war noch nie meine Lieblingsbeschäftigung gewesen. Vielleicht sollte ich mir langsam mal ein eigenes Auto zulegen.
Mittlerweile hatte ich auch wirklich genug zusammengespart, da ich wirklich hart geschuftet hatte in letzer Zeit.

Endlich auf den Tsubasa Stables angekommen begegnete ich Nina in der Einfahrt. Sie saß auf ihrem Schimmel Night Baron und war gerade in Begriff, ins Gelände zu gehen.
„Hey Lisa, gut das ich dich treffe!“, rief sie mir entgegen.
„Hallo“, grüßte ich zurück und fragte, warum sie mich treffen wollte.
Nina erklärte mir, dass sie jemanden bräuchte, der Rocco reiten würde, da dieser mal wieder Dressurmäßig gearbeitet werden müsste. Ich willigte ein und wünschte ihr einen schönen Ritt, bevor ich mich auf den Weg zu den Ställen machte.
Als ich an den Parkplätzen vorbeikam, sah ich unseren „Turnierwagen“, mit dem wir immer aufs Turnier fuhren. Das erinnerte mich daran, dass ich diesen schon seit Ewigkeiten mal wieder sauber gemacht haben wollte. Seufzend betrachtete ich das Innere des Wagens. Es sah schrecklich aus! Um diese Aufgabe nicht noch länger vor mir her zu schieben, machte ich mich gleich an die Arbeit. Magic und Rocco konnten noch ein wenig warten.
Ich besorgte mir Staubsauger, Polsterreiniger und einen Eimer Wasser, bevor ich mich an die Arbeit machte. Zu aller Erst holte ich die Fußmatten aus dem Auto, schüttelte sie gründlich aus und legte sie draußen ab. Dann staubsaugte ich den gesamten Innenraum; das hieß die Sitze und den Fußraum vorne und hinten, außerdem saugte ich noch im Kofferraum. Als ich nach einer halben Ewigkeit alles sauber hatte saugte ich noch die Fußmatten ab, bevor ich mir den Polsterreiniger griff und den Schaum großzügig auf den Sitzen verteilte, bevor ich ihn mit einem Schwamm einrieb. Nach einer gefühlten halben Flasche von dem Zeug machte ich alle Autotüren zu und spritzte das Auto von außen mit einem Schlauch ab, schließlich nahm ich den Eimer und gab etwas Autoreiniger hinein. Damit schäumte ich das Auto ordentlich ein, bevor ich es wieder mit dem Schlauch abspritzte, bis alles sauber war.
Perfekt wurde es, als ich mir ein Poliertuch nahm und den Lack damit bearbeitete, bis der Wagen wieder wie neu glänzte.
„Wow, da hast du dir aber Mühe gegeben!“, kommentierte Samantha, die gerade aus dem Stall kam.

Wenig später saß ich auf Magic. Ich war nur fünf Minuten Schritt geritten, da schnaubte sie schon zufrieden. Es war wirklich leicht, sie glücklich zu machen! Und prompt kam mein schlechtes Gewissen zurück. Lucy hatte mir ja schon erzählt, dass sie noch nie eine richtige Bezugsperson hatte, noch nie jemanden, der sie so richtig „betüddelte“.
Sie war auch wirklich ein tolles Pferd, brav zu reiten, ehrgeizig und alles in allem echt super. Aber trotzdem war sie nicht für mich bestimmt. Ich mochte sie, aber … irgendetwas fehlte einfach. Ich konnte es nicht beschreiben. Und genau dieses etwas war bei dem kleinen schwarzen Hengstfohlen überdeutlich zu spüren gewesen.
Seufzend nahm ich die Zügel auf und vertrieb meine Gedanken, um mich ganz auf die braune Stute unter mir zu konzentrieren.
Nach dem Warmreiten im Schritt trabte ich sie an und schließlich galoppierte ich sie auch ein paar Runden auf jeder Hand, bevor ich ihr ein paar Lektionen von der A-Dressur abverlangte. Sie arbeitete eifrig mit und war zufrieden, dass ich mich mit ihr beschäftigte. Willig kaute sie auf dem Gebiss und spielte aufmerksam mit den Ohren, als ich Schenkelweichen, Tritte und Sprünge verlängern und halten aus dem Trab mit ihr übte.
„Braves Mädchen!“, lobte ich sie nach einem besonders gelungenen Halten und sie schnaubte lautstark ab, zufrieden mit sich und der Welt.
Zur Belohnung ließ ich die Zügel lang und ging eine kleine Runde Schritt ins Gelände, bevor ich sie wieder in ihre Box brachte.

Als nächstes war Rocco dran. Ich holte den schwarzen Hengst aus seiner Box und band ihn am Putzplatz an, um ihn reitfertig zu machen. Während der Prozedur warf er zweimal den Putzkasten um, wovor mich Nina aber gewarnt hatte. Trotzdem brauchte ich zwei Erinnerungen, bevor ich ihn außer Reichweite schaffte. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu einem anderen Rappen ab...
Schließlich hatte ich es geschafft zum Reitplatz zu gelangen und stieg auf. Man merkte sofort, das Rocco die Dressurarbeit liebte und bis in die hohe Klasse ausgebildet war. Er stand still wie eine Eins und hatte einen raumgreifenden Schritt. Als ich die Zügel aufnahm, wölbte er augenblicklich anmutig den Hals und kaute eifrig auf dem Gebiss. Als ich ausversehen zu viel mit dem linken Schenkel trieb, ging er sofort ins Schenkelweichen über. Sehr präzise folgte er meinen Hilfen.
Nach dem Warmreiten ritt ich einige fliegenden Wechsel, Traversalen und Übergänge innerhalb der Gangarten. Rocco meisterte alle Aufgaben mit Bravour, und ich klopfte ihn zufrieden, bevor ich schließlich abstieg.

Nachdem ich Rocco wieder in seine Box gebracht hatte, schnappte ich mir nocheinmal schnell den Staubsauger, um die Sitze des Autos nochmal zu staubsaugen, so wie es auf der Anleitung des Polsterreinigers stand. Als ich damit fertig war, konnte es endlich losgehen.
Auf zum Gestüt Meiningen!
Ich hatte mich mit Robby verabredet, und er wartete schon in der Einfahrt auf mich.
„Hallo Süße!“, begrüßte er mich grinsend.
„Hey“, antwortete ich leicht befangen. Ich wurde mir meiner nach der Stallarbeit allzu verdreckten Kleidung und den verschwitzten Haaren plötzlich deutlich bewusst. Robby war wie immer perfekt gestylt, von der Designer-Reithose bis hin zu seinen zurechtgemachten Haaren.
„Hey, was ist los?“, fragte er mich und packte mein Kinn mit einer Hand, um meinen Blick zu heben. Seine wunderschönen Augen brachten in mir etwas zum Schmelzen.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Naja“, druckste ich herum, „du bist so perfekt, ich hab einfach daran gedacht, was für ein Glück ich doch habe“, redete ich mich heraus.
Ein strahlendes Lächeln erschien auf seinem Gesicht und er gab mir einen sanften Kuss auf die Lippen.
„Nicht so viel Glück wie ich es habe“, sagte er dann zwinkernd und fuhr los.
Während der Fahrt betrachtete ich ihn von der Seite. Er war wirklich perfekt; sein makeloses Profil war jugendlich und doch männlich, seine braunen Haare hatten dieses wunderbare halb verwuschelte Aussehen und sein Körper war von den vielen Stunden, die er tagtäglich im Sattel verbrachte, sehr muskulös. Noch dazu war er charmant und ein guter, bekannter Reiter. Er ritt die besten Pferde auf internationalen Turnieren und trainierte mit den besten Trainern des Landes.
Und im Vergleich dazu hielt ich einfach nicht mit. Außerdem war er bekannt dafür, dass er gut aussah und charmant war; er kam bei Frauen immer gut an, was die Sache für mich nicht besser machte.
Seufzend wandte ich meinen Blick der Landschaft zu, die draußen vorbeiflitzte.

Bald waren wir auf dem Gestüt angekommen. Diesmal wurden wir nicht erwartet, der Hof lag wie verlassen da. Aber kaum waren wir ums Haupthaus gegangen, kamen wir mitten in den Trubel. Auf den Plätzen wurden Pferde bewegt, andere von Pflegern auf die Weiden geführt oder wieder hineingeholt, und Schubkarren durch die Ställe geschoben.
Andrea fanden wir schließlich – wie sollte es auch anders sein – vor der Box von Spy und ihrem kleinen Hengstfohlen.
Fröhlich begrüßten wir uns, dann trat sie einen Schritt zur Seite, um uns freie Sicht zu gewährleisten.
„Wow, der ist ja gewachsen!“, sagte ich erstaunt, als ich das schwarze Fohlen sah.
„Ja, er entwickelt sich prächtig“, bestätigte Andrea.
„Nina ist im Büro, falls du den Vertrag jetzt unterschreiben willst...“, fügte sie zwinkernd hinzu.
Noch ein letzter Blick auf das schöne Hengstfohlen, dann machten wir uns zu zweit auf den Weg zum Büro. Andrea wollte in der Zeit Spy und ihr Fohlen auf die Koppel bringen.

Mit leicht zitternder Hand unterschrieb ich schließlich den Vertrag, der rechtlich festlegte, dass das kleine schwarze Hengstfohlen aus der „Kailuas Spiegel der Seele ZM“ von „Meinings Callando SW“ ab sofort mir gehören sollte. Ein großes Glücksgefühl durchströmte mich, als ich den Stift zur Seite legte und den Vertrag noch einmal überflog.
Sobald er abgesetzt war, würde der kleine zu Tsubasa rüber gebracht werden. Bis dahin würde das Gestüt Meiningen für alles aufkommen, was ihn betraf; seinen Unterhalt, die notwendigen Papiere die beantragt werden mussten und alle Tierärztlichen Untersuchungen, die anstanden.
„So“, fing Nina an, „jetzt brauche ich aber noch einen Namen, den ich in die Papiere eintragen lassen soll. Die werde ich nämlich die Tage beantragen. Wie soll er also heißen?“
Ich hatte mir lange Gedanken darüber gemacht, hatte einige Nächte wachgelegen, und war schließlich zu dem – meiner Meinung nach – perfekten Namen gekommen:
„Soulkeeper ZM“, antwortete ich mit stolzer Stimme.
„Soulkeeper... hört sich gut an!“, sagte Nina und schriebe den Namen auf. Bald würde er auf seinem Pass stehen und es wäre offiziell.

Beschwingt verließ ich mit Robby im Schlepptau das Büro und gemeinsam schlenderten wir rüber zu den Koppeln.
Soulkeeper tollte ausgelassen um seine Mutter herum, aber als er mich von weitem sah, blieb er stehen und schaute mir entgegen. Dann – als wüsste er, dass wir von nun an zusammen gehörten – wieherte er mir entgegen und trabte auf mich zu. Direkt vor mir blieb er stehen und streckte ganz langsam und vorsichtig seine Nase aus, um mich an der Wange zu berühren. Seine Tasthaare kitzelten in meinem Gesicht und ich lachte ausgelassen. Das war der Beste Tag meines Lebens! Dicht gefolgt von dem, an dem dieser wundervolle Hengst geboren wurde, natürlich.
Soul schaute mir nun tief in die Augen, bevor er sich blitzartig umdrehte und wild bockend einmal quer über die Weide schoss, bevor er mit schwungvollen Tritten zu seiner Mutter trabte und sie forsch in den Bauch stupste, bevor er anfing, zu trinken.
„Wie wärs mit einem Ausritt?“, fragte Robby unvermittelt.
Fragend schaute ich ihn an.
„Ich möchte dir war sagen, und dachte, das könnten wir bei einem schönen Ausritt in Ruhe ausdiskutieren“, sagte er grinsend. Oh je, ich ahnte Schlimmes.
„Mit welchen Pferden?“, fragte ich dann resignierend.
„Dandy bist du noch nicht geritten, oder? Dann frage ich Nina, ob ich einen anderen leihen kann, und schon kann es los gehen!“
Ich zuckte mit den Schultern und erklärte mich einverstanden. Nach einem letzten, schmachtenden Blick zu MEINEM Fohlen drehten wir uns um und gingen in den Stall, um uns noch von Andrea zu verabschieden, bevor es wieder zu Tsubasa ging.

Dort angekommen herrschte reges Treiben. Einige Einsteller waren gekommen, um ihre Pferde zu reiten. Es war schließlich mittag, und somit die beste Zeit dafür. Apropo Mittag; mein Magen fing langsam an, ganz schön zu knurren.
„Können wir nicht erst etwas Essen gehen?“, fragte ich Robby missmutig.
Er lachte über meinen schmollenden Gesichtsausdruck.
„Na gut, ich lade dich ein. Aber nur eine Kleinigkeit, ich brenne darauf, dich in meine Pläne einzuweihen!“

Fast zwei Stunden später standen wir wieder auf dem Parkplatz von Tsubasa.
Nina fanden wir in einem der Ställe, sie war gerade dabei einen hübschen Schimmel zu striegeln.
„Na ihr beiden“, begrüßte sie uns und lächelte uns über den Rücken des Pferdes hinweg an.
Robby fragte sie, ob er eines der Pferde für einen kleinen Ausritt leihen dürfte.
Ninas Wahl fiel auf Cherry, da der hübschen, braunen Ponystute Bewegung immer gut tat.

Wenig später ritten wir nebeneinander her. Wir hatten beide auf den Sattel verzichtet, damit wir schnell loskamen. Der Spätsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite; die Sonne schien hell vom Himmel und es wurde richtig warm.
„So, dann schieß mal los!“, sagte ich erwartungsvoll zu Robby.
„Ich habe vor, dich zu entführen!“, gab er lachend zu, bevor ich aber weiter nachfragen konnte, hatte er Cherry angaloppiert. Rasch ließ ich Dandy hinterherziehen, und hatte Robby auf der kleinen, eher ruhigen Stute rasch überholt. Lachend blickte ich zurück und genoß das Gefühl der kraftvollen Muskeln unter mir.
Als der Weg zuende war parierte ich durch und wartete auf Robby. Bald war er neben mir, und wir ritten in gemütlichem Schritt auf den Wald zu. Als wir schließlich von Bäumen umgeben waren, schaute ich Robby fragend an. Er sollte endlich mit der Sprache rausrücken!
„Kennst du Edoardo Rossero?“
„Ähm, ich glaube ich hab den Namen schon mal gehört, aber mir fällt jetzt grad nicht mehr ein in welchem Zusammenhang... Wieso?“
Jetzt hatte er mich richtig neugierig gemacht.
Robby grinste, bevor er fortfuhr:
„Das ist einer der besten Trainer Italiens, er hat viele Jahre die Nationalmanschaft erfolgreich trainiert, bevor er sich in die Berge zurückgezogen hat, um dort in kleinerem Kreis Reiter und Pferde auszubilden. Das macht er jetzt seit gut fünf Jahren. Hin und wieder läd er Reiter aus der ganzen Welt zu sich ein, um dort zu trainieren. Außerdem pflegt er Kontakte zu einigen Trainern im Ausland, unter anderem zu Herbert Malzer, meinem Chef, wie du ja weißt.“
Ich nickte, gespannt, was jetzt folgte.
„Tja... und jetzt hat eben dieser italienische Trainer meinem Chef gesagt, er soll doch mal zwei seiner besten Reiter zu ihm nach Italien schicken, er wolle sich mal anschauen, was in Deutschland so fabriziert wird.“
„Ach so, und du bist einer der Beiden, deshalb wirst du jetzt ne ganze Weile weg sein, richtig?“
Robby nickte.
„Unter anderem, ja. Die andere Reiterin ist Tina Deusser, die kennst du auch, oder?“
„Ja, ich glaube“, antwortete ich. Worauf wollte er hinaus?
„Und genau diese hat sich vorgestern ein Bein gebrochen. Aber da die Abreise schon nächste Woche ist, und alle anderen schon wichtige Turniere in der Zeit genannt haben, kann sie niemand ersetzten. Und jetzt rate mal, was Herbert vorgeschlagen hat?“
Oh je, mir schwante Schlimmes. Robby sah meinen Gesichtsausdruck und grinste.
„Genau. Ich soll einfach jemanden mitnehmen, den ich kenne. Natürlich muss der jenige gut reiten können. Und derjenige bist du!“
Ich war sprachlos.
„Lisa, wir fliegen nach Italien!“, sagte Robby enthuastisch.
„Wow“, war das Einzige, das ich dazu sagen konnte. So ganz war das nicht bei mir angekommen. Ich nach Italien. Nächste Woche. Für länger als nur ein Wochenende, vermutete ich. Dann wäre ich lange nicht da, konnte Dandy nicht reiten. Ich blickte auf den glänzenden Rappen hinunter. Sein glattes, schwarzes Fell fühlte sich so weich an... Und erinnerte mich an einen anderen Rappen. Soulkeeper. Soulkeeper! Ich konnte ihn doch nicht so lange alleine lassen!
„Aber..“, fing ich an, doch Robby unterbrach mich sofort.
„Ja, ja, ich weiß, du hast endlich dein Traumpferd gefunden und willst jetzt nicht für so eine lange Zeit weg. Aber überleg doch mal was für eine Chance das ist! Bei einem der besten Trainer Italiens jeden Tag trainieren, und das hinter einer wunderbaren Kulisse! Wir können ein paar Italienische Städte besuchen wenn wir frei haben, ans Meer kommt man zu Pferd und die Pinienwälder sind traumhaft, glaub mir!“, versuchte Robby mich zu überzeugen.
„Hmh“, machte ich nachdenklich. Verlockend hörte sich das ja schon an. Sehr verlockend.
„Wie lange heißt den „lange Zeit“?“, fragte ich dann.
„Naja...“, druckste Robby rum, „so einen Monat...“
„Einen Monat?!“, rief ich.
„Ach, komm schon. Reiten kannst du den Kleinen eh noch nicht, außerdem kann er so in Ruhe wachsen. Momentan brauch er dich noch nicht.“
Das stimmte zwar, aber ich war dennoch abgeneigt gegen den Gedanken, dass ich ihn einen ganzen Monat nicht sehen würde. Und Magic und Dandy auch nicht. Ein Monat war schon eine sehr lange Zeit.
„Bitte, überleg es dir!“, sagte Robby flehend und schaute mich bittend an.
„Ich überlegs mir“, versprach ich ihm, vorallem, damit er mich in Ruhe ließ.

Wir verbrachten noch einen wundervollen Mittag zusammen mit den Pferden; da es sehr warm war ritten wir zum See hinüber und gingen mit den Pferden schwimmen. Anschließend legten wir uns nebeneinander ins Gras, während die Pferde in der Nähe grasten. Wir betrachteten die vereinzelten Wölkchen, die über den blauen Himmel trieben, und schließlich richtete Robby sich auf und stützte sich mit dem Ellbogen ab, um mich anzuschauen.
„Hmh?“, machte ich verträumt und schaute in seine braunen Augen.
Er hob die Hand und strich ganz zärtlich eine Strähne aus meinem Gesicht, dann beugte er sich vor und küsste mich. Erst nur zögerlich, und unfassbar sanft. Seine Lippen waren voll und warm. Ich hob die Hand um in seine Haare zu fassen und ihn näher an mich heran zu siehen. Meinen Lippen öffneten sich und mir entfuhr ein kurzes Stöhnen, als unser Kuss leidenschaftlicher wurde.
Als Robby schließlich wieder ein Stück von mir weg rückte ging mein Atem schneller, und ich sah, dass Robbys Pupillen geweitet waren. Ich drückte mich hoch und gab ihm noch einen herzhaften Kuss auf die Lippen, dann sprang ich auf und zog ihn mit mir nach oben.
„Komm, lass uns heim gehen...“, sagte ich mit heiserer Stimme.



Es war schon wieder Abend, als Robby auf die Uhr schaute.
„Sorry Süße, ich muss heute Abend noch ein Pferd reiten, ich muss los“, raunte Robby in mein Ohr. Wir lagen in meinem Bett und ich genoß es, seinen warmen, muskulösen Körper direkt an meinen zu spüren. Jetzt öffnete ich die Augen und schaute ihn sehnsuchtsvoll an.
Er strich mir durchs Haar und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ich würde nichts lieber tun, als mit dir den ganzen Abend im Bett zu verbringen“, flüsterte er mit einem Tonfall in mein Ohr, der bewirkte, dass sich alle Muskeln in meinem Inneren zusammenzogen.
Nach einem letzten Kuss stand er auf und ich seufzte.
„Dann bis morgen“, sagte ich leicht schmollend zu ihm. Robby lachte.
„Ich ruf dich nachher an“, tröstete er mich und zog sich rasch an, dann ging er zur Tür.
„Und denk mal über Italien nach!“, wies er mich an, bevor er verschwand.

Das war leichter gesagt als getan. Natürlich war es eine super Gelegenheit, und so eine Chance würde ich wohl kein zweites Mal im Leben bekommen. Ich stand auf und zog mir einen Bademantel über, bevor ich mich an meinen Schreibtisch setzte.
Nachdem ich meinen Computer gestartet hatte, schaute ich nachdenklich zum Fenster hinaus. Vier Wochen mit Robby und Reitstunden... Das wäre schon super.
Der Computer war fertig mit hochfahren, und ich öffnete den Internetbrowser. Ich wollte mal diesen italienischen Trainer - Edoardo Rossero – googeln.
Und was ich dann fand, beeindruckte mich doch sehr. Er hatte so ziemlich überall mitgemischt, wo es großen Pferdesport gab. Als Trainer, sowie auch als Reiter. Im Herzen Italiens, irgendwo zwischen Rom und Napoli, hatte er sein Trainingscentrum in den Bergen errichtet. Der Gebäudecomplex war ein ehemaliges Kloster, das irgendwann im Mittelalter erbaut und seitdem mehrmals restauriert wurde.
Ich stellte es mir wunderschön vor, leider gab es aber keine Bilder. Rossero war nicht besonders Öffentlichkeits-freundlich.
Der Trainer reiste - seit er das Kloster vor einigen Jahren zu seinen Zwecken umfunktioniert hatte – immer wieder zu den großen Turnieren der Welt, um Talente unter den Reitern und Pferden zu finden, die er dann zu sich einlud, um bei ihm zu trainieren.
So war eine Handverlesene Mannschaft aus Spitzenpferden und talentierten Reitern zusammen gekommen, die immer wieder hocherfolgreich auf den großen Turnierplätzen der Welt auftraten.
Es erschien mir wie ein Traum, dass ich – gerade ich, die nie besonders beim Reiten herausgeragt hatte, geschweige denn bei großen Turnieren teilgenommen hatte – ich durfte unter der Anleitung von Rossero trainieren!
Aber ausgerechnet jetzt, wo ich IHN endlich gefunden hatte – Soulkeeper.
Ich wollte ihn nicht jetzt schon verlassen, wo ich wir doch gerade erst zueinander gefunden hatten.
Resigniert schaltete ich den Computer aus. Diese Entscheidung würde ich noch ein wenig vor mir her schieben.

#2 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lisa 07.01.2014 19:15

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@Lucy: ich hoffe der ist von der länge her ein wenig mehr nach deinem Geschmack ;)
& ich habe in dem einen zwei Aufgaben gemacht, ich hoffe das ist okay... in die anderen beiden hat es einfach nicht reingepasst^^

#3 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lucy 07.01.2014 21:55

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Werde es mir merken und möglichst bald bewerten. Aber ich denke ich schaffe es erst Donnerstags. ;)

#4 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lisa 07.01.2014 22:50

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kein Problem ;)

#5 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lucy 11.01.2014 23:26

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So gelesen, aber ehrlichgesagt war dieser Bericht so gut, dass ich jetzt gleich weiterlesen muss, bevor ich bewerte. Tut mir leid :/ :D

#6 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lisa 11.01.2014 23:46

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das freut mich :)
also mit der Bewertung kannst du dir zeit lassen, das ist mir nicht soo wichtig :)
aber dass du ihn magst find ich toll :)

#7 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lucy 04.02.2014 21:27

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Ausführlichkeit: 44/50
Personen 21/30
Aufgabe: 2*10 = 20 (Ich hoffe Nina bringt mich nun nicht um, dass ich je 10 gebe... Aber ich denke, das ist okay, du hast ja auch 2 Aufgaben erledigt).
Handlung: 39/50
Gesamt: 114 Punkte

#8 RE: Von Soulkeeper und Edoardo Rossero von Lisa 08.02.2014 11:46

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danke :)

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