#1 Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 04.02.2014 20:48

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* Heute = 24. Dezember, alles andere ist so weit verständlich - hoffe ich zumindest.



Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke

„Lucy kommst du?“ rief Sam durch die Wohnung. „Ja, gleich.“ Rief ich zurück und schnappt mir die selbst gebackenen Plätzchen für das Reiterstübchen. Seit ich mein Führerschein hatte, war ich zum Stalltaxi. Ich schnappte mir beim raus gehen noch meine Tasche und schloss ab. Dann setzte ich mich hinters Steuer und startete den Motor. Ich war durchaus bewusst, dass ich mich so glücklich schätzen konnte, ein Auto zu besitzen. Als wir an der Stoppstrasse anhielten, gab mir Sam eine CD aus dem Handschuhfach und ich bemerkte wie dreckig mein Auto war. „Da liegt ja mehr Stroh rum als auf Tsubasa.“
„Jetzt über treib mal nicht.“
„Na gut, dann eben mehr als in einer Box.“ Neckte ich sie
„Sehe es positiv, du brauchst dir nie Sorgen zu machen, solltest du keine Box für Madonna oder Tirina haben. Dann kannst du sie ganz einfach in dein Auto stellen.“
Ich lachte. Das mochte ich an Sam, sie war immer für Scherze aufgelegt!
„Aber nun mal ganz ernst, „ fügte Sam an, „Ich kann dir sonst heute Abend das Stroh mal raus saugen, wenn du mich schon immer zum Stall fährst.“
„Das wäre toll, aber von mir liegt auch Stroh drin...“
„Trotzdem, ich mach’s...“
„Danke.“

Auf dem Hof angekommen brachte ich Orio erst einmal in die Führanlage. Er sollte Muskeln aufbauen und heute hatte ich ganz einfach keine Zeit zum Longieren. Anschliessend ritt ich Tirina in der Halle. Sie arbeitet gut mit und es machte spass. Man merkte zwar, dass ein Kaltblut sich nicht gleich wie ein Warmblut bewegte, aber sie machte ihre Sache gut. Seit dem von mir nicht geplanten Turnier im letzten Frühling mit Dad und Cate war ich nicht mehr an einem Turnier geritten. Ich hatte zu viel um die Ohren, aber trotzdem überlegte ich mir nun, mit ihr vielleicht einmal zu starten. Wobei, zeitlich gesehen, hatte ich diesen Gedanken völlig im falschen Moment, schliess war jetzt die Turniersaison zu Ende... Egal, ich musste einmal im Internet nachsehen, vielleicht gab es irgendwo in der Nähe ein kleines Winterturnier...

Nachdem ich mit Tirina fertig war, nahm ich Orio wieder aus dem Karussell und spritze ihm noch die Beine mit warmem Wasser ab. Anfangs hatte er dabei noch Probleme gemacht. Der Schlauch ist schliesslich auch ein extrem gefährliches Monster, dass zu allem Fähig ist! Heute machte er seine Sache gut und ich konnte ihn wieder in seine Box bringen. Ich musste mich nun endlich um Zubehör wie Sattel und so für ihn kümmern. Spätestens im Frühling wollte ich ihn anreiten und davor wollte ich ihn schon mit dem Sattel und co. bekannt machen.

Dann holte ich Madonna. Ich wollte mir ihr ins Gelände bummeln gehen, ich wusste wie sehr sie das liebte. Und ich genoss die Stunden im Wald auch. Ich putzte sie gründlich und legte dann Sattel und Schabracke auf. Dann holte ich ihr Zaum und den Halsring. Cate hatte ihn mir gegeben und ich hatte sie auf dem Platz schon oft damit geritten. Ins Gelände ohne Zaum, wäre auch auf der noch so braven Madonna ein bisschen fahrlässig gewesen und so zog ich ihr eben den Zaum an, doch lenken wollte ich sie mehrheitlich über den Halsring. Als ich fertig war führte ich sie über den Hof, gurtete nach und stieg auf. Gemütlich ritten wir Richtung Wald. Ich liess meine Gedanken bummeln und freute mich schon fest auf heute Abend. Schliesslich war heute der 24.Dezember, Heillig Abend. Ich würde den Abend bei Dad auf dem Gestüt verbringen und dann auch gleich dort übernachten. Soweit ich wusste, würde nur Dad, Max und Cate da sein. Max war, auch wenn er nicht mit uns verwandt war, so etwas wie ein Teil der Familie. Er war einfach immer da. Dad hatte mich zwar einmal gefragt, ob das für mich okay sei. Ich störrte mich nicht daran. Max war einfach Max, die rechte Hand von Dad.

„Na Lucy, halb erfroren?“ fragte Davi als ich ins Reiterstübchen kam.
„Nur beinahe, aber wenn du gleich noch ins Gelände willst, geh in den Wald, die Wege ausserhalb sind total gefroren und auch im Wald kannst du nur Schritt reiten.“
„Okay, danke dann werde ich vielleicht doch in die Halle gehen mit Milford, eigentlich wollte ich noch ausreiten...“
„Als mit Madonna im Schritt war’s schön. Musst halt Schritt reiten und immer schön auf Eisflächen achtgeben, dann geht es schon. Willst du Gutzli?“
„Ja, gerne. Hast du die selber gebacken?“
Ich nickte. „Ja“
„Sag mal. Ist Sam hier schon aufgekreuzt?“
„Nee, noch nicht. Musst du wieder Taxi spielen?“
Ich lachte. „Wieso nicht?“
Davi zuckte mit den Schultern. „Mir kann es ja eigentlich egal sein.“ Dann vertiefte sie sich wieder in ihre Zeitschrift über Pferde.
Kurze Zeit später tauchte Sam auf und wir fuhren nach Hause.

Es dämmerte schon, als ich auf den Hof meines Vaters einbog. Ich parkte mein Auto neben dem von Cate und stieg aus. Aus dem Kofferraum holte ich meine Tasche mit den Päckchen und schloss dann das Auto ab. Ich schlenderte über den Hof und atmete den Duft von Pferdehaaren ein. Cate hatte doch ein riesen Glück auf einem solchen Hof aufgewachsen zu sein. Jeden Tag hatte sie diesen Duft um sich, der mein Herz höher schlagen liess. Da ich mein Vater, Cate oder Max nicht gerade finden konnte, lief ich rüber zum Haus. Ich mochte den kleinen Trampelfad zwischen den Weiden durch rüber nach Sonntal und da gerade in Dad’s Garten rein. Er hatte wirklich Glück gehabt, dass ein Grundstück, dass gerade an den Hof grenzte noch frei war, als der das Haus baute. Ich ging zur Tür: abgeschlossen
Ich suchte meinen Schlüssel hervor, da die Tür verschlossen war. Als ich das Haus betrat, hatte ich keinerlei das Gefühl, das Haus von fremden zu betreten, sondern es war das Haus meiner Familie - meines. Ich zog meine Stiefel aus und betrat dann das Wohnzimmer. Ein grosser Tannenbaum stand darin, der schön geschmückt war. Ich packte meine Tasche aus und legte meine Geschenke darunter: Für Dad eine dünne Kappe die er unter den Reithelm anziehen konnte, da er sich immer über kalte Ohren beschwerte, für Cate ein Buch und eine neues Halfter auf welches ich Carry Me's Name gestickt hatte und für Max eine grosse Packung Kekse. Er gehörte zwar nicht wirklich zur Familie, wenn man streng war, aber er war ein Teil des Davids-Gestüt Silvermoon-Clan. Dann nahm ich meine Tasche und ging an der Küche vorbei zum Gästezimmer. Dort stellte ich meine Tasche neben das Bett. Es war schon fast so eine Art mein Zimmer geworden bemerkte ich, als ich den Raum verliess. Unzählige Male hatt ich schon hier übernachtet. Und geauso oft habe ich mich gefragt, welches Zimmer in diesem Haus wohl meines gewesen wäre. Im oberen Stock gabe es 4 Zimmer: 1 grosses Elternschlafzimmer, das Bad und gegenüber 2 gleich grosse Zimmer, von denen das eine Cate Zimmer war. Im andern Zimmer stappelten sich allerlei Dinge, es war eine Art rumpelkammer, in der alles war, was man gerade nicht mehr brauchte. Wäre das mein Zimmer gewesen? Ich wusste es nicht und irgendwie hatte ich Angst vor der Antwort. War das Haus erst gebaut worden, nachdem ich und Mom gegangen waren? Gab es gar kein Zimmer für mich? Obwohl ich das nicht glaubte und soweit ich wusste, das Haus schon früher stand, hatte ich den Mut nie aufbringen können, mein Vater zu fragen. Genauso wie ich noch nie gefragt habe, weswegen sie ein Zimmer als Rumpelkammer benutz wurde und die Sachen nicht einfach im Dachgeschoss untergebracht wurden, in dem ich allerdings noch nie war. Ein richtig grosser Keller war nicht vorhanden, da die meiste Fläche dort von der Doppelarage eingenommen wurde. Dennoch gab es da unten noch eine Rumpelkammer. Ich nahm mein Handy hervor und rief Cate an. Ich erfuhr von ihr, dass sie noch drüben auf dem Gestüt war. Also zog ich mir wieder die Jacke und Stiefel an, schloss ab und ging rund ums Haus durch den Garten auf den Feldweg dahinter. Mein Vater hatte echt glück gehabt, dass gerade noch hier ein Grundstück frei war. Schliesslich war so das Haus offiziell in Sonntal, jedoch so am Rande des Dorfes, dass der Garten und die Weiden des Gestüt nur ein Feldweg für Spaziergänger trennte. Ich überquerte also diesen Weg und lief den kleinen Weg zwischen den Weiden entlang hinüber zum Gestüt. Im Hauptstall war schon fast alles ruhig, nur Max geisterte noch rum und kontrollierte alles. Er meinte, dass mein Vater noch ausreiten sei und Cate irgendwo im Büro oder so rumgeistern würde. Ich ging also hinüber zur grossen Scheune, deren rechter Teil umgebaut war. Unten befand sich das Büro und daneben das Reiterstübchen in dem jeweils alle miteinander essen. Es war eines meiner Liebligsorten auf dem Gestüt, weil hier einfach immer etwas lief. Die langen alten Holztische fand ich super schön und mit den vielen pferdigen Dingen an der Wand musste man sich einfach fast wohlfühlen in diesem Raum. Wahrscheinlich kam auch noch hinzu, dass es hier oftmals etwas in meinen hungrigen Magen hab... Über diesen beiden Räumen war eine Wohnung in der Max lebte. Obwohl ich meine WG sehr gemütlich fand, träumte ich manchmal davon, an einem Ort wie Dad oder Max zu leben. Vom Fenster aus die weidenden Pferd zu sehen, wiehern zu hören und alles mit dem besten Parfüm der Welt versehe: Pferdegeruch. Als ich schier in meine Schwester rein lief, die aus dem Reiterstübchen, erwachte ich aus meinem Tagtraum wieder.
"Frohe Weihnachten, kleine Schwester!" neckte mich Cate. Ich verdrehte die Augen.
"Dir auch. Weisst du wann Dad wieder kommt?"
"Er meinte, dass er nur noch einen kleinen Ausritt unternimmt, aber das letzte mal waren es dann 2 Stunden... Also das letzte Mal als Angelika dabei war..." Cate sah mich prüfend an. Ich hasste das. Gut anfangs war ich ausgetickt, als Angelika auftauchte und Mom Stelle einnahm, aber naja mittlerweile hatte ich es akzeptierte. Wahrscheinlich auch, weil sie nur selten kam und ich dann oftmals nicht da war. Aber trotzdem, warum musste sie ausgerechnet heute aufkreuzen? An Weihnachten? Ich biss weil Erinnerungen an Weihnachten mit Mom und Colin in mir hoch kamen. "Holen wir uns eine heisse Schokolade?" fragte ich Cate, um sie abzulenken, damit sie nicht mitbekam, was in mir vorging. Sie nicke zwar aber sah mich prüfend an. So fröhlich wie nur möglich, ging ich rein und bereitete 2 Tassen heisse Schokolade zu mit viele Schlagrahm oben drauf. Ich amtete tief durch und setzte ein möglichst glückliches Gesicht auf und setzte mich zu meiner Schwester.
"Super, Lucy! Dad würde jetzt wieder motzen bei der Menge Schlagrahm oben drauf, aber so ist es einfach am besten."
"Jep, eindeutig." Entweder hatte ich plötzlich schauspielerisches Talent oder Cate spielte mit. Ich glaube letzteres ist der Fall. Egal, ich entspannte mich. Ich wollte jetzt nicht mit Fragen und lieb gemeinten Aufmunterungen genervt werden.

10 Minuten später streckte Max den Kopf rein und meinte, dass Dad nun zurück sei und er sich kurz etwas sauberes anziehen gehen würde. Ich nickte. Still betete ich, dass Dad Angelika schon verabschiedet hatte, bevor er rüber kam. Eigentlich fand ich sie sehr nett, wenn sie nicht Mom's Stelle einnehmen würde und vor allem heute an Weihnachten wo ich ständig an Mom erinnert wurde, war es besonders schwer. Ständig wurde ich dann von Dad und Cate mit prüfenden Blicken angesehen, wenn Angelika hier war. Und alle fasten mich mit Samthandschuhen an. Aber das wollte ich nicht, verdammt noch mal! Klar wäre es mir lieber wenn Mom an ihrer Stelle hier wäre, aber das ging nun mal nicht und ich musste mich mit der neuen Situation abfinden. Doch mein Gebet wurde nicht erhört. Kurze Zeit später kam Dad und Angelika zur Tür herein. Sie setzen sich zu uns und einmal mehr redeten wir über belangloses unverfängliches Zeugs. Wie ich das hasste! Ich hatte schon fast abgeschaltet, als Dad mir mit möglichst schonend beibrachte, dass Angelika mit uns feierte. Ich zog die Luft scharf ein. Alle sahen mich an. Am liebsten hätte ich laut nein geschrieben, aber das konnte ich nicht. Das hätte Dad das Herz gebrochen. Ich hatte das Gefühl, dass Dad seit er mit Angelika zusammen war - wie lange war das überhaupt genau, ich wurde ja erst viel viel später eingeweiht?! - wieder etwas auflebte und das gönnte ich ihm. Also nickte ich einfach und Gott sei dank kam Max dann herunter und wir gingen gemeinsam zum Wohnhaus hinüber. Cate kam neben mich und drückte mir meine Hand. Ich drückte zurück und lächelte sie an. Es war unser Zeichen dafür, das wir den andern unterstützen.
Wir gingen hinüber zum Wohnhaus, wo ich Zoey aus dem Auto liess. Freudig begrüsste sie alle -inklusive Angelika, die nicht wusste, dass ich einen Hund hatte. Zoey sprang um sie herum und liess sich von ihr ausgiebig streicheln. In diesem Moment wurde mir bewusst wie schlecht ich Angelika kannte, denn die Frau vor mir offenbart während sie Zoey ihre Aufmerksamkeit schenkte, ihr wahres ich: sie versprüht Lebensfreude, Glück, Harmonie und Selbstbewusstsein. Ich wusste auf einmal, weshalb Dad sich in sie verliebt hatte. Ich kannte keine andere solche Person. Halt, Stopp, doch: Mom. Nein, ermahnte ich mich, Mom hat braun gewelltes Haar und dieselbe Augenfarbe während Angelika blondes langes gerades Haar hat und blaue Augen. Und auch sonst: Angelika kann niemals Mom ersetzen! Ich folgte den andern ins Haus und dann die Treppe Hoch ins Wohnzimmer, bei Dad kam man in der Keller-/Garagenetage ins Haus, da es am Hang lag und somit das Wohnzimmer ein Stock höher dann ebenerdig zum Garten hinter dem Haus liegt. Oben angekommen bemerkte ich wie selbstverständlich Angelika sich im Haus bewegte, was für mich bedeutete, dass Angelika schon einige Male bei Dad im Haus gewesen sein musste. Doch meine Gefühle wurden erst einige Minuten später jäh auf die Probe gestellt, als Angelika mit ihrem Gepäck in 'meinem' Zimmer respektive dem Gästezimmer ging. Beide sahen einander unsicher an, als auch Dads Freundin bemerkte was los war.
"Sorry Lucy ich habe völlig vergessen dir zu sagen, dass du heute bei mir im Zimmer übernachtest... Ist das okay?" fragte Cate.
Ich nickte nur, schnappte mir meine Tasche und ging mit den Tränen kämpfend die Treppe rauf. Oben liess ich mich in Cates Zimmer auf mein Bett fallen und konnte die Tränen nicht mehr zurück halten. Genau so fand mich Cate einige Minuten später vor.
"Ach Lucy,..."meinte Cate und legte ihren Arm um mich.
"Danke. " ich legte meinen Kopf auf ihre Schulter.
"Ist es so schlimm das Angelika mit uns feiert?"
"Ich wusste einfach nicht wie nah sich die beiden stehen...ich wollte es auch gar nicht wissen... Und dann wurde ich auch noch aus 'meinem' Zimmer geschmissen. Ich habe schon Mom verloren und will euch nicht auch noch verlieren" Ich schloss kurz die Augen und atmete tief durch
"WIR haben unsere Mutter verloren und wenn du mich verlierst, dann verliere auch ich dich und das ass ich nicht zu. NIEMALS"
Die Worte meiner Schwester taten mir gut und ich kuschelte mich an sie. Nach einiger Zeit fragte Cate:
"Willst du lieber unten schlafen?"
"Wo soll dann Angelika die Nacht verbringen?"
"Naja, das ist kein Problem... Die letzten Male hat sie immer bei Dad im Zimmer übernachtet."
"Was?! Siehst du ich werde immer mehr ausgeschlossen. Mir wird nicht gesagt das Dad eine Freundin hat, muss heute mit eigen Augen erfahren, dass sie bei uns ganz selbstverständlich ein und aus geht,... Ich weiss ja nicht einmal seit wann sie zusammen sind und erst heute erkenne ich wie ernst es zwischen ihnen ist..."
"Lucy beruhig dich" schrie Cate mich an. Ich zuckte zusammen.
"Ich verstehe nur nicht warum Dad mir das antut, ich habe ihm nichts getan." mummelte ich vor mich hin, eher zu mir als zu jemand anderem.
"Tim möchte dich garantiert nicht absichtlich verletzen, im Gegenteil, er unternimmt alles um euch beide glücklich zu machen." Ich sah auf. Max stand in der Tür und fragte, ob er sich zu uns setzten dürfe, was wir bejahten. "Ihr könnt mir glauben, dass Tim sich schon etliche Male über das Thema Angelika und euch beide den Kopf zerbrochen hat. Wir haben zusammen darüber auch schon diskutiert." Max machte eine Pause, wahrscheinlich überlegte er gerade wie viel er uns von diesen Gesprächen erzählen durfte. "Um deine Frage zu beantworten Lucy, Tim ist ihr das erste Mal vor 3 Jahren über den Weg gelaufen." Nun war es Cate, die ein verdutzes Gesicht machte. "Aber..?"
"Keine Angst Cate, damals hat er sich nicht in sie verliebt. Ich vermute mal, dass er sich zu jener Zeit in niemand verlieben konnte, da er viel zu sehr um dich Lucy und eure Mutter Nataly trauerte. Er hat einiges Versucht euch zurück zu gewinnen, aber es hat nicht geklappt, doch die Hoffnung hat er nie aufgegeben. Erst als du auftauchtest konnte er sein Herz wieder etwas öffnen und nahm Angelika das erst Mal wahr. Aber obwohl er sie sehr sympathisch fand und sich im Sommer nach deiner Ankunft ein paar mal mit ihr verabredete, konnte er sich ihr gegenüber noch nicht ganz öffnen. Ich glaube das konnte er erst nachdem ihr in London wart letzten April. Danach hat es zwischen den beiden so richtig gefunkt..."
"Aber warum hat er mir, uns nichts gesagt?" fragte ich traurig darüber, dass Dad mir so etwas damals ich sagte.
"Er wollte euch beide nicht verletzten oder sogar verlieren. Er wusste wie sehr du Cate dir eine Mutter gewünscht hast, aber falls er jemals wieder eine Frau haben sollte, müsse es eine sein, der du ebenso viel vertrauen schenken kannst wie er und dafür müsse er die Frau erst gut kennenlernen um dich dann nicht zu enttäuschen. Das hat er vor langer Zeit einmal zu mir gesagt. Zudem war er nicht mehr sich ob du wirklich eine erwachsene weibliche Person im Haushalt wolltest nach all dem was passiert ist. Und bei dir Lucy war er nicht sicher ob du ihn hassen würdest, weil er fähig ist eine andere Person zu lieben als eure Mutter, er wollte dich um keinen Preis wieder verlieren. Ihr beide seid das wichtigste auf der ganzen Welt für ihn und das hat er Angelika auch gesagt, als es etwas ernster wurde diesen Frühling. Das er nur solange mit ihr zusammen sein konnte wie das für euch okay ist und dass er euch, besonders dich Lucy mit den Neuigkeiten nicht überstürzen will."
"Aber... das ist doch immerhin schon ein halbes Jahr her?" fragte ich.
"Bei Cate fiel es ihm leichter, weil sie eh schon viel mitbekommen. Ich habe ihn mehrmals dazu gedrängt es dir zu sagen, aber er hatte fürchterliche Angst vor deiner Antwort, er will weder dich noch Angelika verlieren, würde sich aber immer für dich entscheiden."
Ich dachte über Max Worte nach. Konnte es wirklich sein das Dad so viel Angst hatte? So grosse Angst vor der Antwort wie ich auf die Frage welches mein Zimmer wäre? Plötzlich war die Wut auf meinen Vater fast verschwunden, schliesslich war bekannt, dass Angst hemmt..

Als ich dann später herunter kam, verlor keiner ein Wort über das Vorgefallene. Mitten in der Bescherung rief Colin an und wünschte uns allen frohe Weihnachten - sogar Angelika, was bedeutet, dass Dad sie ihm gegenüber erwähnt haben musste. Wollte er bei Granddad Rat holen, weil er mich besser kannte? Es musste fast so sein, den Granddad meinte zu mir am Telefon, dass ich offen gegenüber Veränderungen aller Art sein sollte, es würde schon alles gut kommen. Er erwähnt auch, dass er uns im Jan oder Feb besuchen komme, er wisse es noch nicht genau, würde das aber mit Dad absprechen. Wusste er etwas das ich noch nicht wusste und in dieser Zeitspanne statt fand?
Nach der Bescherung setzten wir uns zu fünft an den grossen Tisch und liessen uns das Essen schmecken. Mit ihren guten Kochkünsten konnte Angelika bei mir punkten und überhaupt war meine Wut weg. Ich fühlte mich den Abend lang recht wohl. Wahrscheinlich weil ich Dad nun besser verstand, auf jeden Fall fand ich es nicht allzu schrecklich, dass Angelika hier war. Ich wusste nun, dass sie für Dad keinen Ersatz für Mom darstellte, sondern einfach eine weitere wichtige weibliche Person in seinem Leben und ich ihm - falls ich Max Wort vertraute und das tat ich - sehr viel bedeutete. Nur leider erfuhr ich das nicht direkt von ihm. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er keine Gefühle besass... Nein eigentlich besass er welche, nur konnte er die gut verbergen und nur selten -zu selten- kamen sie ans Tageslicht. Cate war genau so, sie zeigte ihre Gefühle nur etwas öfters, aber im Verstecken war sie eine Meisterin. Nur ich kann das nicht. Ich habe meine Gefühle nicht im Griff, sondern sie mich.
Als Dad aufstand um den Dessert zu holen, ging ich mit. Erstens wollte ich ihm ganz einfach helfen und zweitens wollte ich ihn auch kurz unter vier Augen sprechen. Wenn er mir schon nicht persönlich sagen konnte was Tatsache ist, wollte ich mindestens mutig sein.
"Dad?"
"Ja." sagte er und richtete den Dessert an.
Ich atmete tief durch, plötzlich merkte ich, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind. Auch mir fiel es schwer das zu sagen, was ich wollte. Schliesslich fand ich doch noch den Mut: "Ich habe dich lieb, du bist mir sehr wichtig und ich will dich nie mehr wieder verlieren."
Dad drehte sich zu mir um und schloss mich in seine Arme. "Danke Lucy." sagte er und küsste mich auf die Stirn. "Du und Cate ihr seid das wichtigste auf der Welt für mich." Es tat wahnsinnig gut das von ihm persönlich auch noch zu hören. Doch schnell war der gefühlvolle Dad wieder verschwunden und er machte sich wieder ans Werk. Ich stellte mich neben ihn und half ihm. Würde er das Thema Angelika noch ansprechen? Die Chance dazu gab ich ihm. Und tatsächlich, ich musste nicht lange warten.
"Wahrscheinlich hat Max schon mit dir oder euch beiden geredet, denn ich weiss nicht wo er vorhin sonst hingegangen wäre und ich weiss auch das es eigentlich meine Aufgabe ist..." Er sah mich unsicher an. War da etwa Angst in seinem Blick? Ich blieb stumm damit er fortfuhr. Er biss sich auf die Lippen. "Naja es tut mir wahnsinnig Leid, ich hätte es dir von Anfang an sagen sollen. Mit jedem Tag, an dem ich wartet machte ich es schlimmer, am Ende... Naja... Max drängte mich immer wieder dazu, doch ich hatte Angst, Angst davor, dass du damit nicht klar kommst... Das ich mich dann von Angelika trennen müsste...Es tut mir wirklich leid. Kannst du mir verzeihen?"
Ich sah meinen Vater an. Ich konnte gar nicht anders als ihm zu verzeihen. "Du hattest gar nicht so unrecht, als ich dich an meinem Geburtstag das erste Mal mit Angelika sah, warst du für mich der hinterletzte Betrüger und Verräter der Welt...ich konnte nicht verstehen warum du Moms Stelle einfach an eine andere Frau weiter gibst...
"Aber warum bist du nie zu mir gekommen deswegen?"
"Naja ich sah Angelika immer seltener und so dachte ich das es dir vielleicht doch nicht so erst ist. Ich freute mich fast ein wenig darüber, da somit Moms Stelle nicht in Gefahr geriet."
"Ach Lucy! Nataly wird für Cate, dich und mich einen besonderen Mensch bleiben und einen festen Platz in unserm Herz haben. Es gibt keinen Ersatz für sie!"
"Ja, ich weiss, aber doch hatte ich Angst... Schliesslich hast du Mom sehr sehr sehr lange nicht mehr gesehen."
"Aber das bedeutet doch noch lange nicht, dass ich sie vergesse. Ich habe dich schliesslich auch nicht vergessen...! Und nun komm, die andern warten auf den Dessert."
Ich half Dad die Teller ins Esszimmer zu tragen. Kurz bevor wir bei den andern waren, flüsterte ich:
"Ich verzeih dir Dad."
Er strahlte mich an. "Das ist das beste Weihnachtsgeschenk der Welt."


Wir waren mitten im Essen des Desserts als das Telefon klingelte. Da Max schon fertig war, nahm er ab.
"Maximilian Bischoff"
...
"Hallo Nina, ja Lucy ist hier." Nina? Warum rief mich nicht auf dem Handy an? Ich nahm es hervor: 5 entgangene Anrufe und ein SMS mit dem Inhalt 'Ruf zurück. Dringend! Nina' Ich bekam Angst. Was war los?
...
"Klingt nicht gut. Wie lang ist es her?"
...
"okay, wir kommen. Bis später."
Max sah mich an. "Tirina hat ein dickes Bein lahmt stark und eine Schürfwunde, sieht nicht gut aus..."
"Sehr schlimm?" fragte ich ängstlich.
"Kein Todesurteil, aber ich vermutet mal einen Sehnenschaden... Bloss eine Ferndiagnose, ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Willst du mit Tim oder soll ich?"
"Komm Lucy, wir gehen" Dad war schon auf dem Weg in die Garage.
"Wartet ich will auch mit!" rief Cate und sprang auf. Ich sah hinüber zu Zoey, Max folgte meinem Blick.
"Lass sie ruhig hier, ich pass auf sie auf. Haltet ihr mich auf dem laufenden?" fragte er.
Ich war schon fast aus dem Zimmer raus als Angelika mich zögernd ansprach:
"Lucy ich will mich nicht einmischen oder aufdrängen, aber dürfte ich vielleicht auch mit kommen? Wenn es wirklich eine Sehnenverletzung ist, dann ist das genau mein Spezialgebiet…“
„Ähm ja… Aber warum soll das dein Spezialgebiet sein, was habe ich verpasst?“
„Meine Eltern erlaubten mir zwar, im Rennsport einzusteigen, aber nur wenn ich noch eine andere Ausbildung absolvierte. Ich entschied mich für die Tiermedizin, schliesslich ist die Verletzungsquote bei Renner nicht gering… Besonders Sehnenschäden sind häufig... Aber nun komm, wir wollen Tirina nicht länger warten lassen, ich kann dir das auch noch im Auto zu Ende erklären.“
Ich nickte und wir setzten uns zu vier in Dads Auto. Auf dem Weg nach Tsubasa erzählte Angelika weiter:
„Also eben wie gesagt, ich studierte Tiermedizin. Als Rennreiterin hat mir das viel gebracht, weil Sehnenschäden und andere Verletzung leider fast an der Tagesordnung waren und immer noch sind."
"Das bedeutet, du bist Tierärztin?" fragte ich.
"Ja ich habe alle Papier, aber keine Praxis und keine oftmals notwenigen Geräte. Ein paar Utensilien habe ich zwar bei mir im Stall, aber wenn es was schlimmeres ist, muss auch ich meine Freundin anrufen, damit sie mit ihrer Ausrüstung vorbeikommt. Ich habe mir nach meinem Unfall ernsthaft überlegt eine Praxis auf zu tun, aber irgendwie lassen mich die Rennreiterei nicht mehr los. Jetzt züchte ich eben Vollis."
"Ach so." meinte ich.
"Ich kann mir dich als Rennreiterin gar nicht vorstellen." meinte Cate
Angelika lachte. "Das können einige nicht, aber wer einmal in diesem Business Fuss gefasst hat, lässt kaum mehr los." meinte sie und ich hörte die Begeisterung in ihrer Stimme, aber trotzdem fügte sie dann noch hinzu: "Obwohl ich mit einigen Dingen ganz und gar nicht einverstanden bin..."
Wir schwiegen einen Moment, ehe Cate fragte, ob sie schon immer Rennen reiten wollte.
"Nein, eigentlich stamm ich auch aus einer Dressurreiterfamilie, aber irgendwie kam ich dann mit den Vollblüter in kontakt und so dann zur Rennreiterei. Erst ritt ich nur im Training mit, erst später dann in Rennen. Meine Eltern konnten es nicht immer verstehen, warum ich nicht die sicherer Dressurreiterei gewählt habe... Wenn ich so überlege, weiss ich manchmal echt nicht, was mich damals zur Rennreiterei getrieben habe. Heute würde ich nie mehr ein Rennen reiten, dass ist dann schon nochmal ein grosser Schritt höher als ein Training - und auch das mache ich nur noch sehr selten."
Und dann waren wir auch schon auf dem Gestüt angekommen. Ich konnte es kaum mehr aushalten, wollte sofort zu Tirina. Gott sie dank, bemerkte Dad dies und liess mich aus dem Auto und parkte erst dann. Ansonsten wäre ich wohl beinahe gestorben. Ich rannte zur ihrer Box und da stand sie: Das hintere rechte Bein war deutlich angeschwollen und sie belastet es nicht. Etwas oberhalb hatte sie eine kleine Schürfwunde, die - so sah es aus - schon desinfiziert wurde. Ich ging hinein und setzte mich zu ihr. Ich konzentrierte mich auf sie und sah sie an streichelte ihr Fell und versuchte eine Verbindung aufzubauen. Es dauerte länger als sonst und ich glaubte schon, es würde nicht mehr funktionieren, doch dann spürte ich das leichte kribbeln und plötzlich waren da nur noch ich und Tirina.

Tut's stark weh?
Ja, warum? was ist das?
Ich weiss es nicht, Tiri. Aber wir werden dir helfen, es wird alles gut werden.
Wirklich?
Ja, das verspreche ich dir.
Wir verharrten Kopf an Kopf einige Momente ehe ich fragte:
Wo ist es passiert?
Auf der Weide, plötzlich bin ich umgefallen und dann tat es fürchterlich weg.
Warum bist du gefallen?


Doch ich bekam keine Antwort mehr, da die andern den Stall betraten. Dad, Cate und Angelika kamen zielstrebig auf uns zu. Angelika kam sofort zu mir rein und begrüsste Tirina erstmals, während sie aber schon einen kritischen Blick auf das Bein war. Ihr Gesichtsausdruck verhiess nichts gutes. Sie kniete sich neben das verletzte Bein und tastete es ab und betrachtete die Schürfwunde. Sie drückte und strich das Bein ab. Ich wagte gar nicht hinzusehen, ich wollte das Urteil nicht wissen. Ich hörte Schritte auf der Stallgasse und dann Nina's Stime.
"Gut, dass ihr hier seid. Soll ich Sophie Herzig anrufen?" Nina stand nun vor der Box. "Oh ihr habt schon wer mit gebracht, dass ist natürlich auch okay."
Angelika richtete sich auf.
"Nein, rufen sie ruhig Sophie Herzig an. Soweit ich das ohne Instrumente beurteilen kann, handelt es sich um eine Tendinitis. Die Sehne ist aber höchst wahrscheinlich nicht durchgerissen, zum Glück!"
"Ich mach das" meinte Dad und fügte zu Angelika gewandt hinzu: "Ich sag ihr auch gerade das du hier bist und um was es sich handelt, okay?"
Diese nickte nur und fragte Nina, was die Ursache seien könnte. "Die Weide" wollte ich rufen, doch konnte mich gerade noch bremsen.
"Naja... Also heute morgen war noch alles okay als sie auf die Weide kam und als wir sie nun rein holten, war das Bein dick und sie hatte diese kleine Schramm. Wir haben die dann auch sogleich desinfiziert, aber das Bein ist nur noch dicker geworden..."
Angelika nickte. "Okay, oh und Entschuldigung, ich habe mich gar nicht vorgestellt: Angelika Meyer, habe Tiermedizin studiert aber keine Praxis, aber bin dafür im Pferdebereich Zuhause."
"Kein Problem, ich bin Nina, zusammen mit Julia leite ich den Stall hier."
Es dauerte nicht mehr lange und Sophie Herzig traf ein. Zusammen mit Angelika untersuchte sie Tirina und die beiden redeten in einem Fachchinesisch, sodass ich nur sehr wenig verstand. Tirina war Gott sei dank recht ruhig und liess die ganze Prozedur über sich ergehen. Am Schluss stand fest, dass Tirina tatsächlich einen Sehnenschaden hatte, aber die Sehne zum Glück nicht ganz durchgerissen war. Sie musste auf der Weide blöd gestolpert sein oder so was in der Art meinte beide Frauen bezüglich meiner Frage nach der Ursache. Obwohl Tirina jetzt vor allem eines brauchte: Ruhe und keine Bewegung, liess ich es mir nicht nehmen, nicht bei ihr in der Box zu übernachten. Nina brachte zwei Ballen Stroh und wir legten diese aufeinander. Ich holte noch eine Pferdedecke und wickelte mich ein. Ich konnte sie jetzt nicht alleine lassen! Dad, Cate und Angelika blieben auch vorerst einmal, auch wenn Tirina nun gut versorgt worden war von den beiden Tierärztinnen. Die drei gingen ins Reiterstübchen. Doch ich wollte bei meiner Stute bleiben.
Ich wachte auf. Wo war ich? Ach ja bei Tirina in der Box. Ich war also tatsächlich eingeschlafen. Ich setzte mich auf. Tirina stand mit gesenktem Kopf da und neben ihr war Angelika die an ihrem verletzten Bein beschäftigt war. Konzentrierte arbeite sie. Jede ihre Bewegungen schienen mir so Alltäglich zu sein, wie für mich Hufe auskratzen oder ähnliches. Ich zog die Decke über mir zurecht. Wie kalt es doch war! Neben mir lage noch eine zusammengefaltete Wolldecke. Ich nahm sie und wickelte sie um mich. Angelika sah mich an und meinte, dass ich ruhig weiter schlafen soll. Ich war so müde, dass ich mir nicht mehr lang überlegte und mich wieder zusammenrollte.
Als ich das nächste Mal aufwachte sass Angelika in eine Decke gewickelt neben mir und trank Tee. Die ersten Stahlen der Morgensonne verdrängten die Nacht.
"Willst du auch Tee?" fragte Angelika und hielt mir eine Tasse hin. Dankbar nahm ich sie an.
"Sind Dad und Cate im Reiterstübchen?" fragte ich.
"Die sind schon nach Hause gegangen bevor du das erste Mal aufgewacht bist."
"Du hättest nicht meinetwegen hierbleiben müssen."
"Schon okay Lucy. Ich mach das gerne und du darfst in Zukunft noch genügend Verbände Wechseln. Noch ein bis zwei Tage kühlen und dann wärmen Ich schau mir sie dann spätestens in 1 Wochen nochmals an, wenn ich wieder hier bin..."
"Du gehst also zurück in die Schweiz?"
"Ja ich sollte mich mal wieder um meine Pferde kümmern."
"Wer pflegt sie dann jetzt?"
"Ich habe meine 4 Zuchtstuten auf Tamaras Hof und auch mein Wallach Tolino. Ich helfe Tamara 1 Tage pro Woche mit ihren Freibergern oder bei ihren 6 andern Pensionspferden und zahle dafür für meine Bande nichts. Da ich mit blossem züchten nicht ganz über die Runden kam, arbeite ich noch zusätzlich bei ihr im Durchschnitt 2.5 Tage pro Woche. Wenn ich weg bin, dann versorgt sie meine auch, aber je nach dem wie oft das war verlangt sie dann noch etwas dafür da ich ja eigentlich Selbstversorger bin... Aber ich finde es gut so. Ein VP Stall könnte ich mir nicht leisten, aber so muss ich auch nicht jeden Tag zu meinen Pferden und kann auch mal was anderes machen."
"Aber du kommst doch eigentlich aus Deutschland?"
"Ja, aber Tamara hat ihren Hof nun mal in der Schweiz, klar wäre ich lieber z.b. hier in Sonntal. Meine Eltern wohnen keine 20 min. Weg, mein Bruder auch gleich um die Ecke...
"... und du bist so nah wie möglich bei Dad."
"Ja, genau. Aber es ist nun mal nur ein Traum und nicht die Wirklichkeit."
"Für mich wäre der Traum aber okay."
"Wirklich? Wäre das kein Problem für dich?"
"Warum nicht? Du bist ja nicht meine Erzfeindin..."
Angelika sah mich mit einem schiefen lächeln an.
"Na gut, am Anfang warst du das, aber nur..."
"... weil du Angst hattest, dass ich die Stelle von deiner Mutter einnehmen könnte, oder?"
Ich nickte. In den letzten 24 Stunden hatte ich sie wahrscheinlich besser kennengelernt als die restliche Zeit davor. Ich habe sie immer nur als die Person angesehen, die Moms Platz einnimmt, aber nicht als sie selber. Meine Erzfeindin war nicht sie, sondern jede Person die Mom verdrängen wollte. Das aber niemand Mom ersetzen konnte, habe ich erst heute realisiert. Nie wird jemand ihren Platz einnehmen können.
"Angelika? Ich wollte dir nur sagen das ich froh bin, das du hier bist." Dieser Satz brauchte unheimlich viel Kraft.
"Ich auch Lucy. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich euren Vater, aber auch euch beide kennen gelert habe und glaube mir, ich will und wollte niemals die Stelle deiner Mutter einnehmen. Nataly muss eine ganz besondere Person gewesen sein."
"Ja." sagte ich und Angelika legte ihren Arm um mich. Ich sah sie nun nicht mehr, als die Person, die Mom Stelle einnahm, sondern als neuer Teil meiner Familie, als die Person, die vor allem meinen Vater glücklich macht, als die Person, die deswegen auch in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen wird

#2 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 04.02.2014 20:52

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Ach ja, doch noch was:

Das ist der Bericht, an dem ich so lange gelöscht und doch wieder geschrieben habe. Sorry für Unstimmigkeiten in der Handlung und ich persönlich... Naja ich hätte das noch einige Male gelöscht, weil mit dem Inhalt bin ich so +- zufrieden, aber mit der Art wie ich das in Deutsche Wörter verpacke nicht. Ich glaube es kommt nicht ganz genau das rüber, was sich in meinem Kopf abspielt... Aber naja, ich habe ja schon wo geschrieben, dass ich irgendwann neu angefangen habe und dann mir vorgenommen habe, nichts mehr zu löschen. Was geschrieben ist ist geschrieben (ausser Rechtschreibfehler, wobei mein Word die ja nicht anzeigt... ), ansonsten wäre er jetzt immer noch nicht fertig, weil er mich immer noch nicht passt. Jaaaa, ich werde langsam anspruchsvoll. :D

Ach ja es sind 11 1/2 Seiten, sorry das es mehr als 10 sind, aber den zu trennen bring's wirklich nicht...

EDIT:
Zusammenfassung
Ich verbringe am 24. Dez einen schönen Morgen auf Tsubasa, auch wenn ich wegen den Temperaturen fast erfriere^^ / Für die Feiere am Abend gehe ich rüber aufs Gestüt zu Dad, Cate und Max. / Angelika ist plötzlich auch das. / Ich bemerke, dass Angelika schon fast so gut wie bei uns eingezogen ist und werde wütend, weil sie Mom Stelle damit einnimmt und Dad mir nichts gesagt hat. / Dad gesteht mir, dass er erst sicher sein wollte, ob Angelika wirklich DIE Frau ist und dann hatte er angst, dass er mich verlieren könnte wegen Angelika respektive sie wegen mir. Er entschuldigt sich und ich kann ihm mehr oder weniger verzeihen. / Max verstehet mich dabei besser als Dad und er baut einmal mehr die "Brücke" zwischen uns. / Nina ruft an und erklärt, dass Tirina verletzt ist. / Ich erfahre, dass Angelika Tiermedizin studiert hat und zusammen mit der TA untersucht sie Tirina: Diagnose Sehnenschaden / Ich erkenne, dass ich weniger ein Problem mit Angelika habe, sondern eher damit, dass Dad mir es nicht gesagt hat, sondern ich es auf diese Weise erfahren musste.

#3 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Fiona 04.02.2014 21:41

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Der ist so schön... aber jetzt bin ich eifersüchtig. So toll wie du werde ich nie schreiben können...

#4 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 04.02.2014 21:44

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Ach, sicher... Das ist gar nicht so schwer... ;)
Glaub mir in der Schule bin ich in Deutsch nicht gut und deswegen finde ich eure guten Kommentare doppelt so toll! Meine Cousine (sie ist die einzige die meine Beris sonst noch zu lesen kriegt) meinte letztlich, ich solle ein Buch daraus machen. Aber das wird nie geschehen, dafür sind sie zu schlecht und sprunghaft. :D

#5 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Fiona 04.02.2014 21:46

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Die sind nicht schlecht! Die sind super!!!!!!!!!

#6 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 04.02.2014 22:02

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Naja... Echt? Also manchmal habe ich das Gefühl meine Beris werden zu komplex für aussenstehende Leser, also wenn man sie nicht in einer Reihe liest und nicht mehr alles so genau im Kopf hat. Zudem habe ich das Gefühl sie werden immer... naja keine Ahnung wie... unrealister? nee, anders... halt so das es sehr viele Zufälle gibt, die dann wieder zu einem Zufall führen und so weiter... Ach aber ich denke du wirst das besser verstehen wenn du den nächsten Beri gelesen hast. Die Idee dafür geistert schon über ein Jahr in meinem Kopf herum, aber ich konnte mich noch nie wirklich dazu durch ringen und wollte ursprünglich das gar nie schreiben respektive nicht zum jetzigen Zeitpunkte. Da ich aber irgendwie eine Schreibblockade habe, dachte ich mir: Warum nicht diese Idee verwenden... Naja ihr werde es dann sehen respektive lesen. ;)

#7 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 23.02.2014 20:49

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*Up*

#8 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lisa 23.02.2014 22:18

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ohje, voll übersehen *rot.werd*

#9 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lisa 23.02.2014 23:15

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So :)
Ich gebe dir schonmal recht mit den kleinen Unstimmigkeiten bezüglich der Handlung & der Wörter, aber das fällt kaum auf, sodass man wirklich nur an einer Stelle merkt, dass du das nicht in einem durch geschrieben hast (du hast zweimal relativ nah hintereinander erwähnt, dass es ein Glück ist dass ein Grundstück nahe des Hofes frei ist, die stelle meine ich ;) )
Und ich finde es ein bisschen übertrieben, dass ihr direkt zu weit bei Tirina übernachtet, nur weil sie einen Sehnenschaden hat? Bei ner akuten Kolik oder so ja, aber ich hab noch nie davon gehört, dass man alle paar Stunden (auch nachts) den Verband wechseln muss, bei so einer Verletzung... Allerdings habe ich auch noch nie einen Sehnenschaden mitbekommen^^

Ansonsten ist der Bericht wieder recht gelungen, finde ich. Viel Gefühl eingebaut, und auch alle drei Pferde bewegt :D
Mir fehlt höchstens ein bisschen die Spannung, aber man kann ja nicht in jedem bericht ne mega Handlung haben, das wäre unrealistisch, wenn immer irgendein "abendteuer" zu bestehen ist.


Ausführlichkeit: 43/50
Personen 18/30
Schicksal des aktuellen Monats: -/20
Aufgabe des aktuellen Monats: -/10
Handlung: 35/50
Gesamt: 96

2.599 + 96 = 2.695

tja, Level gibt's ja schon lange lange nicht mehr^^

#10 RE: Nr. 23 - Weihnacht's Geschenke von Lucy 24.02.2014 15:48

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Also erstmals DANKE!!

Jep die kleinen Stolpere... :D Aber ich habe mir ja vorgenommen nichts mehr zu löschen, weil ich dann eh alles gelöscht hätte....

Und wegen der Verletzung. Habe schon 2 mitbekommen. 1. war am morgen früh und den musste man so mit einer Salbe immer wieder beschmieren... Die ersten 12-20 Stunden alle paar Stunden. 2. war in einem andern Stall und da haben sie einfach 2 mal gekühlt und dann gelassen...(da war aber auch nur der Verdacht da) Naja das 2 Personen bleiben mussten ist schon einwenig viel, aber ich bin ja eingeschlafen und wollte nicht weg, einfach weil sie verletzt ist. Angelika ist mehr geblieben, weil jemand bei mir bleiben sollte/sollte/müsste/... Wie auch immer und dann habe ich sie eben irgendwas machen lassen.^^ Und letzter Grund + wichtigster Grund: sonst wäre die Szene nicht drin...

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