#1 Nr. 26 - Veränderungen von Lucy 28.02.2014 14:37

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Joa ich habe sehr gute schreiblaune, deswegen gerade mal wieder ein Stückchen weitergeschrieben an meiner/Lucy's Geschichte. ;D Mehr brauche ich glaub nicht zu sagen... EDIT: Doch, Schicksal und Aufgabe wieder nicht drin, da wir immer noch keine gibt.

Nr. 26 - Veränderungen

Ich stand da, starte in den Raum, konnte nichts berühren. Alles erinnerte mich an die Zeit in Deutschland als ich noch ganz klein war. Überall lagen Dinge, die kleine Bruchstücke von Erinnerungen hervorriefen. Auch an Mom und das Zimmer hatte etwas tröstliches, etwas beruhigendes, so als ob sie hier wäre. Also ob sie mich beschützen würde. Ich stand da. Doch ich wusste, dass ich endlich Platz schaffen musste. Ich wusste zwar, dass ich nichts weg werfen musste, aber ich musste die Sachen wegräumen. Seufzend nahm ich die erste Schachtel und fing an die Spielsachen zu versorgen, die noch überall verstreut herumlagen. Das einzige was ich nicht in die Kisten packte war mein Teddy Dado, der hatte ich aufs Fensterbrett gesetzt. Langsam leerte sich der Raum immer mehr. Ich hatte die Spielsachen sortiert, solche die ich schon bald wieder für meine Kinder brauchen konnte und solche, die ich erst einmal in den Keller brachte. Ansonsten war nicht viel weiteres im Raum: Ein Regal, 2 Bilder an der Wand, ein kleine Kommode und eine Matratze in der Ecke mit vielen Kissen drauf. Dann ging ich nach drüben ins ehemalige Schlafzimmer von mir und Cate und das später Kinderzimmer meiner Zwillinge. Es war schon total verrückt. Ich war ein Zwilling und ich bekam Zwillinge! Es war fast schon ein bisschen beängstigend. Ich stand vor den beiden Bettchen und wusste schon, dass ich in diesem Zimmer nur das nötigste verändern wollte. Das hier müsste genau so bleiben. Ich Drehte mich zum Kasten um. Darin stapelten sich kleine Kleidchen. Es waren auch noch ein paar ganz kleine dabei. Ich nahm eines nach dem andern heraus, sah es mir an und dann entdeckte ich ein Kleidungsstück, das mir die Sprache verschlug. Da war tatsächlich die Kleidung, die ich und Cate auf dem Foto trugen, dass im LUCY-Album war. Das Foto, von dem ich erfahren habe, dass ich eine Zwillingsschwester haben muss. Ich hob die kleinen hellblauen Strampelhosen hoch und da wusste ich, dass ich die mitnehmen würde und dass ich die meinen beiden nach der Geburt anziehen würde. Sorgfältig strich ich sie glatt und legte sie auf die Seite. Den Rest sortierte ich nach Grösse, was meinen beiden noch lange viel zu gross sein würde, kam auch in eine Kiste und dann in den Keller.
„Lucy?“ hörte ich Dad rufen.
„Ja?“
„Bist du so weit? Können wir gehen?“
Mist, war es schon so spät? „Ja ich komme.“ Ich ging nach unten.

Es ging nicht lange ehe wir vor dem Krankenhaus hielten. Heute war eine Untersuchung angesagt, es waren nun 2 Tage vergangen seit ich entlassen wurde, aber die Ärzte wollten mich schon wieder sehen. Fragt mich nicht weshalb. Mir war mulmig zu mute, obwohl ich eigentlich nichts zu befürchten hatte. Dad forderte mich auf ihm zu folgen und wir gingen hinein. Dad ging die Gänge entlang, als kenne er sich super aus. Ich fragte ihn danach und er antwortete mir, dass er vor etwas mehr als 18 Jahre hier auch schon einige Mal durch gegangen sei. Meine Mutter hatte Cate und mich als hier auf die Welt gebracht! Ich konnte es kaum glauben. Wir mussten dann im Wartzimmer noch einige Zeit warten. Es hatte 2 andere Paare drin, beide schauten uns etwas schräg an. Was sahen sie in uns wohl? Vater und Tochter? Aber was würden wir dann hier machen? Ich war unheimlich froh, dass ich Dad an meiner Seite hatte, dass ich den ganzen Silvermoon-Trupp hinter mir hatte. Da konnten mir die Blicke der andern nichts antun. Aber wenn ich das alles ganz allein durchmachen müsste, dann wäre ich vermutlich an ihnen zerbrochen. Besonders wenn ich Cate nicht hätte. Wie hatte sie es formuliert? Die Blicken nur so blöd, weil sie neidisch sind, dass sie ein 0815 Leben führen und nicht so besonderes und interessantes Leben führen wie du. Wie viel wahr daran ist, ist eine andere Frage... Naja es war auf jeden Fall eine interessante Sichtweise von Cate, die mir ein lächeln auf das Gesicht zauberten. Und dann kam ich sogar noch vor den andern dran, was mir noch böse Blicke einbrachte. Ich ging mit unsicheren Schritten dem Arzt hinter her. Es war Dr. Steiger. Wir trafen dann in einem kleinen Raum auf Frau Dr. Sommer. Ich erfuhr, dass sie gerne einen Ultraschall machen würden um zu wissen, wie es meinen Zwillingen ging. Es war das erste Mal, dass ich meine kleinen Kinder sah. Davor hatte ich nie auf den Bildschirm gesehen, weil ich es nicht wahrhaben wollte. Da waren sie auf dem schwarz weissen Bildschirm zu erkennen. Es war ein Gefühl, dass ich nie beschreiben werden kann, auch nicht in 100 Jahren. Dieses Gefühl lässt sich nicht in Worte fassen, auch nicht in Bilder. Mein Vater hatte Tränen in den Augen und drückt meine Hand. Ich glaube er war beinahe so aufgeregt wie ich. Was er wohl fühlen mochte? Sah er meine Kinder wirklich als seine Enkel oder doch eher als eine Art eigene Kinder, weil ich doch noch so jung war... Ich wusste es nicht und konnte ihn auch nicht danach fragen. Die beiden Ärzte redeten in einer Art Fachchinesisch miteinander. Doch am Ende „übersetzten“ sie es für mich noch. Sie waren immer noch beunruhigt, weil das eine Kind kleiner war als das andere und auch weil sie für ihr Alter generell sehr klein waren. Doch es ging ihnen sonst gut und deswegen entliessen sie uns wieder. Jedoch verlangten sie eine erneute Kontrolle in wenigen Tagen und für den Fall, dass ich mich plötzlich komisch fühlen sollte, musste ich sofort kommen. Ich war froh darüber, dass ich gehen durfte. Ich mochte Krankenhäuser nicht. Schon recht nicht, wenn ich eigentlich kern gesund war.

Wir trafen Angelika in einem kleinen Restaurant. Nachdem ich und Dad uns auch was zu trinken bestellt hatten, sag Angelika mich fragend an. „Und?“
„Es geht den beiden gut, zwar sind sie klein – besonders eines – aber ansonsten haben die Ärzte nichts gefunden. Es wissen nur nicht genau, weshalb sie nur so klein sind.“
„Machst du dir Sorgen deswegen?“
Ich überlegte. „Nein, eigentlich nicht. Solange es ihnen sonst gut geht, ist ja alles bestens. Die Körpergrösse können sie auch später noch aufholen.“
„Ja. Das stimmt.“ Angelika lächelte mich an.
Unser Getränk kam und wir legten das Thema erst einmal aufs Eis. Stumm tranken wir ein bisschen. Verstohlen sah ich Dad an, wie er Angelika eine Hand auf ihren Bauch legte und sie anlächelte. Einen solchen Moment konnte ich nicht erleben... Angelika lächelte zurück und legte den Arm um Dads Schulter. Die Situation musste von aussen betrachtet ganz normal wirken. Mutter, Vater, Tochter. Ganz alltäglich. Wie verrückt das war, denn hier waren Vater, wiedergefunden Tochter, die neue Freundin des Vaters, dessen gemeinsames ungeborenes Kind und die ungeboren Enkelkinder, die aber älter waren als das noch ungeborene Kind... Ganz verrückte.
„Lucy, weißt du schon wie du deine Kinder nennen willst?“
„Äh nein, ehrlich gesagt noch nicht genau. Warum?“
„Naja, es wäre irgendwie blöd wenn wir an dieselben Namen gedacht hätten.“ Druckste Dad herum. „Eigentlich wollten wir den Namen nicht verraten, aber unter diesen Umständen...
Ich lachte. „Ja das wäre blöd wenn wir dann 2 Marc oder Sarahs hätten.“
„Wir haben an Magdalena Chiara oder Benjamin Jonathan gedacht. Kurz Lena oder Ben.“ Sagte Angelika.
„Ich hoffe, du findest das nicht schlimm, dass es zwei Namen sind, aber das ist in Angelikas Familie Tradition. Das erstgeborene Mädchen heisst Chiara, der erstgeborene Sohn Jonathan. Schon seit 7 Generationen!“ fügte Dad hinzu.
„Das bedeutet, du heisst eigentlich Angelika Chiara Meyer?“
„Ja. Und mein Bruder Torben Jonathan, er lebt in Kanada und deswegen bist du ihm noch nie begegnet.“
„Ich finde das schön. Ich habe auch schon an so was gedacht... “
„An was?“
„Na das ich den Namen meiner Mutter hinten anhänge bei einem meiner Kinder.“
Dad sah mich an. „Das finde ich eine schöne Idee, schliesslich...“ sagte Dad.
„...stammen sie auch aus London, der Heimatstadt von ihr. Deswegen habe ich auch überlegt, ob ich zwei Namen mit L suchen sollte, aber das habe ich schon wieder über Bord geworfen.“
„Hast du denn schon Namen? Sind zwar erst ein paar Tage vergangen seit...“ meinte Dad.
„Ich möchte Namen die im Englischen auch gut ausgesprochen werden können, aber trotzdem auch hier her passen. Also fällt Matthew, Timothy, Ethan, Tyler, Dylan, Zachary... Schon mal weg. Wobei mir von denen Matt am besten gefällt, auch Timo wäre nicht schlecht.“
„Also hast du noch keine Namen?“ fragte Angelika
„Doch. Sebastian würde passen, der gefällt mir auch gut.“
„Einen für das andere Kind hasst du noch nicht?“ hackte sie nach.
„Vielleicht Oliver, Daniel, Christian.... Daniel ab ehesten...Aber so ein richtige passender habe ich nicht gefunden. Noch nicht. Viel Gedanken habe ich mir aber auch noch nicht gemacht.“
„Also kommen Jonathan und Benjamin nicht in Frage?“
„Speziell daran habe ich noch nicht gedacht. Wenn dann schon eher Benjamin als an Jonathan, aber keine Angst, ihr nehmt mir den nicht weg.“ Erklärte ich Angelika, die bedenken hatte.
„Und bei den Mädchennamen?“
„Da gibt es viel zu viele schöne Namen, auf jeden Fall sind es auch nicht Magdalena oder Chiara. Es soll auch ein Name sein, der englisch sowohl auch deutsch gut ausgesprochen werden kann und natürlich etwas länger ist. Ich finde länger Namen schöner, Abkürzen kann man sie immer noch.“
„Du meinst, es ist gut, dass wir dich nicht nur Lucy getauft haben?“
„Ja, das ist perfekt. Wie hätte ich eigentlich als Junge geheissen? Respektive wie hätten wir als Junge geheissen?“
„Du wist lachen.“
„Warum?“
„Deine Mutter wollte Matthew.“
„Echt?“
„Ja. Aber da wir in Deutschland lebten einigten wir uns auf Mathias und der zweite Name wäre Patrick gewesen, kurz Paddy und Matt.“
Ich schaute aus dem Fenster. Dann blickte ich Dad wieder an. „Wenn es Mädchen werden, dann möchte ich als Zweitnamen Nataly und Colleen – die weibliche vor von Colin – nehmen. Wenn es Jungs werden, wusste ich nicht, ob ich 2. Namen vergeben werde, weil neben Colin ich dann eine weiblich Form von Nataly hätte finde müssen, die mir gefällt. Nathan find ich schrecklich! Das tönt irgendwie nach Satan und anderem Bösen...“
„Und jetzt?“ fragte Angelika interessiert.“
„Wenn es zwei Junge werden, bekommen sie die Zweitnamen Colin und Matthew bekommen.“

Als wir im Restaurant fertig waren fuhren wir in verschieden Läden. Angelika wollte noch in den Babyartikelladen. Früher habe ich da nie rein gewollt, aber irgendwie hatte ich jetzt auch nicht das riesige verlange da rein zu gehen, aber ich ging mehr den andern beiden zuliebe mit. Meine Begeisterung wurde im Laden nicht besser. Ich war heilfroh, dass die Verkäuferin ganz auf Angelika fixiert war, deren Bauch man zwar ebenfalls fast nicht sah – gut wenn man es wusste und genau hin schaute schon eher ein wenig. Ich sah mich unauffällig um und war dankbar, dass die alten Sachen von mir und Cate noch da waren. Gut wenn es keine Mädchen waren würde ich nur ein Teil brauchen können, nur das was nicht speziell für Mädchen war. Zum Glück war dies bei den kleinen Grössen oftmals so. Erst bei den grösseren Kleidern wurde es dann stark mädchenhaft. Als es dann gegen 3 Uhr zu ging war ich sehr froh, dass Cate kam und ich mir ihr ins nahe gelegene Möbelhaus verschwinden konnte. Ich hielt es einfach nicht aus, das meine Kinder von IHM stammten. Wenn ich solche Sachen sah, andere Pärchen –ausser Angelika und Dad – die ein Kinder erwarteten, wurde ich immer daran erinnert. Und leider waren in einem Babyartikelladen diese Personen anzutreffen... Wäre ja komisch wenn nicht!
Ich folgte Cate also ins Möbelhaus. Dad hatte mir gesagt, dass ich mir neue Möbel auswählen durfte, da ich ja keine eigenen besass. Auch für meine Kinder hätte ich neue bekommen, aber ich wollte die alten von mir und Cate, weil sie mich an Mom erinnerten. Weil Mom sie ausgesucht hatte... Schlussendlich fanden wir ein hübsches Bett mit einem hellen Holzrahmen, einen schmalen Schrank aus demselben Holz und ein Schreibtisch. Eine kleine Kommode und ein Regal hatte es schon im Zimmer gehabt und die passten auch gut dazu. Zudem fand ich die Kombination mit den goldgelben Wänden – Goldengate wie Dad die Farbe nannte - sehr schön. Die Wände strahlten auch jetzt im Winter wärme aus und man fühlt sich als würde die Sonne scheinen an einem schönen Sommertag draussen. Überhaupt fand ich naturbelassenes Holz perfekt, auch wenn der Verkäufer uns die Möbel auch in weiss oder mit Metall anbot. Helles Holz, das fand ich schön.

Am nächsten Tag machte ich mich schon früh mit meiner Schwester auf den Weg ins Gestüt. Ich war nicht mehr da gewesen seit... Das war ja noch im alten Jahr gewesen! Cate und Angelika war öfters dagewesen, aber nur dann wenn wenige andere Personen da waren und vermutlich hielten einige Cate auch für mich. Wirklich auseinander kannten uns nur Dad. Gut beide hatten verschiedene Kleider und so, aber wenn sie nicht wussten ‚Das ist ein Pullover von Lucy’ hatten viele keine Chancen
Wir fuhren also auf den Hof und wir stiegen aus. Die Boxen waren leer und alle Pferde draussen auf den Winterweiden. Bis natürlich auf Tirina. Nina war so lieb und liess immer ein zweites Pferd auch drin, das sie aber alle paar Stunden wechselte. Jetzt war es Sunny, die 2 Boxen weiter stand. Ich begrüsste meine Stute, dass sie mit einem grummeln quittierte. Cate beschloss Madonna zu reiten und so ging sie und holte sie von der Weide, während ich schon einmal Tirina ausgiebig putzte. Als sie wieder kam, hatte sie Orio gleich auch dabei.
„Der kleine Kerl wollte auch mit. Ist’s okay? Soll ich ihn in die Führanlage tun?“
„Nee lass mal, ich longiere ihn.“
„Okay, wie du willst, überanstrenge dich aber nicht!“
Ich warf eine Bürste nach meiner Schwester. „Ich bin nicht KRANK!“
„Schon gut, schon gut. Aber du musst dich schonen, Dad würde mich umbringen, wenn du dich in deinem Zustand überanstrengst und dann was passiert.“
„Oh hallo Lucy! Hallo Cate, schön dich mal wieder zusehen. Wünsche dir noch nachträglich ein schönes Neues Jahr, Cate.“ Cate sah mich mit dem JETZT-Blick an.
„Nina...“ druckste ich herum.
„Du hast mich nicht gesehen, Cate war all die Tage hier bei meinen Hottis.“
„Echt jetzt? Ich habe es nicht bemerkt. Bin ich dein Dummkopf! Aber warum das den?“
Ich blickte auf die Schuhe. „Ich bin schwanger und darf deswegen nicht reiten. Ich wusste es auch nicht, aber am 31. Dez bin ich beim Ausreiten von Madonna gefallen und dann war ich länger Zeit im Krankenhaus.“
„Wow.“ Das war alles was von Nina kam. „Wow, mein Gott.“
Ich sah sie an. „Mit Zwillingen und bevor du fragst, nein ich kenne den Vater nicht.“ Dann drehte ich mich um. Ich wollte nicht weiter darüber reden.
„Mein Gott Lucy, das sind ja mal News!“ meinte Nina überrascht. „Wie lange geht’s dann noch?“
„Nicht mehr lange.“ Antwortet Cate an meiner Stelle, die spürte, dass ich nicht mehr länger drüber reden wollte. Auch Nina schien das nun zu merken.
„Dann muss ich je nicht mehr lange warten, bevor ich eurem Vater zu seinen Enkeln gratulieren kann! Kann mich ja schon mal an Stricken von zwei kleinen Mützchen machen. Wobei ihr müsst wissen, ich habe dies das letzte Mal gemacht, als ich noch in der Schule war und dazu im Handarbeitsunterricht gezwungen wurde.“ meinte Nina und versuchte die Stimmung zu heben.
„Wenn du schon dabei bist, kannst du auch gerade ein drittes machen!“ meinte Cate schmunzeln.
„Für wen, wenn ich fragen darf?“
„Ach, dass weiss du auch noch nicht. Lucy und ich bekommen im Frühling ein kleines Geschwisterchen.“ Erklärte sie.
Jetzt stand Nina der Mund nur noch offen. Klappt ihn dann weniger später wieder zu.
„Das meist du jetzt nicht ernst? Jetzt hast du mich aber für einen kleinen Moment wirklich verunsichert. Scherz war gut, Cate.“
„Nein, Nina“ mischte ich mich ein, „Wir bekommen wirklich eine Schwester oder einen Bruder. Zumindest ein Halbgeschwister.“
„Wirklich? Kann mich mal jemand kneifen, träum ich?“
„Kann ich gerne machen.“ Meinte Cate und ich wusste noch bevor sie sich zu Bürste bückte, dass sie diese Nina einschmeissen würde.
„Hey, ich habe gehört, dass man eurem Vater schon bald gratulieren darf, nur das Datum habe ich verpasst.“ Fragte Davi, die soeben den Stall betreten hat.
„Im Frühling.“ Meinte Cate, „Aber erst darfst du mir noch zur doppelten Tante gratulieren. Wenn Lucy sich ein bisschen beeilt schon sehr bald.“ Cate und ihre Sprüche, das war einfach eine Nummer für sich.
Davi schaute von mir zu Cate und dann wieder zu mir. „Lucy du bist schwanger?“
„Gut kombiniert.“ Murmelte ich. Ich hatte jetzt echt keine Lust auf Gespräche.
„Und wer ist der glückliche, ich wusste ja gar nichts davon?“
Ich hätte Davi in Stücke zerreissen können. „Ich kenn ihn nicht.“
„Ach komm schon Lucy. Wer ist?“
„ICH KENNE DIESES ARSCHLOCH NICHT, KAPIERT??!“ schrie ich und rannte aus dem Stall. Ein L-u-c-y hallte mir hintendrein. Doch ich rannte. Ich merkte, dass ich nicht ganz so viel Energie hatte und flüchtete ins Reiterstübchen. Es ging nicht lang, da tauchte Cate auf. „Lucy, es tut mir leid, ich hätte dich beschützen müssen. Ich habe es noch geahnt, Ach Lucy.“ Cate stürzte auf mich zu und schloss mich in ihre Arme. „Ich habe Davi die Leviten gelesen, nur damit du es weist. Keiner kommt ungeschoren davon.“
„Das hättest du nicht tun müssen.“
„Doch, du bist schliesslich meine Schwester, meine Zwillingsschwester.“
Ich schluckte. „Danke.“
„Und nun komm, Orio wartet drauf, dass du mit ihm in die Halle kommst und Madonna wartet auch auf mich.“
Ich nickte, wischte mir die Tränen aus den Augen und folgte Cate. Wir gingen hinüber in die Halle, keine war da und so konnten wir ungestört mit den Pferden arbeiten. Orio machte gut mit und so konnte ich immer mal wieder einen Blick auf Madonna und Cate werfen. Cate ritt wirklich verdammt gut. Sie forderte Madonna richtig und gab ihr aber auch genügend Pausen dazwischen. Ich freute mich, dass es so gut klappt. Auch Cate schien ihren Spass an der Sache zu haben. Später erzählte sie mir, dass es sich ganz anders anfühle ein Kaltblut zu reiten als Carry oder Faro. Kein Wunder, die waren auch ‚nur’ 200-400 kg leichter.
Irgendwann dazwischen war Lisa mit Magic in die Halle gekommen, doch auch zu dritt ging es noch perfekt. Als ich die Halle verliessen wollte, stand Davi und Nina da. Doch ich konnte schliesslich unmöglich für immer in der Halle bleiben. Cate sah die Situation und beendete die Stunde mit Madonna auch. Sie ging neben mir aus der Bahn.
„Lucy, ich wollte dir nur sagen, dass es mir wirklich leid tut. Ich dachte wirklich du machst einen Scherz... Sorry.“ Meinte Davi zerknirscht. Auch Nina sah etwas betroffen aus. „Schon okay.“ Meinte ich grossmütig, obwohl ich es noch nicht ganz verdaut hatte. Lisa kam mit Magic angeritten: „Lucy, ich habe gehört, man kann dir schon bald zu deinem Kind gratulieren. Das ist echt krass! Megakrass. Vergiss mich nicht zu informieren, wenn du das erste Mal mit ihm hier auftauchst.“ Genau deswegen wollte ich es niemand sagen. Schon bald würden es alle wissen, alle würden auf mich zeigen: Das ist die, die von ihrem Vergewaltiger Schwanger wurde mit Zwillingen und das mit 18 Jahren! Cate warf mir einen prüfend Blick zu, ich nickte fast unmerklich, doch sie nahm es war. „So schnell geht es dann auch wieder nicht, Lisa“ sagte ich und versuchte alles in mir runter zu schlucken. Ich musste lernen damit klar zu kommen. „Ach, was du wirst sehen, kam sagst du Papp, wird dein Kind deine Pferde reiten.“
„Wenn schon Kinder, Mehrzahl, ich bekomme Zwillinge.“
„Ohh...Zwillinge“ Lisa hatte es gerade die Sprache verschlagen, ganz im Gegenteil zu Davi.
„Aber das positive daran ist, dass Sweety sich schon bald nicht mehr retten kann vor Reiter. So lange keiner und schon bald wird sie gleich zwei haben.“ Gab Davi von sich.
„Ihr seid mir wirklich lustige Personen, so schnell wird das nicht gehen. Da muss sich die arme Sweety noch ein bisschen gedulden.“ Meinte ich.
„Ach was, 1-2 Jahre und du bringst die nicht mehr los von ihr.“ Vermutete Davi.
„Hey, die können mit dem alter unmöglich reiten.“ Reklamierte ich.
„Lucy DU stammst aus einer Reiterfamilie, gerade du solltest doch auch selber mit 2 sicher schon auf dem Pferd gesessen sein mit Hilfe deiner Eltern.“ Sage Davi.
„Ich? Nein, erst mit 11 hatte ich meine erste Stunde.“ Klärte ich auf.
„Nein, Lucy du bist genau wie ich schon mit 2 auf Silvermoon gesessen und auch auf Faro, als wir die hatten.“ Fuhr mich Cate an. „Vergiss das nicht, es gab auch ein Leben vor deinem London-Leben, vor deiner Erinnerung.“
Aber ich konnte mich doch erinnern an die Zeit in Deutschland. Aber an das reiten nicht. Aber es stimmte es gab Fotos von mir auf Pferden mit diesem Alter. „Gut, aber das zähle ich nicht...“ gab ich zu bedenken.
„Eben, also wird Sweety doch schon bald 2 Reiter bekommen.“ Meinte Davi.
„Jep... Früh übt sich wer mal Meister werden will.“ Fügte Lisa an.
„Ja Lucy. Schliesslich ist noch nie ein guter Reiter vom Himmel gefallen. Vom Pferd aber schon!“
Wir mussten alle herzhaft lachen. Cate war einfach Cate, ich liebte sie für ihre Art und auch dafür, dass sie einfach für mich da war.

Auf dem Heimweg liess mich Cate bei meiner WG raus. Dad würde mich dort später abholen. Ich schoss auf und ging rein. Sam war völlig überrascht mich zu sehen. Sie war verwirrt, scheinbar hat ihr mein Vater gesagt, dass ich eine starke Grippe hätte und deswegen bei ihm wäre, damit ich sie nicht anstecke. Ich erklärte ihr kurz und knapp, dass ich schwanger war mit Zwillingen, es nicht mehr allzu lange dauerte und das ich keine weitern Fragen wollte. Sam respektierte das und sah sich die Fernsehsendung weiter an. Ich ging in mein Zimmer. Ich wollte schon einmal ein Teil mitnehmen, wenn Dad heute kam. Aber halt stopp, ich hatte Sam ja gar noch nicht gesagt, dass ich aufs Gestüt ziehe... Mist. Ich ging also zurück ins Wohnzimmer.
„Du Sam... Da ist noch was, was ich dir sagen möchte.“
„Ich auch. Aber kannst gerne zuerst.“
„Mach du.“
„Okay. Ich ziehe weg, nicht sofort, aber schon bald. Ich habe meine Traumstelle gefunden, die liegt aber etwas weiter weg.“ Wow, dachte ich, dann ist ja als kein Problem mehr. „Was für eine?“ fragte ich.
„Bei einer Frau, sie besitzt 3 Sportpferde. Eines ist schon eher älter aber geht noch aktiv im Sport, eines ist jetzt seit 2 Jahren eingeritten und hat schon einige vielversprechende Leistung gezeigt und das dritte will sie diesen Frühling einreiten. Leider hat sie irgendetwas am Rücken, die Ärzte haben ihr Reitverbot erteilt. Lebenslänglich, doch sie will das nicht glauben und meint, dass sie schon irgendwann wieder auf den Pferderücken anzutreffen wäre. Und schon gar nicht will sie mit der Pferdehaltung aufhören. Aber sie braucht jemand der sich um ihre Tiere kümmert, im Moment sitzt sie noch im Rollstuhl. Aber das wird sich wieder ändern, spätestens in einem Jahr wird sie nur noch an Krücken gehen müssen, aber sie hofft schon in 3 Monaten... Aber das ist nebensächlich. Ich müsste mich um ihre Pferde kümmern, stehen aber in einem TP stahl. Also „nur“ Reiten und einmal täglich Misten und füttern. Der Rest wird gemacht. Ich hätte völlig frei Hand bei der Ausbildung des Jungen und dürfte die andern auf Turnieren reiten. Zudem hat es noch viele weitere Pferd im Stall, die ich vielleicht auch irgendwann einmal ausbilden oder an Turnieren vorstellen dürfte. Also von andern Besitzern. Snow darf ich natürlich mitnehmen. Sie zahl mich gut, ich kann mein Pferd gratis einstellen, hätte eine Wohnung mit 3 ½ Zimmern mit kleinem Garten fast direkt beim Stall und doch mitten in der Stadt respektive grösseres Dorf...“ Sam kam ganz ins schwärmen.
„Das MUSST du machen.“
„Findest du also auch?“
„Ja und wegen mir musst du dir nicht den Kopf zerbrechen, ich werde zu meinem Vater aufs Gestüt ziehen, das wollte ich dir sagen. Wann gehst du genau?“
„Ich dachte, auf Ende Monat, weil das wegen Miete und so einfacher ist. Sie hätte es natürlich gerne so schnell wie möglich.“
„Dann geh, warum wartest du noch? Ich gehe auch schon bald zu meinem Vater.“ ich hatte das Gefühl, sie blieb nur wegen mir so lange.
„Wenn du meinst?“
„Geh nur, man muss solche Chance beim Schopf packen.“ Sam strahlte mich an. „Du hast Recht, ich rufe sie gleich an.“

So kam es, dass wir kurze Zeit später beide unsere Sachen in Taschen und Kartonkisten packten, die Sam noch auftreiben konnte. Ich packte meine Kleider und andere nicht zerstörbare Utensilien in meine Taschen, die ich damals als ich aus London kam auch dabei hatte. Dann nahm ich mir eine Karton Schachtel und fing an Bilder von der Wand zu nehmen. Auf dem einen war ich als elfjährige auf einem Pony zu sehen. Ein New-Forets-Pony war es, wenn ich mich nicht ganz täuschte und sie hiess Norina. Es war eine kleine hübsche braune Stute, die ich von der ersten Reitstunde an liebte. Ich packte also das Norina-Bild ein. Dann nahm ich das Foto von meiner Mutter vom Nachttisch und legte es auch in die Schachtel. Das Bild von Colin, mir Mom und Lou – der Mischlingshündin von Colin. Auch dies kam in die Schachtel. Dann nahm ich sorgfältig meine Schätze aus meinem Nachtischchen: Ein paar von Madonnas Mähnenhaaren, ein kleines Steinherz, das mir Chloe als Glücksbringer geschenkt hatte bei meiner Abreise, Lous Hundemarke, welche ich bekommen habe nach ihrem Tod, ein altes Eisen, welches ich noch in London einmal gefunden habe und dann natürlich noch ein Stapel Bücher. Zu ersten einmal mein Lucy-Album mit Fotos aus der Zeit in London und den Fotos auf denen ich von Cate und Tim erfahren habe, mein Lucy-Cate Buch welches wir gebastelt haben mit Fotos von uns, die aus den ersten Wochen in Deutschland stammten und natürlich waren alle Artikel aus Zeitungen und Magazinen drin. Als letztes nahm ich die Schachtel heraus, die ich an meinem 18. Geburtstag bekommen habe. Die Schachtel mit den Tagebüchern von Mom. Ich hatte noch keine einzige Seite daraus gelesen. Es kam mir irgendwie falsch vor. Doch plötzlich hatte ich das Gefühl, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt war ein erstes Stück zu lesen. Ich nahm irgendeines heraus und begann zu lesen.

Heute habe ich IHN wiedergesehen, er war da. Tim. Ich hatte solche panische Angst, er könnte mir Lucy wegnehmen. Ich jagte ihn fort, doch er kam wieder, wie schon davor. Aber ich konnte es nicht zulassen, dass er Lucy sah. Er durfte sie mir nicht wegnehmen, klar ist es nicht recht, dass sie ohne ihre Schwester aufwachsen musste, aber wenn er unbedingt wollte, dass beide zusammen aufwachsen, warum schickte er dann nicht einfach Cate hier her? Am Nachmittag kam er wieder und da war noch mein Vater da. Ich musste also wohl oder übel etwas freundlicher sein. Doch zum Glück hatte Lucy mal wieder ich-komme-nicht-eher-raus-bevor-ich-reiten-darf-Tag und kam nicht aus ihrem Zimmer, wollte auch niemand sehen. Mein Vater wollte Lucy da raus holen, aber sie streikte. Zum Glück!

Ich erinnerte mich, als mir Dad die Szene erzählt hatte. Es war vor einem Arzttermin gewesen als ich mein Bein im Gips hatte. Er hatte mir erzähl, wie er vergebens versucht hatte mich zusehen, nachdem er ein Lebenszeichen von mir erhalten hatte. Ich hatte eine Zeichnung gemalt. Ich wusste auch noch welche und wann ich das gemachte hatte. Es war als ich einmal Colin nach meinem Vater fragte, nachdem ich in der Schule ausgelacht worden war, weil ich gesagt habe, dass ich keinen Vater hätte. Colin meinte, dass auch ich einen Vater hätte nur einen andern als die andern. Meiner würde nicht mit mir leben sondern mich von einem andern Ort aus beschützen. Als ich fragte, ob ich etwas tun könne, um ihn zu sehe sagte er mir, dass vielleicht eine schöne Zeichnung helfen würde. Ich zeichnete und liess mir von ihm das Wort für Vater diktieren. Ich erhoffte mir, dass von wo immer auch mein Vater war, dass sehen würde und kommen würde. Ich konnte mir nicht vorstellen wo das war. Für mich war er damals eine geheime Figur, eine Art Märchenfigur, die magische Fähigkeiten hatte. Ich fühlte mich stolz einen solchen Vater zuhaben – einen Vater wie ich ihn mir zusammenreimte. Es machte mir nichts aus, wenn die andern über mich lachten, weil ich keinen Vater hätte. Sie wussten ja nicht das ich sehr wohl einen Vater hatte und eines Tages würde dieser aus der Märchenwelt kommen und mich abholen kommen mit einer Kutsche und vielen weissen Pferden davor. Er würde mich dann in sein Palast führen und mich zur Prinzessin machen. Ja genau das glaubte ich. Später wurde der Märchenkönig-Dad dann eher zu einer normaleren Person, aber er war immer etwas besonders. Bis ich irgendwann realisierte, dass es viele andere Kinder gab ohne Mutter und Vater und ich das ganz normal fand. Ich interessierte mich nicht mehr für ihn. Manche Kinder hatten Mutter und Vater, andere nur Mutter oder Vater. Das war normal so und ich stellte keine Fragen bis ich zu alt wurde und mich nicht mehr getraute zu fragen... Nur die Zeichnung von damals existiert heute noch, es war die Zeichnung in Dads Büro. Colin hatte sie ihm gesendet, worauf er auch nach London folg und genau do spielte sich jene Szene im Tagebuch ab. Ich legte es weg. Für heute reichte dieser Eintrag. Ich packte die Kiste auch in die Kartonschachtel und sah mich im Zimmer um. Das meiste war nun verpackt. Genau in diesem Moment kam Dad mich abholen. Er sah die Taschen und schien glücklich darüber zu sein, dass ich bereit war schon so schnell zu zügeln. Er lud die Sachen ins Auto während ich noch in eine andere Kiste Sachen aus dem Bad und die paar wenigen Sachen aus der Küche die mir gehörten reintat. Dann half mir Dad noch alle meine Jacken und Schuhe zusammenzusuchen und ich verpackte sie in eine dritte Schachtel. Meine ganzen Sachen lagen nun in seinem Auto. Zumindest hatte ich das Gefühl, doch dann viel mir ein, dass ich ja noch im Wohnzimmerbücher hatte. Dad wollte nicht, dass ich noch mehr arbeitet und trug sie auch ins Auto. Als ich gekommen war, hatten 2 riesige Taschen gereicht, jetzt waren noch mindestens 3 Kartonschachteln dazugekommen. Nun glaubte ich, alles zu haben, aber ich würde eh noch ein zwei mal herkommen und so fuhren wir los. In Sonntal angekommen parkte Dad das Auto vor dem Haus und Cate kam raus und verband mir die Augen, dann führte sie mich die Treppen rauf. 1. Treppe: Wohnzimmer/Esszimmer, 2. Treppe: Stock von Dad’s Schlafzimmer und Cate Zimmer, 3. Treppe: Also ging es ganz nach oben. Ich hörte wie Türen geöffnet wurden und dann nahmen sie mir das Tuch ab. Ich stand da im Gang. Das Nilpferd hing immer noch an der Wand, aber sonst war es anders. Auf der einen Tür klebte immer noch LUCY, aber darunter war ein Bild von Madonna auf der Weide zusehen. Tirina war auf einem andern, auf einem dritten war Orio, auf dem vierte Zoey, dann war da Cate und ich nebeneinander auf einer Bank,... Es war eine riesige Collage. Ich strahlte. Die andere Zimmertür war mit zwei herzigen kleine Tafeln versehen worden, in die man ein Foto stecken konnte. Gespannt öffnete ich meine Tür. Sie hatten tatsächlich alles aufgebaut! Mir gefiel der Raum und ich fühlte mich schon jetzt heimisch. Ich sah mich um. Das Bett stand genau wie ich es wollte unter dem Dachfenster, der Schrank neben der Tür, die Kommode vis-à-via und dahinter an der Wand war ein Spiegel mit Holzrahmen befestigt worden. Der Schreibtisch stand vor dem Fenster. Neben dem Fenster gab es eine Art Balkontür, die aber nirgends hinführte. Von dieser Glastür bis zur Ecke war noch etwas platz und da stand ein gemütlicher Sitz sack und daneben das Regal, auf dem eine Topfpflanze stand, die schon eine beträchtliche länge nach untern gewachsen war. Und erst dann sah ich die Bettdecke und die Vorhänge. Sie waren im selben wunderschönen blau. Ich liebte blau!
„Wo habt ihr die aufgetrieben?“ fragte ich.
„Selber genäht“ meinte Angelika.
„Du kannst so gut nähen?“ fragte ich erstaunt.
„Ja und in letzter Zeit durfte ich ja sowieso nicht reiten, von dem her hatte ich viel Zeit.“
„Danke.“ Ich umarmte Angelika. Ich fand das super von ihr. Sie schien etwas überrascht, dass ich sie so plötzlich umarmte. Doch nach einem anfänglichen Zögern, schloss sie mich in ihre Arme. „Gern geheschene Lucy.“ Wir waren uns in letzter Zeit immer näher gekommen, aber ich glaube es war dieser Moment, der mir gezeigt hatte, dass ich Angelika wirklich mochte. So wirklich stark. Sie war für mich kein Ersatz für Mom, aber eine Frau, die hinter mir stand, die mich liebte, die mich unterstützte, kurz: die einfach für mich da war. Ich war ihr dafür sehr dankbar. In gewisser weise ersetzte sie Mom doch, aber einfach nur in den Tätigkeiten. Ihre Stelle würde sie nie einnehmen.
Dann ging ich hinüber ins Kinderzimmer. Da war alles noch fast gleich. Nur hier war die Wand in einem hellen hellgrün gestrichen, was mir aber zuvor irgendwie noch nie wirklich aufgefallen war. Aber das viel mir jetzt auf, da ich die Bettchen ansah. Sie hatten über bei so eine Art Stoffdach aus einem hellgrünen Stoff bekommen. Und die kleinen Bettdecken hatten einen Anzug aus demselben Stoff wie meine Bettdecke. Und dann sah ich die Vorhänge, die waren auch aus dem blauen Stoff, aber im Unterschied hatten sie noch eine hellgrüne Schleife dran, welche die Vorhänge auf die Seite hielten. Die kleinen Unterschiede machten es aus. Plötzlich wirkte auch dieser Raum wach und einladender als zuvor, so als könnte er kaum erwarten endlich seine Bewohner kennenzulernen.
„Schau Lucy, was wir heute im Laden noch gefunden haben, ich hoffe sie gefallen dir.“ Dad nahm zwei Bärchen aus einer Tüte: der eine hatte ein hellgrünes T-Shirt an und der andere ein blaues. „Als wir sie sahen, mussten wir sie einfach kaufen, sie passten zu perfekt.“
Ich nahm sie in die Hand. „Sie sind toll, sehen fast so aus wie Dado, nur ohne T-Shirt.“ Sagte ich und legte die beiden Bärchen in die beiden zu einem grossen zusammengeschobenen Bettchen.
„Danke euch allen für das hier.“ Bedankte ich mich.
„Gern geschehen.“ Meinte Dad.
„Soll ich dir helfen deine Sachen einzuräumen?“ fragte Cate.
„Wenn du nichts Besseres zu tun hast, gerne.“
Wir räumten also meine Sachen in die Schränke, Regal und Kommode. Mit jedem Teil, welches ich einräumte wurde das Zimmer noch ein Stück mehr mein Zimmer. Am Ende kam dann noch Dad mit Nägeln und wir hängten die Bilder auf. Norina und ich über meinem Bett, das Bild von Mom kam auf mein Nachttischchen, die Bilder von Deutschland mit Cate, Dad, Madonna, Silvermoon, Tiri und allen andern hängte ich in einer Reihe nach unten neben die Tür. Als dann alles fertig war und ich mich umschaute, hatte ich schon fast das Gefühl, schon mein ganzes Leben ihr drin verbracht zu haben.

#2 RE: Nr. 26 - Veränderungen von Lucy 28.02.2014 14:44

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Zusammenfassung:
Untersuchung im Krankenhaus; alles okay / treffen dann Angelika im Restaurtant und sprechen über die Namen, damit es nicht plötzlich zwei Marc oder Sarah auf dem Hof gibt / Mein Geschwisterlichen wird Magdalena Chiara oder Benjamin Alexander heissen, 2. Namen wird schon sein Jahren in Angelikas Familie weitergegeben, auch sie heisst eigentlich Angelika Chiara Meyer / Ich erfahre, dass Cate und ich Patrick (Paddy) und Mathias (Matt) geheissen hätten - meine Mutter wollte eigentlich Matthew aber dann nahmen sie die deutsche Version / Wir gehen Möbel kaufen / Cate und ich gehen nach Tsubasa und da gibt es einige Auseinandersetzungen wegen meinem "Zustand", aber am Ende ist alles wieder mehr oder weniger im Lot / Ich gestehe Sam das ich zu meinem Vater ziehe und erfahre, dass auch sie wegziehen wird, weil sie ein super Jobangebot bekommen hat / Als ich wieder aufs Gestüt von Dad komme, haben sie mein Zimmer schön eingerichtet und Angelika hat extra für mich Vorhänge und Bettbezüge in blau und teils hellgrün genäht! / Ich erkenne, wie wichtig Angelika mittlerweile für mich geworden ist.

#3 RE: Nr. 26 - Veränderungen von Lisa 01.03.2014 23:40

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Also, wieder gut gelungen, super geschrieben, geschichte bleibt spannend... Vorallem bin ich gespannt was passiert wenn sie da sind, wie sie heißen werden, ob sie jungs oder Mädchen oder beides sind und und und...
Das heißt für dich: Schnell weiterschreiben :D


Ausführlichkeit: 42/50
Personen 18/30
Schicksal des aktuellen Monats: -/20
Aufgabe des aktuellen Monats: -/10
Handlung: 39/50
Gesamt: 99

2.831 + 99 = 2.930

#4 RE: Nr. 26 - Veränderungen von Jessica 07.03.2014 13:31

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Wieder ein gelungener Bericht *_* Ich lese deine Berichte super gerne (:

#5 RE: Nr. 26 - Veränderungen von Lucy 07.03.2014 16:13

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Danke auch beiden! Ich schreibe sich auch sehr gerne ^^

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