#1 Soul: Anlongieren von Lisa 06.04.2014 16:42

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Im Sommer seines zweiten Lebensjahres sollte Soul das erste Mal an die Longe kommen. Er hatte sich super entwickelt und schien mehr als bereit, ein bisschen Abwechslung zu bekommen. Also holte ich ihn von der Weide rein und putzte ihn zunächst gründlich. Da er ja schon von klein auf gelernt hatte, still zu stehen, wenn man ihn anband, war das überhaupt kein Problem. Geduldig gab er auch alle vier Hufe, und so war sein glänzendes schwarzes Fell rasch blitzblank.
Emma gesellte sich zu mir, um mich ein wenig zu unterstützen, denn der Maestro hatte keinen Longierzirkel, und damit Soul nicht am Kopf rumgezogen wurde, um auf dem Zirkel zu bleiben, würde Emma mir erst mal ein wenig assistieren.
Gemeinsam gingen wir mit Soul am Halfter - er hatte zwar viel Temperament, aber war unkompliziert im Umgang, auch wenn Stuten in der Nähe waren - und einer Longe, sowie Longierpeitsche ausgerüstet zur Reithalle. Dort fand gerade kein Unterricht statt, denn die eine Gruppe war auf dem Dressurplatz, während die anderen im Gelände übten.
Also waren wir ungestört, und Emma ging mit Soul an der Hand auf dem Zirkel, während ich in der Mitte stehen blieb und die Longe hielt. Soul verstand zwar nicht ganz, was das ganze sollte, aber er ging brav mit Emma mit, die er ja mittlerweile auch schon gut kannte.
Schließlich gab ich ihm das Stimm-Kommando, anzuhalten, und er wurde langsamer, wusste aber nicht ganz, ob er jetzt gemeint war, schließlich war ich ja nicht bei ihm. Emma zupfte ganz leicht am Halfter, um ihm zu verstehen zu geben, dass er tatsächlich gemeint war, und Soul blieb stehen. Ich lobte ihn von der mitte aus mit der Stimme, dann ließ ich ihn wieder antreten, indem ich Schnalzte und die Peitsche leicht bewegte. Loslaufen machte er liebend gerne und nun fing Emma an, sich etwas von ihm zu entfernen. Er wollte neben ihr bleiben, aber sie drückte seinen Kopf nach außen, damit er wieder weiter nach außen lief.
Wir übten eine Weile, bis er schließlich kapiert hatte, dass ich in der Mitte die Signale gab, und schließlich ließen wir ihn traben.
Da Emma schon gejoggt war - so wie ich auch - und außerdem geritten, hatte sie nicht die Kraft, die ganze Zeit mitzulaufen, und bewegte sich immer mehr in die Mitte zu mir. Soul wollte ab und an nachkommen, aber ich schnalzte energisch und schwang die Peitsche in Richtung seiner Schulter, um ihn auf Abstand zu halten. Nach ein paar Runden ließ ich ihn wieder Schritt gehen und beendete die Übung, schließlich war er fast noch ein Baby - er würde zumindest für mich immer mein Baby bleiben - und ich wollte, dass er spaß dran hatte und ihn auf keinen fall zu sehr fordern.

#2 RE: Soul: Anlongieren von Lisa 06.04.2014 16:44

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Zwei Tage später übten wir das Longieren noch mal, und Soul verstand nach und nach immer mehr, was er zu tun hatte. Emma musste nicht mehr mitlaufen, und ich musste ihn nur noch ab und an mit der Peitsche nach außen schicken, beziehungsweise ein bisschen am Halfter ziehen, damit er wieder mehr nach innen kam. Schließlich hatte er kapiert, was ich von ihm wollte, und er ging schön in allen drei Gangarten an der Longe. Mit ausbindern wollte ich dann erst anfangen, wenn er drei, oder sogar vier war, denn Momentan war das alles noch eher ein Spiel, und die richtige Arbeit käme dann, wenn er älter war.

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