#1 Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lucy 17.04.2015 22:28

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So hier Teil 3. Leider 13 Seiten - ich weiss ich hätte da schon früher einen Schnitt machen müssen, aber es ging irgendwie nicht... Entschuldigung. Ist eine Ausnahme.
So nun viel Spass.



Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 4)

Ich hörte Stimmen draussen und ich spürte ein schwaches pochen an meiner Stirn. Sofort kam mir der ganze gestrige Abend wieder in den Sinn. Alles.
Und dann hörte ich draussen, wie Dad Cate Anweisungen gab. Es ging zum Abreiten. Ich streckte mich und stand auf. Sah hinaus. Angelika stand mit Ben auf dem Arm vor dem Hänger und neben sich der Kinderwagen, in dem Livianne und Melanie sassen und fasziniert mit einem Teddybären spielten. Ich schlüpfte in das Gestüt Silvermoon T-Shirt und den dazugehörigen Pullover mit meinem Namen drauf, der irgendwer für mich eingepackt und nun bereitgelegt haben musste, den eingepackt hatte ich werde das eine noch das andere. Dann zog ich meine Jeans an. Ich wollte gerade die Tür öffnen, als ich draussen Angelika mit Dad sprechen hörte.
„Ich denke es ist einfach ein bisschen viel für sie. Auch wenn sie es bis jetzt gut meistert... Wir sind zu zweit und kümmern uns nur um Ben. Bei ihr ist es umgekehrt. Vielleicht braucht sie nur mal ein bisschen Zeit für sich.“
„Bist du sicher?“ meinte Dad.
„Nein. Aber, die Twins sind zwar verglichen mit Benjamin wirklich zwei Engel, aber es ist doch viel Arbeit und sie hat noch die Pferde, ihr Job...“
Dad nickte, doch ich sah seine gerunzelte Stirn. „Ich hoffe nun einfach es ist wirklich so, weil...“
„Weil was?“ fragte Angelika.
„Ihr Blick, er wirkt so verloren, so verstört wie damals...“ meinte Dad abwesend.
Angelika sah in fragend an.
„Als sie kam.“
Angelika nickte.
„Ich mag Colin ja, aber er wusste ja von dir, ihr hatte ja Kontakt. Warum um alles in der Welt hat er sie damals alleingelassen?“
„Das hat Colin nicht.“
„Ist sie alleine vor deiner Tür gestanden oder nicht?“
„Lucy musste ihren weg gehen, das hat Colin besser verstanden als irgendwer sonst. Sie musste ihr Tempo gehen. Sie muss die Dinge mit sich selber ausmachen, selbst...“ Dad fuhr mit der Hand durch sein Haar. „Auch wenn sie gerne Menschen um sich haben kann, so ist sie eine Einzelgängerin, genau wie Cate oder wie Nataly...“
Angelika sah ihn von der Seite aus an. „Ich hätte ihr beigestanden.“
Dad drehte sich zu ihr um. Sah sie lange an. „Angelika... Cate und Lucy haben dich wirklich gerne, aber ich glaube da kennst du sie noch nicht gut genug. Oder besser gesagt du hast Nataly nicht gekannt. Cate und besonders Lucy ist diesbezüglich eine Kopie von ihr. Sie brauchen die Menschen um sich, doch sie ist gelichzeitig auch eine Einzelgängerin... Sie muss die Dinge erst einmal für sich klären. Man kann dabei nur wegwesend dabei sein, aber wirklich eingreifen. Den Fehler darf man nicht machen. Den begehe ich nicht noch einmal.“
Angelika schwieg lange. „Nataly?“
Dad drehte sich zu ihr um. Er sah sie lange an und nickte dann zögerlich.
Benjamin begann zu quengeln und so wendete Angelika den Blick von Dad ab.
„Oh es ist Zeit, wir müssen Cate helfen gehen. Nimmst du ihn, dann kann ich den Wagen mit den Twins nehmen?“ meinte Angelika.
Dad nickte.
„Hat sie gestern irgendwas gesagt?“
„Wer?“
„Lucy.“
Angelika schüttelt den Kopf.
Dad nickte niedergeschlagen. „Dann wohl doch“
Angelika sah ihn fragend an.
„Wenn sie einfach nur ein bisschen müde wäre von den langen Tagen mit den Twins, dann hätte sie das gesagt.“
Angelika küsste ihn auf die Wange. „Nun mach dir mal nicht so viele Sorgen.“
Sie gingen weg. Noch lange sah ich ihnen nach.
Wütend drehte ich mich um, verdammt, war ich so durchschaubar? Dads Worte hatten mich getroffen. Er wusste was los war, aber....
Und dann war es plötzlich wieder da.

03.03.2012, 8:03
Ich habe den Unfall überlebt!!!

Verdammt, Lucy! Jetzt sei mal realistisch! Schimpfe ich mit mir selber. Mom ist tot, es kann gar nicht anders sein. Es geht nicht. Genervt stiess ich die Tür auf und machte mich auf den Weg den andern hinter her zum Abreitplatz. Ich sah wie Cate ein Sprung auf dem Abreitplatz nahm. Sie flog über den Sprung und landete perfekt. Dad stellte ihn höher während sie eine Volte trabte.
Ich stellte mich zu Angelika an den Zaun. Ich hatte ein schlechtes Gewissen wegen der letzten Nacht und so nahm ich ihr Ben ab. Mein kleiner Bruder klammerte sich an mich und er war irgendwie mein Anker.

„Schau Benjamin, gleich müssen wir unserer Schwester fest die Daumen drücken.“ Meinte ich zu ihm. Doch er klammert sich bloss an mich fest. Angelika lächelte uns an. Ich lächelte zurück und mein Blick viel auf Melanie Colleen die sich aufgesetzt hatte und ihrer Rassel durch die Luft schwenkte. Ihre Schwester schlief noch. Mittlerweile hatte sie ihre Schwester in der Körpergrösse schon fast aufgeholt, meine anfangs so kleine Livianne Nataly. Ich stockte. NEIN, ermahnte ich mich. Nicht!

Ich konzentrierte mich auf den Turnierplatz.

Er Tag verging. Irgendwie.

Als wir Zuhause ankamen, war es schon dunkel. Ich half die Pferde ausladen. Zoey kam mir entgegen und freute sich, mich zu sehen. Ich bückte mich und die Hündin sprang um mich herum. Gemeinsam gingen wir zwischen den Weiden durch hinüber zum Haus. Angelika am gerade von oben herunter. „Die Twins schlafen schon.“ Ich nickte. „Danke.“ War sie auch in meinem Zimmer? Hat sie das Tagebuch gesehen? So wie sie sich verhielt wohl nicht... Ich ging nach oben. Vor meiner Zimmertür stand meine Tasche. In dem Fall wohl noch nicht. Ich öffnete die Tür, schaltete das Licht an. Das Heft lag immer noch in der Mitte des Raumes. Ich starrte das offene Heft an, auf dessen rechter Seite ganz oben der letzte Eintrag stand:

03.03.2012, 8:03
Ich habe den Unfall überlebt!!!

Sofort fing mein Hirn wieder an zu denken. Lucy, nein, ermahnte ich mich. Es kann nicht sein, du hast dich da in was reingesteigert und kommst nicht mehr raus! Wüstend packte ich das Heft und warf es in den Kasten.
Ich ging hinüber, deckte Liv und Mel nochmals sorgfältig zu, ehe ich mich dann auch hinlegte. Ich hörte leise Hundetapse auf der Treppe und sah dann ein Hundekopf in meiner Tür, der zu Zoey gehörte. Sie kam zu mir, leckte mir das Gesicht, als spürte sie, wie aufgewühlt ich war. Immer wieder versuchte sie aufs Bett rauf zu kommen, ehe ich es schliesslich duldete. Nur für ein Mal, nahm ich mir vor. Aber irgendwie war es schon tröstlich ihren warmen Hundekörper an meinem Fussende zu wissen...

Die Tag vergingen einer wie der andere. Morgens stand ich auf, kümmerte mich um meine Twins ehe ich ins Reisebüro arbeiten ging. Über Mittag ging ich auf den Hof und ritt Madonna und kümmerte mich um Tirina. Es war die einzige Möglichkeit irgendwie auf dem Hof zu sein, ohne gleich noch eine ganze Schaar Reiter um mich zu haben. Die vertrug ich einfach nicht, denn mit Gedanken war ich wo ganz anders. Immer wieder musste ich mich selber zusammennehmen und mir vor Augen halten, das es nicht wahr sein konnte. Dieses Tagebuch machte mich verrückt! Tirina fragte anfangs immer noch, ob ich reden möchte. Doch mit der Zeit, merkte sie, dass ich nicht wollte. Ich durfte andern dieses Hirngespinst nicht auch noch in den Kopf setzen und sie damit verrückt machen! Tirina sah mich nur noch lange an, doch sie sprach nicht mehr mit mir. Ich vermisste unsere kleinen belanglosen Gespräche... Ich war richtig froh, dass Sammy sich lieben gerne um meine Stute kümmert. So musst ich nicht ganz so viel Zeit mit ihr verbringen und ihrer vorwurfsvoller Blick ertragen. Lisa haben ich hin und wieder auch am Mittag angeroffen. Sie meinte, dass ich nur ja nicht krank werden solle. Ich müsse mich ein bisschen schonen, ich sei blasser als sonst. Wenn Lisa das schon merkte, die ich nur hin und wieder im Stall antraf, dann...? Logisch merkte Dad es auch, doch er sprach mich nicht darauf an. Er bestand lediglich hin und wieder darauf mit mir auszureiten. Das war seine Möglichkeit mir eine Chance zu geben mit ihm zu Reden, wenn ich wollte. Doch ich konnte nicht. Ich durfte nicht. Zum Teufel nur, weil mir ein völlig gestörtes Hirngespinst im Kopf eingenistet hatte, musste ich nicht alle um mich damit verrückt machen. Damit belästigen. Ich musste selbst ein Weg finden es wieder los zu werden!

Und dann war auch schon wieder Wochenende. Dad blieb auf dem Gestüt, aber Cate und Ricky gingen mit Max aufs Turnier. Beide starteten nur einmal und am selben Tag. so fuhren wir am Morgen hin und am Abend wieder heim. Dad bestand darauf, dass ich mit fuhr. Warum, dass verstand ich nicht. Blöderweise war Liam und Marelle auch dort. Marelle startete und Liam half ihr. So musste ich noch mit ihm Konversation führen, wonach mir gar nicht zu mutet war, auch wenn mein Herz doppelt so schnell schlug wenn ich in seiner Nähe war.

Dann brach die nächste Woche an. Wenn ich nicht am Arbeiten war, dann Ritt ich Madonna und versuchte neue schwere Dressurelemente, die meine volle Konzentration forderten, sodass ich keine Chance hatte zu grübeln und mich verrückt zu machen. Sammy unternahm oft mit Tirina Spaziergänge im Schritt. Anfangs nur kleine, mit der Zeit auch grössere. Einmal ging ich auch mit Tirina auf einen Spaziergang, aber sie hat mir die ganze Zeit klargemacht, wie sehr sie mich verachtet, weil ich nicht mit ihr sprach! Ihr Blick durchbohrte mich. Ich konnte in ihren Augen lesen, was sie über mich dachte. Ich habe dir damals auch vertraut und du hast mir dabei geholfen wieder ins Leben zu finden. Warum lässt du mich nun nicht dir helfen? Vertraust du mir nicht? Wie konnte ich ihr sagen, dass ich einfach alle, die ich liebte damit nicht belasten wollte? Sie würde das nicht verstehen...

Dad unternahm immer noch oft mit mir Ausritte. Wir schwiegen zwar oft, aber langsam genoss ich die Zeit mit ihm im Wald. Viel zu selten unternehmen nur wir beide etwas. Ich liebte meine grosse Familie, aber so was kam im Alltag einfach viel zu kurz. Wenn wir redeten, dann sprachen wir über Gott und die Welt, aber nicht über das Thema, dass er hören wollte, obwohl er nicht wusste was es war. Doch im Unterschied zu Tirina spürte ich bei ihm keine Vorwürfe, dass ich dieses Thema nicht ansprach.

Die Stunden, die Tage und die Wochen zogen so an mir vorbei. Meistens schaffte ich es die Gedanken aus meinem Hirn zu verbannen, aber nicht immer. Ich sah die Sorgenfalt auf Angelikas Gesicht, weil ich immer so nachdenklich war und mich zurück zog, ich sah Dads fragender Blick...

Das nächste Wochenende kam und dieses Mal startete doch tatsächlich weder Dad, noch Cate noch sonst ein Pferd von Dad mit einem seiner Angestellten. Doch Natascha hatte Impo an ein Turnier in der nähe gemeldet. Sein erstes. Es war ein kleines um ihn an die Turnieratmosphäre zu gewöhnen. Cate versprach ihr, dass sie mit kommen würde und Natascha freute sich. Da Mike an diesem Wochenende auch frei hatte, kam er auch mit. Cate freute sich riesige. Sie und Mike waren nun schon einige Zeit zusammen, aber zum Glück waren sie nicht eines von diesen Pärchen, die in jeder freien Minute zusammen klebten. Sie unternahmen zwar oft etwas zusammen, aber trotzdem hatte jeder von ihnen noch sein eigenes Leben. Zum Glück, denn ich hätte Mike, auch wenn ich ihn mochte, Cate nicht einfach so abgetreten. Ich wollte auch noch was von meiner Schwester, genau wie Natascha, Marelle und ihre Pferde Carry me und Farolina. Nicht zuletzt wollte auch Dad, als Vater und Arbeitsgeber, etwas von ihr. Obwohl Mike nicht viel von Pferden verstand, gab er sich Mühe in dieser fremden Welt zu recht zu kommen. Und ja, Cate hatten ihn auch schon auf Carry Me gesetzt. Er hatte sich ganz wacker geschlagen.
Als mein Vater erfuhr, dass Mike, Natascha und Cate zusammen fuhren, meinte er, ob ich nicht auch mit wollte. Wäre doch bestimmt ein schöner Tag zu viert unter Gleichalterigen. Und so ging ich die dritte Woche in folge aufs Turnier. Am Sonntag hätte ich wohl endlich einmal einen Tag für mich gehabt, aber da Impo so super gelaufen ist – Natascha und Impo wurden platziert – wollten die drei das feiern und so sind wir bis ins früher Morgengrauen in der Disco gewesen. Als ich dann endlich aufwachte, war die Sonne schon hoch am Himmel. Liv und Mel forderten meine Aufmerksamkeit und ich kam nicht einmal dazu Madonna zu reiten, zum Glück wusste ich aber, dass sie auf die grosse Weide durfte 12h am Tag und so brauchte ich kein schlechtes Gewissen zu haben.
Und dann brach eine neu Woche an mit Arbeit, Zwillingen, Reiten, Ausritten mit Dad, Kaffeetrinken mit Angelika – ihre Art mir eine Chance zu geben um zu reden – und vielem mehr.

Das vierte Wochenende brach an. Ich hatte mich darauf gefreut, denn Tobias sollte endlich einmal wieder in der Nähe sein. Doch dann musste er kurzfristig absagen...
Stattdessen hatte ich zeit zum Grübeln. Ich versuchte mit allen Mitteln mein Hirngespinst zu vergessen, aber es ging nicht. Immer wieder tauchten die Worte aus dem Tagebuch auf:

03.03.2012, 8:03
Ich habe den Unfall überlebt!!!

Am Sonntag schleifte mich dann meine Familie wieder mit aufs Turnier. Es war nicht weit weg, aber etwas doppelt so gross wie die andern. Dad ritt mit verschiedenen Pferden Dressurprüfungen. Am Tag davor war Springen gewesen. Natascha, die Dressur liebte wie Dad, startet wieder mit Impo. Da aber so viel Tumult herrschte war Impo nicht konzentriert und sie waren nicht ganz so gut wie beim ersten Mal.

Die nächste Woche brach an und mittlerweile hatte ich mein Leben schon ziemlich gut im Griff. Ich hatte alles so organisiert, dass ich nie zeit zum Grübeln blieb. Ich lenkte mich immer irgendwie ab. Am Besten ging das mit den Twins, aber auch die Arbeit oder die Turnierbesuche am Wochenende taten ihren Dienst.

Der Oktober war längst rum und wir waren mitten im November.
Am nächsten Wochenende -das fünfte - ging keiner vom Silvermoon Team auf ein Turnier. Und das für ganze 2 Wochenenden! Am letzten Novemberwochenende waren Dad und Natascha waren beide für eine Dressurprüfung in der Halle angemeldet. Dad mit einem Youngster, Natascha wollte mit Impo noch ein drittes Turnier und letztes Turnier in dieser Saison bestreiten. Aber bis da hin ging es noch eine Weile.
An diesem Wochenende kamen uns Angelikas Grosseltern besuchen. Gustav und Elia waren nicht wie Tims Eltern. Beide waren in unserm Haus immer willkommen und besonders rührend fand ich, wie Elia zwischen Livianne, Melanie und Benjamin keinen Unterschied machte. Mit den beiden grösseren Mädchen, die mittlerweile schon 10 Monate alte waren – wie die Zeit schnell verging! -, brachte sie Bauklötze mit. Zwar verstanden meine Twins noch nicht was sie damit machen sollten, aber sie hatten ihre Freude daran die Klötze in die Hand zu nehmen und dann zusammenzuschlagen. Der Klang, der dabei entstand, zauberte ihnen ein Lächeln aufs Gesicht. Ben hingegen, sah dem treiben nur mit grossen staunenden Augen zu und drückte sein Stoffhase fest an sich. Der Stoffhase schleppte er nun schon ständig mit sich rum und wehe man kam auf die fatale Idee, meinen kleinen Bruder und sein Hase zu trennen...

Es wurde wieder Wochenende. Eigentlich wäre dieses Wochenende ja frei gewesen, aber Cate ging kurz entschlossen doch noch ans Turnier. Ich für meinen Teil glaubte ja, sie macht das, weil sie gehört hat, das Elvin Ottmann, der aus dem Stall von meinen ach-so-lieben-Grosseltern stammte, da auch startete und sie im letzten Turnier doch tatsächlich von ihm geschlagen wurde! Ihre Ehre lies dies wohl nicht zu. Elvin hatte ein neues Pferd, erst seit ein paar Wochen und es wurde darüber gesprochen wie viel Geld die Davids wohl früh ihn ausgegeben haben. Navajo hiess der Wallach. Er war ein sehr hübsches Tier, ein Rappe mit einem kleinen Stern. Und er war gut trainiert, dass sah man ihm an. Und springen konnte er wie der Teufel! Mit Navajo hatte Elvin Cate auf Carry Me doch tatsächlich geschlagen. Aber wenn ihr mich fragt, hatte nur Navajo Cate mit Carry Me geschlagen, denn Elvin hatten nur begrenzt beim Sieg mitgeholfen. Er hatte mehr gegen Navajo gekämpft als ihn unterstützt. Navajo war ein Pferd, das selber springen konnte. Man brauchte ihn fast nicht zu führen. Doch Elvin hat versucht unter allen umständen, Navajo diese Freiheit nicht zu geben. Navajo tat mir schon nach dem ersten Ritt den ich sah sehr leid. Armes Tier, der Wallach schien nämlich wirklich viel Spass am Springen zu haben, aber so... Wie lange er die Freude wohl noch haben würde?
Da niemand mit Cate zum Turnier fahren konnte, so kurzfristig, musste ich mit. So kam es, dass wir am zweitletzten Novemberwochenende zusammen mit Carry Me im Hänger über die Autobahn fuhren. Und somit war doch nichts mit einem freien Wochenende...
Ich machte mich auf den Turnier nützlich wo immer es nur ging, einfach um bloss keine Zeit zum grübeln zu haben. Es war schlimm. Ich hätte die Twins mitnehmen müssen, denn wenn ich mit ihnen zusammen war, verlangten sie meine ganze Konzentration. Sie verbannten alle meinen andern Gedanken aus meinem Hirn und ich genoss die Minuten in denen die Welt nur aus uns drei bestand. Ohne Sorgen, ohne Ängste, ohne morgen, ohne gestern...
Kurz nach dem Mittag ritt Liam in den Parcours ein. Bis jetzt hatte ich ihn noch gar nicht gesehen. Er sprang gut und konzentriert über die Hindernisse, aber nicht mit der Geschwindigkeit, die Cate oder Marelle drauf hatten. Er blieb fehlerfrei, aber die Zeit war für die Spitze zu hoch. Lächelnd ritt er vom Platz und knuddelte sein Pferd ausgiebig.
Zwei Stunden später ritt Cate ein. Elvin hatte auf Navajo eine wirklich gute Zeit fehlerfrei hinbekommen, obwohl ich nie gedacht hätte, dass sie fehlerfrei blieben. Navajo war in Topform als sie einritten. Doch Elvin kämpfte wieder gegen ihn an, gab ihm die Freiheit nicht, die der Hengst brauchte. Es war ein Wunder, wie Navajo es immer und immer wieder schaffte, doch noch über den Sprung zu kommen. Manchmal senkrecht. Alle Zuschauer waren totenstill und verfolgten die Sache. Elvin störte Navajo in seinem Rhythmus viel zu stark. Die beiden kämpften miteinander und doch gelang es ihnen – dank Navajos super Sprungkraft und der Freude am Springen, - eine fehlerfrei Runde hin zu legen in einer relativ guten Zeit. Doch meine Grosseltern und Elvin sahen das nicht so. Sie fanden Navajos Leistung inakzeptabel, dabei hat der Wallach doch wirklich alles getan! Elvin hätte sich ja praktisch nur auf seinen Rücken setzen müssen und Navajo hätte alles andere übernommen! Aber nein, er musste den Wallach ja stören und ihm keine Freiheit lassen. Trotzdem hatte der Wallach alles versucht um über das Hindernis zu kommen... Armer Navajo. Doch für Cate und Carry Me war es nun einfacher Elvin zu schlagen. Das tat sie dann auch, um längen. Nur Marelle auf Unido war leider noch besser.

Später als Cate Carry Me trocken ritt gesellt sich Marelle zu mir.
„Hast du Liams Ritt gesehen?“
„Ja. Ich fand es gut. “
„Er hätte viel schneller reiten können, aber naja... Er hat wenig Übung, aber selber Schuld wenn er nur wenige Turniere geht.“
„Ich würde weniger Turniere auch bevorzugen.“
„Für mich wäre das nichts, aber du und Liam versteht auch ja auch sonst gut. Oder?“ sieh sah mich fragend an.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Das kannst du mir nun nicht bringen. Da läuft doch etwas zwischen euch. Er streitet es zwar ab, aber so wie er dich ansieht, glaube ich ihm das nicht.“
Mir stockte der Atem. War das wahr, was Marelle da sagte? Aber das ist ja ganz egal Lucy, sagte ich mir. Zwischen euch kann nie was werden. ER wird immer zwischen euch stehen. Wie damals... Das wird sich nicht plötzlich ändern.
„Kann ich dein Schweigen als ja interpretieren?“
„Nein!“ meinte ich schnell. „Da läuft nichts.“
„Okay, okay. Aber Interesse hättest du schon?“
Verlegen sah ich weg. „Was wird das jetzt? Ein Verkupplungsaktion, bei der die beste Freundin meiner Schwester mich mit ihrem Bruder zusammen bringen will?“
Marelle lachte. „Nein, weißt du, eigentlich dachte ich und Cate, dann würdet ihr beide euch vielleicht auf Turnieren nicht mehr so langweilen...“ scherzte sie. „Nein, jetzt mal ganz im Ernst. Man müsste blind sein, wenn man ihn kennt und sein Blick nicht interpretieren könnte, wenn er dich ansieht.“
Ich wusste nicht was ich sagen sollte, also schwieg ich. Das war auch eine ganz Komische Situation.
„Meine Eltern scherzen sogar schon im Geheimen, wie lange es noch geht bis er seinen Mut endlich zusammen nimmt. Bei Felicitas Bauer – auch so eine Turnierwild wie ich und Cate, du hast sie bestimmt auch schon mal gesehen – war er überhaupt nicht so schüchtern.“
Nun ging mir das Gespräch langsam echt auf den Kecks. Liam und ich konnten nicht zusammen sein...!
„Was geht mich das an?“ fragte ich Marelle genervt.
„äh...“ stottert sie. „Ich dachte es interessiert dich vielleicht....“
„Tut es mich aber nicht.“
„Du interessierst dich als wirklich nicht für Liam?“
Was sollte ich sagen? „Marelle, er ist der Bruder der besten Freundin meiner Schwester!“
„Ja und? Mir wäre es egal. Und übrigens bin ich die allerbeste Turnierfreundin, ABTF. Natascha ist Cate allerbeste Freundin und deswegen ist es überhaupt kein Problem.“
„ABTF?“
„Ja, schliesslich kann man nicht zwei ABF haben. Stammt noch aus der Zeit als Cate, Naty und ich ganz klein waren.“
Ich lachte.
„Also nur damit du es weisst, Cate fände es okay und ich auch.“
Ich wollte gerade entgeistert antworten ‚Ihr redet über mich und Liam?’ als Marelle sich umdrehte und davon lief.
Auf dieser Heimfahrt hatte ich etwas neues, worüber ich grübeln konnte.
Liam.

Doch es hielt nicht lange an. Als ich spät Abends mit Cate Heim kam und mir noch etwas zu Essen aus der Küche holte, lief ich am Bild meiner Mutter vorbei, dass früher auf dem Schreibtisch meines Vaters gestanden hat. Mein Magen zog sich zusammen. Schnell setzte ich mich und zwang mich an etwas ganz anderes zu denken.

Es war Dienstag vor dem letzten Novemberwochenende an dem Dad und Natascha ans Dressurturnier gehen wollten. Max meinte, er müsse etwas abholen gehen in der Stadt und ich müsse mit. Doch als ich dann das Haus erkannte war ich verwirrt. Was tun wir hier? Es war das Haus in dem Louise Karlmann mit ihrem neuen Mann und ihrem Sohn Noah Bischoff wohnten – Maxs Sohn.

„Max, was tun wir hier? Wollten wir nicht in die Stadt?“
„Ich gehe in die Stadt und du stattest Louise einen Besuch ab.“
„Warum?“
„Warum nicht?“ konterte Max.
Ich sah in an. „Und was ist der wahre Grund?“
„Nun geh schon, Louise erwartete dich. Ich hole dich in einer halben Stunde wieder.“
Ich sah ihn fragend an, aber da er nicht mehr antwortete, schnallte ich mich los und stieg aus.
„Bis später“ murrte ich und lief auf das Haus zu.
Louise Karlmann, die unser Auto gesehen hat, öffnete mir die Tür.

„Hallo Lucy.“
„Guten Tag Frau Karlmann.“
„Komm rein.“

Ich wurde ins Wohnzimmer geführt und ich fragte mich immer noch, warum ich hier war. Ich setzte mich und mein Blick viel auf ein Foto von Noah als kleiner Knabe mit dem Basketball in der Hand. Da ich das Schweigen nicht mehr aushielt, meinte ich.
„Ich danke ihnen, dass sie damals mit Noah gesprochen haben und er gekommen ist.“
„Ich halte meine Versprechen normalerweise. Möchtest du einen Tee oder lieber Kaffee?“
„Tee ist gut.“
Es entstand wieder eine Pause.
„Ich habe Noah nur ein Mal bei uns gesehen.“ Meinte ich zögerlich.
„Ja, Noah war ein Mal dort. Max hat ihm ja immer Karten und Geschenke zum Geburtstag und Weihnachten geschickt und mein Mann war für ihn sein Vater. Noah hat das akzeptiert. Sie haben sich zwar nun gesehen – was ich meinem Sohn immer angeboten habe – aber gross was geändert hat sich da nicht, wenn du das fragen wolltest.“
Ich nickte. „T’schuldigung, ich stelle mir das einfach so hart vor, ohne Vater und im Rollstuhl.“
Louise Karlmann sah mich nachdenklich an. „Noah hat ein Vater, auch wenn das nicht sein leiblicher ist. Weisst du, nur weil man biologisch nicht zusammen gehört, heisst das noch lange nicht, dass mein Mann nicht der beste Vater für Noah sein kann, denn Noah sich wünschen könnte.“
Ich nickte und dachte dabei an Angelika, meine neue Mutter.
„Und klar ist das Leben im Rollstuhl anders, aber es ist nicht minderwertig...“
Ich sah sie entschuldigend an. „Noah kann nicht alles machen, was du kannst, aber er kann dafür einige andere Dinge besser als du. Er ist am Informatik studieren und einer der besten in seinem Jahrgang an seiner Uni.“
Warum fühlte ich mich schon wieder so schuldig? Warum hatte ich das Thema auch nur angeschnitten?
„Dann geht es Noah also gut?“
„Ja. Es gibt wahrscheinlich viele Personen, denen geht es schlechter, als Noah, denen aber es in deinen Augen super gehen müssen, weil sie ein leiblichen Vater haben, nicht im Rollstuhl sitzen...“
„Das, habe ich aber nicht so gesagt...“
„Nein, aber so kam es rüber.“
„Ich meinte ja bloss, weil Noah... Egal.“
Sie lächelte. „Noah ist glücklich in seinem Leben Lucy. Die Zeit mit Maximilian war schön, aber er hat sich entschlossen uns zu verlassen, dass heisst nicht, dass wir deshalb nicht glücklich sein können.“
Ich schwieg. Die Frau mir gegenüber sah mich an. „Sie sind immer noch sauer auf ihn?“
„Sauer, nein. Das war ganz am Anfang. Ich bin enttäuscht von ihm, dass er damals nicht den nötigen Mut und Stärke hatte.“
„Aber er wollte sich umbringen, wussten sie das?“
„Ja, Lucy. Aber ob er sich nun umgebracht hätte oder nicht. Er hat mich und Max im Stich gelassen – egal was er tat, beides ist feige gewesen. Aber lassen wir die Vergangenheit nun ruhen, Lucy.“
Aber lassen wir die Vergangenheit nun ruhen, wiederholte sich ihr Satz in meinem Kopf. War das die Lösung? Sollte ich einfach alles lassen wie es war? Ja, es wäre die Lösung gewesen. Hätte ich die Vergangenheit in Ruhe gelassen, hätte ich den Eintrag im Tagebuch nie gelesen. Aber nun? Konnte ich die Sachen nun auf die Seite legen und einfach vergessen was ich gelesen habe? Nein, das konnte ich nicht, schliesslich versuchte ich das schon ganz lange. Wochenlang. Und wirklich geklappt hat es nicht. Nichts hat mich schon so lange verfolgt und beschäftigt. Irgendwas in meinem Hirn liess das ganze immer wieder durch den Kopf spucken. Aber wie fand ich den Ausweg? Wo war er?
„Lucy?“
„Äh ja..?“
„Über was denkst du nach?“
Ich zögerte. Sollte ich ihr das sagen... Nein, dachte ich. Damit muss ich selber klar wegen.
Ich sah ihr fragendes Gesicht.
Ich zögerte noch einmal, ehe ich mich für eine Lüge entschied.
„Ich habe mich gefragt, warum Max mich hier hin gebracht hat.“
Sie sah mich an. „Irgendwas beschäftigt dich Lucy, was das weißt nur du. Aber du kannst mir nicht weiss machen, dass nur die Frage, weshalb du hier bist, beschäftigt.“
Ich zögerte, gab keine Antwort, aber scheinbar war das für Louise Karlmann auch eine Antwort. Ein ja.
„Ich denke Maximilian wollte dir die Möglichkeit geben, mit jemandem zu sprechen, der nicht mit deiner Familie im Kontakt steht. Max hat vermutlich ziemlich den gleichen Freundeskreis wie dein Vater, also ist die Wahl wohl nicht gross...“
Ich sah mein Gegenüber an.
„Da muss doch mehr dahinter stecken.“
„Vielleicht.“
Konnte sie mir keine Antwort geben?!
Wir schwiegen ein wenig. „Lucy, geteilte Sorgen, sind halbe Sorgen. Und da du sie scheinbar nicht mit deiner Familie teilen kannst, dacht Max vielleicht, du könntest sie mit mir teilen.“
„Mit Ihnen? Warum das genau?“
„Weil...“ sie zögerte. „Ich arbeite beim Jugendamt, ich bin Psychologin. Alles was du mir erzählst, darf ich nicht weiter erzählen. So wie das Arztgeheimnis.“
Ach so war das! Dachte ich bitter. Erst wollte ich wütend auf Max sein, aber irgendwie konnte ich es nicht. Ich merkte ja selber, dass mich dieses Tagebuch völlig aus der Bahn gerissen hat und ich merkte ja auch, dass es meine Familie wahrnahm. Die Ausritte mit Dad, die er mir als Möglichkeit geben wollte. Genau wie bei den Pferden, dachte ich. Da gibt er auch einfach Möglichkeiten und wartet ab. Verdammt! Wenn er mich vielleicht einmal schütteln würde, dann könnte ich ihm entweder alles sagen und vergessen oder ich könnte es endlich einfach direkt vergessen. Schliesslich Lucy, ist das alles nur ein doofes Hirngespinst, dass sich eingenistet hat!
„Lucy, erinnerst du dich noch an unser erstes Treffen?“
„Äh ja klar.“
„Da habe ich dir doch versucht etwas klar zu machen mit Bruchstücken einer Tasse.“
„ja...“ Ich erinnerte mich noch daran. Deine alte Familie ist eine Tasse, erzählte sie mir damals, die ist in Stück zersprungen und du versuchst die nun wieder zusammen zu kleben. Nataly hätte aber damals entweder eine geleimte Tasse oder etwas ganz neues aus den Bruchstücken machen müssen. Aber weder Tim noch Nataly hätten das eine noch wirklich das andere gemacht. Erst ich hätte die Stücke langsam zusammen geklebt. Ich hätte akzeptiert, dass der Leim immer sichtbar bleibt und nicht wieder genau dasselbe entstehen könne, aber was ähnliches. Doch ich müsse aufpassen, denn Natalys Stücke würden fehlen. Dieser Schwachpunkt könne die ganze Konstruktion zusammenstürzen lassen.
„Deine Tasse hast du wohl nun?“
Ich sah sie an. Nickte, weil mir nichts anderes übrig blieb.
„Und so wie es aussieht, hast du auch schon begonnen etwas neues daraus zu machen. Eine Tasse mit Unterteller – einem grossen Unterteller.“
Auch wenn ich ihre Vorstellungen manchmal etwas komisch fand. Irgendwie hatten sie schon was... Denn um unsere kleine Grundfamilie - Dad, Cate und ich - hat sich die neue Davids-Family aufgebaut: Angelika, Ben, Liv, Mel. Aber auch Colin, Max, Camilla mit ihren beiden Kindern... Der alte Kern war noch da, aber wir waren ein neues Ganzes geworden.
Sie sah mich an. „Aber die Lücke beleibt. Ihr habt damit leben gelernt, es gehört zu euch. Dieses Loch von Nataly, es gehört zu eurer neuen Tasse.“
Ich nickte. „Ja.“
Louise Karlmann schwieg auch.
„Moms Bruchstücke sind weg, da ist nur noch ein Loch. Mom ist tot.“ Sagte ich mehr leise zu mir hin und in Gedanken versunken. Ich versuchte das Bild dieser Tasse mit dem Loch herauf zu beschwören. Würd es mir helfen, den Tagebucheintrag zu vergessen? Nein, dachte ich. Nein, es ging nicht.
Ich sah Frau Karlmann lange an. Rang mit mir selber. Würde sie mich für verrückt halten? Würde sie Max was sagen? Nein, durfte sie ja nicht. Also begann ich zögerlich.
„Jetzt mal rein theoretisch... Wenn sie ein Loch in einer Tasse haben und sie dann wieder zusammengesetzt haben, aber dann plötzlich ein weiteres Stück auftaucht. Ein altes Stück, das ursprünglich einmal in diesem Loch war... Was dann?“
Sie sah mich an. Und ich hätte wetten können, dass sie sich freute, dass es ihr gelungen war mir etwas zu entlocken. Aber das war mir egal. Ich erhoffte mir eine Antwort. Eine Art, wie ich das blöde Hirngespinst loswerden konnte.
„Mmh... Das ist schwer. Also manchmal passen die Stücke noch rein, aber manchmal, wenn schon viel Zeit vergangen ist und die Tasse schon fest ist, dann hat so zu sagen der Leim etwas Platz weggenommen. Das Stück passt nicht mehr. Dann muss aus der zusammengeleimten Tasse etwas Neues werden, vielleicht eine Schale...“
Ich sah sie nachdenklich an.
„Und das heisst?“
„Bruchstücke, die lange verloren waren wiederzufinden, wenn alle andern schon zusammengeleimt sind, ist schwer. Sehr schwer. Aber man hat ja fast keine Alternative – wenn man einmal auf sie gestossen ist – als sie ein zu bauen. Sie zu akzeptieren. Denn wenn du das Stück liegen lässt ausserhalb, wird es dich immer nerven und du wirst dich immer fragen, was du damit machen sollst.“
„Aber ich kann es doch nicht einfach einbauen?“
„Nein, wenn das Loch nicht mehr passt – und das passt sehr schnell nicht mehr, den es brauchte ja viel Leim um die andern Stücke zusammen zu halten über längere Zeit ohne das Bruchstück... – dann muss man versuchen Möglichst schnell etwas neues zu finden, in dem auch das wiedergefundene Bruchstück platz hat.“
Ich schwieg. Nun verstand ich die Logik nur noch begrenzt. Wäre es vielleicht einfacher gewesen, wenn ich das mit ihr nicht anhand von Bruchstücken diskutiert hätte?
„So Lucy, wir wollen Max nicht länger warten lassen.“
Ich sah auf die Uhr, schon fast 45 Minuten waren vergangen!
„Klar.“ Ich stand auf.
Louise Karlmann begleitete mich zur Tür. Als sie mir diese aufhielt sah sie mich an.
„Lucy, Tassen, die schon viel Leim enthalten - weil sich alte Stücke, die auseinandergebrochen sind wiedervereint haben und neue Stück hinzugefügt wurden -diese Tassen können einfacher etwas neues werden, weil sie nicht erst noch auseinander gebrochen werden müssen. Sie müssen nur noch wieder neu verleimt werden.“
Ich sah sie an. Was sollte ich sagen? Danke?
„So und nun geh, Lucy. Und falls du mal wieder vorbeikommen möchtest, weißt du ja wo du mich findest.“
„Ja.“

Völlig verwirrt ging ich. In meinem Kopf wirbelte es von Bruchstücken und Leim. Doch ich glaube, ich habe ihre Botschaft schon verstanden. Man soll die Vergangenheit ruhen lassen und im Jetzt leben, das Beste aus dem Jetzt machen, aber wenn nun mal Dinge aus der Vergangenheit auftauchen, ohne das man sie extra heraufbeschwört, dann muss man sich ihnen stellen, sie akzeptieren.
War es das, was sie mir mitgeben wollte?
Und vor allem: Was zum Teufel bedeutetet nun konkret?

Genervt stieg ich zu Max ins Auto. Er fragte nicht, sondern liess mich in Ruhe. Wir fuhren zurück, kurz bevor wir auf das Gestüt einbogen, meinte Max:
„Wir beiden waren dann frische Karotten holen und einige spezielle Futterergänzungen.“
Ich sah ihn an. Ja, alles klar.“ Ich wusste was sein Satz bedeutete, das hier blieb unter uns.

#2 RE: Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lisa 01.05.2015 21:42

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Oh man und ich weiß immer noch nicht was konkret jetzt abgeht!! Also die Spannung steigt definitiv!
Bin leider nur mit dem Handy on (bin immer noch in der Pizzeria :/ 😣)
Naja, auf jeden Fall ist es bisschen mühsam viel damit zu schreiben;
So viel jetzt schon mal; beide berichte lassen sich super lesen wecken Lust auf mehr und steigern die Spannung. So schön und flüssig geschrieben, dass man die 13 Seiten gar nicht merkt!

Und ich muss echt sagen, dein schreibstil hat sich von den ersten berichten bis jetzt enorm gesteigert und sehr stark verbessert! Echt super, weiter so Lucy! 👍

#3 RE: Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lucy 02.05.2015 13:39

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Danke. Mein erster Bericht hier liegt ja schon Urzeiten her... Das müssten an die 3 Jahre sein!

#4 RE: Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lisa 18.12.2015 23:17

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ey man ich weiß jetzt gar nicht mehr was da genau alles war :(

(du musst verstehen - opium und morphium UND zweimal narkose haben meinem kopf ganz schön zugesetzt^^ )

hast du irgendwie so gaaanz kleine zusammenfassungen? oder magst du mir ganz kurz sagen was da nochmal war? nur so ganz kurz, dann weiß ichs bestimmt wieder :)

#5 RE: Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lucy 21.12.2015 21:59

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Werde ich machen - aber erst nach dem 24. Dez. Habe zu 2/3 aller Berichte so kleine Zusammenfassungen. Dann werde ich mich mal hinsetzen und den Rest auch noch schreiben.

#6 RE: Nr. 47 - All it takes is a second and your whole life can get turned upside down (Teil 3) von Lisa 24.12.2015 15:51

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Super, danke :*

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